30. November 2006 | Robert-Bosch-Krankenhaus
Eine Ära geht zu Ende
Prof. Klaus-Dieter Hellberg, Chefarzt der Herzchirurgie am RBK, geht in den Ruhestand
Die Erfolgsgeschichte der Herzchirurgie am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ist eng mit seinem Wirken verbunden: Prof. Dr. Klaus-Dieter Hellberg kam 1984 als erster Chefarzt der damals neu gegründeten Abteilung ans RBK. Er baute die Abteilung auf, erweiterte sie und entwickelte sie zu einem anerkannten Kompetenzzentrum für das gesamte Spektrum der Herzchirurgie. Nun wird er nach über 22 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.
Nach seinem Medizinstudium an der Universität Köln war Hellberg an der
Universitätsklinik Göttingen tätig, wo er zuletzt kommissarisch die Abteilung für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie führte. Mit der Leitung und dem Aufbau einer ganz neu entstehenden Abteilung bot sich ihm dann in Stuttgart eine besonders spannende Herausforderung.
Der Startschuss fiel am 24. Oktober 1984: An diesem Tag unternahm Hellberg die erste Operation am offenen Herzen, die jemals in Stuttgart durchgeführt wurde. Zunächst musste er sich räumlich noch mit einer Interimslösung begnügen. Bis 1986 operierte er in einem Operationssaal; danach konnte die Abteilung einen eigenen Anbau mit vier OPs und eigener Intensivstation beziehen.
Entscheidend für eine erfolgreiche Arbeit sei in der Herzchirurgie ein gutes Team, berichtet Hellberg. Und das habe er von Anfang an am RBK gehabt. Zunächst war die Mitarbeiterzahl allerdings überschaubar: Ein Oberarzt, ein Assistenzarzt, eine OP-Schwester, ein Kardiotechniker und eine Sekretärin standen ihm zur Seite. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: So operieren beispielsweise neben Prof. Hellberg in der Abteilung jetzt vier Oberärzte. Insgesamt wurden in den vergangenen 22 Jahren rund 20.000 Patienten am Herzen operiert. Heute bildet die Abteilung gemeinsam mit der Kardiologie des Hauses ein auch bundesweit renommiertes Herzzentrum.
Seinen Mitarbeitern wird nicht nur der fachliche Spezialist, sondern auch ein menschliches Vorbild fehlen. Einer der Oberärzte fasst es zusammen: „Prof. Hellberg hat uns gezeigt, dass wir es nicht mit Befunden, sondern mit Menschen zu tun haben und dass diese Menschen immer im Mittelpunkt all unseres ärztlichen Tuns stehen müssen. Wir werden ihn vermissen.“
Auch der Chefarzt selbst verabschiedet sich nicht ohne Wehmut: „Mein Beruf hat mir immer große Freude gemacht. Ich kann sagen, ich war gerne am Robert-Bosch-Krankenhaus.“
