Stammzellentnahmen zur Behandlung von leukämiekranken Patienten

RBK ist neues Stammzell-Entnahmezentrum der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS)

Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ist neuer Kooperationspartner der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Seit November werden hier Stammzellentnahmen unter anderem für die Behandlung von leukämiekranken Patienten durchgeführt. Das RBK bildet damit das erste Entnahmezentrum der DKMS für nicht-familiäre Spenden im Raum Stuttgart. Pro Jahr sollen rund 100 Stammzellentnahmen für die DKMS durchgeführt werden.

Jährlich erkranken rund 10 000 Menschen in Deutschland an Leukämie. Wenn eine Behandlung durch Chemo- oder Strahlentherapie nicht in Frage kommt, sind die Patienten für eine erfolgreiche Therapie der Krankheit auf die Transplantation von Stammzellen gesunder Spender angewiesen. Bei rund 70 Prozent der Patienten, bei denen sich kein passender familieninterner oder verwandter Spender findet, wird über Spenderdateien nach einem so genannten Fremdspender gesucht. Die DKMS ist mit mehr als zwei Millionen registrierten Stammzellspendern die weltweit größte Datei.

Verfahren

Voruntersuchungen und die Stammzellspende selbst werden in den Entnahmezentren durchgeführt. Die Entnahme kann über zwei Verfahren erfolgen, die beide im RBK möglich sind.

Bei einer Stammzellentnahme aus dem Blut wird dem Spender über mehrere Tage ein Medikament gespritzt, das bewirkt, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut ausgeschwemmt werden. Die anschließende Spende dauert vier bis fünf Stunden, während derer das Blut von einer Kanüle im Arm über ein steriles Schlauchsystem in einen Zellseparator läuft, der über Zentrifugation die Zellen entnimmt. Anschließend wird das Blut über den anderen Arm zurückgeführt. Dieses Verfahren, das für die meisten Transplantationen möglich und für den Spender relativ unbelastend ist, wird ambulant durchgeführt.

Für seltenere Erkrankungen, zum Beispiel aplastische Anämien, kann die Entnahme der Stammzellen aus dem Knochenmark notwendig sein. Dem Spender wird dabei unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen rund ein Liter Knochenmarkblut entnommen. Anschließend ist ein stationärer Aufenthalt von ca. zwei Tagen erforderlich.

Stammzellentnahmen und -transplantationen am RBK

Erstmals wurden am RBK 1991 Stammzellen bei Patienten zur Eigenspende entnommen. 2003 wurde die erste Transplantation und 2004 die erste Entnahme von Stammzellen eines Familienangehörigen durchgeführt. Im vergangenen Jahr wurde das Spektrum auf die Transplantation der Stammzellen von Fremdspendern ausgeweitet, die von verschiedenen Spenderdateien bereitgestellt wurden. Als Entnahmezentrum der DKMS stellt das RBK nun Transplantationszentren weltweit Stammzellen von Fremdspendern zur Verfügung.

Das RBK ist als Herstellungsbereich von Stammzellpräparaten seit Anfang 2006 von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation nach den internationalen JACIE-Kriterien zertifiziert und seit Anfang 2008 von der europäischen Organisation JACIE (Joint Accreditation Committee ISH-EBMT) akkreditiert.

www.dkms.de (Internetseite der Deutschen Knochenmarkspenderdatei)

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