12. März 2004 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Professor Klaus Peter Thon erhält Ehrendoktorwürde der Universitätsklinik Riga/Lettland

Stuttgart (GP) Am 12. März 2003 wurde Herrn Professor Dr. med. Klaus Peter Thon, Ärztlicher Direktor des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) in Stuttgart und Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie die Ehrendoktorwürde der Universität Riga verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden die Verdienste um den Aufbau einer modernen Chirurgie an der Rigaer Universitätsklinik und die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit den dortigen Chirurgen gewürdigt.
Seit 1991 bestehende Verbindungen zwischen dem Chirurgen Thon und der Universität Riga führten dazu, dass den dortigen Kollegen zahlreiche Hospitationen am RBK ermöglicht werden konnten. Mit finanzieller Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und des Medizingeräteherstellers Karl Storz GmbH in Tuttlingen gelang es Thon im Jahre 1993, ein komplettes Geräteset für die minimal-invasive Chirurgie (auch als sogenannte Schlüssellochchirurgie bezeichnet) nach Riga transportieren zu lassen.
Im Juni 1993 führten dann Professor Thon und sein Mitarbeiter Oberarzt PD Dr. med. Hartmut Stöltzing zusammen mit einer OP-Schwester des RBK unter laufender Kamera des Lettischen Fernsehen und in Gegenwart der Rigaer Presse die erste laparoskopische Gallenblasenentfernung und – zumindest nach Aussage der Rigaer Chirurgen – den vermutlich ersten thorakoskopischen Eingriff im Baltikum durch. Anwesende Litauische Chirurgen luden daraufhin das Stuttgarter Operationsteam nach Klaipedea, dem früheren Memel, ein, um dort ebenfalls die minimal-invasive Chirurgie einzuführen. Am folgenden Vormittag wurden die ersten vier Patienten laparoskopisch von den Stuttgarter Chirurgen operiert und von ihren Gallensteinen befreit.
Die Chirurgische Universitätsklinik Riga hat in den letzten zehn Jahren zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte zur Hospitation an das RBK geschickt, um dort moderne Operationsverfahren und Pflegekonzepte zu erlernen. Mittlerweile hat sich an der Rigaer Klinik die minimal-invasive Chirurgie vollkommen etabliert und bei vielen Tausenden Patienten bewährt. Der rege wissenschaftliche Austausch führte bereits 1999 zur Berufung von Herrn Professor Thon in den  Wissenschaftsrat der Lettischen Universität für das Fachgebiet „Chirurgie“ und zur Aufnahme in den Wissenschaftlichen Beirat der dortigen Chirurgen-Zeitschrift.
Die Verleihung des Titels „Doctor honoris causa“ an den Chefchirurgen des Robert-Bosch-Krankenhauses würdigt dessen persönliches Engagement um die Weiterentwicklung der  Lettischen Chirurgie.   

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