Interdisziplinäres Zentrum für Brusterkrankungen
Sentinel-Lymphknoten-Biopsie – die Entfernung des Wächterlymphknotens
Bei jedem bösartigen Befund in der Brust ist eine Operation der Lymphknoten in der Achselhöhle obligatorisch. Das Sentinel-Verfahren ist mittlerweile das Standardverfahren.
Bei etwa 30 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs müssen alle zur betroffenen Brust gehörenden Lymphknoten in der Achselhöhle ganz oder teilweise entfernt werden. Um abzuklären, ob dieser Eingriff notwendig ist, entnehmen wir zunächst nur den Sentinel- oder Wächterlymphknoten. Ist dieser frei von Tumorzellen, müssen die übrigen Achsel-Lymphknoten nicht entfernt werden. Somit kann bei vielen Patientinnen eine umfangreiche Operation vermieden werden.
Folgende Bedingung muss am Robert-Bosch-Krankenhaus für eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie erfüllt sein:
- keine hochverdächtigen Lymphknoten in der Achselhöhle
Für das Auffinden des Sentinel-Lymphknotens verwenden wir folgende Techniken:
- Am Vorabend der Operation Einspritzung einer schwach radioaktiven Substanz (Technetium markiertes Albumin/Eiweiß) an vier Stellen um den Warzenvorhof herum oder über dem Primärtumor
- Ab zwei Stunden nach der Einspritzung, in der Regel aber am OP-Tag messen wir den Ort erhöhter Radioaktivität mit Hilfe einer nuklearmedizinischen Untersuchung, dem Lymphszintigramm. Diese stellt den Wächterlymphknoten, d.h. den Lymphabflussweg der Brust dar.
- Zusätzlich zur radioaktiven Markierung kann auch eine Anfärbung des Lymphknotens mittels einer Blaulösung erfolgen.

Durch die Makierung und Entfernung des Wächterlymphknoten im Bereich der Achselhöhle kann in den meisten Fällen die komplette Lymphknotenoperation vermieden werden.
Am Robert-Bosch-Krankenhaus wenden wir diese Technik bereits seit 1998 erfolgreich an.

