27. März 2006 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Neuartige Pflegeausbildung am Robert-Bosch-Krankenhaus - Erster Modellkurs hat Examen bestanden

Ein Examen ganz besonderer Art konnten 23 Auszubildende der Modellschule am Robert-Bosch-Krankenhaus am vergangenen Freitag feiern: Als erste in ganz Deutschland haben sie im Rahmen eines 3 ½- jährigen Ausbildungsganges zwei unterschiedliche Pflegeberufe erlernt.

Die so genannte „Integrative Pflegeausbildung (IPA): Das Stuttgarter Modell“ führt die Inhalte und Qualitäten der drei getrennten Pflegeberufe Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer gemeinsamen neuen Ausbildung zusammen. Ziel ist es dabei, die Ausbildung auf die veränderten und gewachsenen Anforderungen an den Pflegeberuf auszurichten. Außerdem soll das Reformprojekt die Attraktivität der Pflege steigern und damit einen qualifizierten Nachwuchs sichern.
Um das Projekt umzusetzen, hatten sich insgesamt 11 Träger mit 13 verschiedenen Einrichtungen zusammengeschlossen – von Seniorenheimen über ambulante Dienste bis hin zu Krankenhäusern. Die Rolle des verantwortlichen Trägers übernahm das Ausbildungszentrum für Pflegeberufe am Robert-Bosch-Krankenhaus. Für dessen Geschäftsführer Ullrich Hipp wirkte sich gerade die Verschiedenheit der Kooperationspartner ausgesprochen bereichernd für die Ausbildung aus: „Vielfalt bietet mehr Möglichkeiten und weitet den Horizont. Die Auszubildenden aus den verschiedenen Einrichtungen konnten voneinander und von den unterschiedlichen Institutionen ganz sicher mehr lernen als dies in einem einzigen Haus möglich gewesen wäre.“

In einer Feierstunde am vergangenen Freitag konnten die Absolventen die verdienten Glückwünsche entgegennehmen. Stellvertretend für die Robert Bosch Stiftung, die die Reformausbildung durch großzügige Fördermittel ermöglicht hatte, überbrachte Dr. Heiner Gutberlet Glückwünsche. Unter den Gratulanten war auch Ministerialdirektor Bernhard Bauer vom Sozialministerium Baden-Württemberg, das das Reformprojekt von Anfang an unterstützt hatte. Für ihn stellt es einen wichtigen Schritt in die Zukunft dar: „Die IPA ist das bundesweit erste Projekt, das nachgewiesen hat, dass eine Vereinheitlichung der Pflegeberufe machbar ist – ohne Abstriche an Qualität und Kompetenzen.“
Die neue Ausbildung hat bereits begonnen, bundesweit Schule zu machen: So nahmen in den vergangenen Jahren beinahe 300 Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet an Fortbildungsangeboten der Modellschule teil. Mehrere andere Krankenpflegeschulen reformieren zudem ihre Ausbildung gerade nach dem Stuttgarter Modell. Für alle Interessierten sollen die bisherigen Erfahrungen mit der Integrativen Pflegeausbildung am 10. November in einem großen Symposium im Stuttgarter Haus der Wirtschaft präsentiert werden.
Dass die neue Ausbildung Zukunft hat, zeigt auch der Start des zweiten Modellkurses im Frühjahr 2005, an dem sich nun sogar schon 18 verschiedene Einrichtungen beteiligen.

Die Kooperationspartner im Modellprojekt:

Caritasverband für Stuttgart e.V.
Haus St. Monika, Stuttgart
Haus Martinus, Stuttgart

Evangelische Heimstiftung e.V. Stuttgart
Württembergisches Lutherstift

Institut für soziale Berufe
Fachschule für Altenpflege am Herdweg

Klinikum Stuttgart
Olgahospital

Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung
Pflegeheim St. Vinzenz, Filderstadt

Rems-Murr-Kliniken
Kinderklinik Waiblingen

Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
(ausbildungsverantwortlicher Modellprojektträger)

Samariterstiftung
Ökumenische Diakonie- und Sozialstation, Sillenbuch
Samariterstift, Ostfildern

Stiftung Evangelische Altenheimat
Emma-Reichle-Heim, Stuttgart

Vinzenz von Paul Kliniken GmbH
Marienhospital Stuttgart

Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg
Else-Heydlauf-Stiftung, Stuttgart

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