25. Juli 2005 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Forschung auf hohem Niveau

Arbeit des Instituts für Klinische Pharmakologie am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ausgezeichnet

Mit dem deutschen Prix Galien, dem Galenus-von-Pergamon-Preis 2005, ist in der Kategorie B eine Forschungsarbeit von zwei Mitarbeitern des Stuttgarter Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie am RBK ausgezeichnet worden.

Dr. Elke Schäffeler und PD Dr. Matthias Schwab konnten gemeinsam mit PD Dr. Ingeborg Hauser vom Universitätsklinikum Frankfurt/Main in ihrer Forschungsarbeit zeigen, dass genetische Faktoren Ursache für die bei der Behandlung mit dem Arzneimittel Cyclosporin A auftretende Schädigung der Spenderniere bei Patienten mit Nierentransplantation sind.

Bei der Behandlung mit Cyclosporin A, das die Immunreaktion der Patienten unterdrückt und somit die Abstoßung der Spenderniere verhindern soll, kommt es häufig zu Nierenschädigungen, die zum Verlust des Transplantates führen können. Die Forscher des IKPs konnten zeigen, dass Ursache für diese schwerwiegende Nebenwirkung eine erblich bedingte Unterfunktion eines Transportproteins ist. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen anderer Arbeitsgruppen, die sich lediglich mit dem Genotyp (Erbausstattung) des Empfängers beschäftigt hatten, analysierten die Preisträger den Genotyp sowohl für den Empfänger als auch den Spender. Dabei zeigte es sich, dass der Genotyp des Spenders den entscheidenden Risikofaktor für die Cyclosporin A verursachte Nierenschädigung darstellt. Durch diese Entdeckung können zukünftig Risikopatienten identifiziert und durch den Einsatz alternativer Arzneimittel die Nierenschädigung vermieden werden.

Der alle zwei Jahre vergebene deutsche Prix Galien ist Teil einer internationalen Initiative führender medizinischer Fachmedien zur Förderung der pharmakologischen Forschung. Stifter des Preises ist die “Ärzte Zeitung”. Die feierliche Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises findet am 15. November 2005 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum Kongress MEDICA in Düsseldorf statt.

Wissenschaftler des IKP mit höchster Zitierungsquote im deutschsprachigen Raum

Für das hohe Niveau der Arbeit am IKP gibt es einen weiteren Beleg: Unter den „Top 50“ der meistzitierten Köpfe auf dem Gebiet der Klinischen und Experimentellen Pharmakologie im deutschsprachigen Raum befinden sich sechs Wissenschaftler der Forschungseinrichtung.

In einem Zitierungsvergleich der wissenschaftlichen Publikationen aus den Jahren 2000-2002 belegten Prof. Michel Eichelbaum, der Leiter des Instituts, Dr. Oliver Burk, PD Dr. Matthias Schwab, PD Dr. Ulrich Zanger, Dr. Oliver von Richter und Dr. Elke Schäffeler die Plätze 2, 11, 15, 24, 31 und 38. Mit insgesamt 5672 Zitierungen lagen die IKP-Wissenschaftler im Ranking an erster Stelle. Allein Prof. Eichelbaum wurde bis Mai 2005 weltweit 1827mal zitiert. Er und seine Kollegen verfassten auch den meistzitierten Artikel: Fast 450mal wurde ihre Arbeit „Individuelle Variationen im menschlichen Multidrug resistance-Gen und deren funktionelle Auswirkungen“ nach ihrem Erscheinen bis heute zitiert – sie ist damit ein echter „Klassiker“.

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