16. Juli 2004 | Robert-Bosch-Krankenhaus
Mit Brief und Siegel - Brustzentrum Robert-Bosch-Krankenhaus erfolgreich zertifiziert
Das Brustzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ist seit kurzem erfolgreich nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (OnkoZert) und nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert. Bei einem Festakt wurden am vergangenen Mittwoch die Zertifikate von TÜV und Deutscher Krebsgesellschaft übergeben.
Zahlreiche Gratulanten waren gekommen, um den freudigen Anlass zu feiern: Neben niedergelassenen Ärzten aus der Region waren auch Vertreter von Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und anderen Krankenhäusern anwesend. In Grußworten betonten Medizinaldirektor Walter Fessel vom Sozialministerium, Bürgermeister Klaus-Peter Murawski und Geschäftsführer Harald Müller vom Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Brustkrebspatientinnen.
Daneben nahm auch eine Reihe von Mitarbeitern des RBKs an dem Festakt teil. Ganz bewusst waren sie eingeladen, denn nur durch die motivierte Mitwirkung aller Beteiligten hatte man die Zertifizierung so zielstrebig und erfolgreich erreicht – so Geschäftsführer Ullrich Hipp in seiner Eröffnungsrede.
Das RBK hat bereits Anfang 2003 innerhalb des interdisziplinären Zentrums für Tumortherapie (IZT) ein Brustzentrum eingerichtet. Das geschah aus der Überzeugung heraus, dass Brustkrebspatientinnen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und Behandlung besser versorgt werden können. Rasch stand dann der Entschluss fest, die Leistungen des Brustzentrums im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens überprüfen und bewerten zu lassen. Der Leiter des Brustzentrums, Prof. Wolfgang Simon, erläuterte in seiner Festrede die Gründe dafür: „Die Menschen haben ein Recht darauf, zu wissen, wo sie bestens versorgt sind. Außerdem haben wir natürlich ein Interesse daran, uns zu verbessern und diese Verbesserung auch zu messen.“ Der Geschäftsführer des TÜV Management Service, Prof. Peter Schaff, der die Zertifikate überreichte, zeigte sich beeindruckt, in welch außerordentlich kurzer Zeit es dem RBK gelungen war, die für die Zertifizierung notwendige hohe Qualität der Leistungen nachzuweisen: „Sie wollten es wirklich wissen“, lobte er den Einsatz des RBKs.
Auch wenn die Zertifizierung vergleichsweise schnell erfolgte - die Mitarbeiter des Brustzentrums hatten in den Monaten davor Beachtliches geleistet. Jeder einzelne Arbeitsablauf wurde durchleuchtet und, wenn möglich und nötig, transparenter und effizienter gestaltet. Sämtliche Abläufe und Informationen zum Brustzentrum sind nun in einem umfangreichen Qualitätsmanagement-Handbuch hinterlegt.
Das für alle Mitarbeiter im hauseigenen Intranet zugängliche Dokument trägt im übrigen auch zu einer höheren Eigenverantwortung der Mitarbeiter bei – einem weiteren Ziel des Zertifizierungsverfahrens. Denn ohne das Mitdenken jedes Einzelnen geht es nicht. Das gilt vor allem für eine solch komplexe Einrichtung wie ein Brustzentrum. Um den Patientinnen eine optimale Versorgung bieten zu können, arbeiten hier nämlich zahlreiche verschiedene Disziplinen im RBK und bei Kooperationspartnern eng zusammen: Neben der Gynäkologischen und der Onkologischen Abteilung des Hauses gehören dazu unter anderem die Abteilungen für Radiologie und Klinische Pathologie, das Institut für Klinische Pharmakologie und die Abteilung für Psychosomatische Medizin, die den Patientinnen psychoonkologische Betreuung anbietet. Als externe Partner sind die Abteilung für Strahlentherapie der Klinik Ludwigsburg und die Radiologische Gemeinschaftspraxis Ludwigsburg in das Brustzentrum integriert. Unverzichtbar für eine gute Behandlungsqualität ist auch ein kompetenter Pflegedienst. Wie Prof. Simon darstellte, bietet das RBK als eine von wenigen Einrichtungen in Baden-Württemberg eine eigene Fachweiterbildung für Pflege in der Onkologie an und kann somit auch auf eine Reihe onkologisch geschulter Mitarbeiter zurückgreifen.
Dass aus der Zertifizierung keine „Eintagsfliege“ wird, ist den Verantwortlichen am RBK sehr wichtig. Der Prozess soll daher auch künftig von den Experten des TÜV begleitet und jährlich überprüft werden. Das Ziel dieser Bemühungen machte Geschäftsführer Hipp deutlich: „Wir wollen daran arbeiten, immer noch ein wenig besser zu werden. Dieses Engagement im Brustzentrum und im gesamten RBK dient auch in Zukunft in erster Linie unseren Patientinnen, damit sie das sichere Gefühl haben können, bei uns sehr gut versorgt zu sein.“
