08. Februar 2008 | Robert-Bosch-Krankenhaus

20.000. Herzoperation mit der Herz-Lungen-Maschine

Am 23. Oktober 1984 war es so weit: Nach langen Vorbereitungen wurde die erste Herzoperation in Stuttgart am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) unter Leitung des langjährigen Chefarztes der herzchirurgischen Abteilung Prof. Klaus-Dieter Hellberg durchgeführt...

Historie

Am 23. Oktober 1984 war es so weit: Nach langen Vorbereitungen wurde die erste Herzoperation in Stuttgart am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) unter Leitung des langjährigen Chefarztes der herzchirurgischen Abteilung Prof. Klaus-Dieter Hellberg durchgeführt. Diese erste Operation war Ergebnis einer umfassenden Vorbereitung, die über die entsprechenden Genehmigungsverfahren und den Neubau eines eigenen Gebäudes am RBK führte. In wenigen Jahren entwickelte sich die neue herzchirurgische Abteilung aufgrund ihrer herausragenden Ergebnisse zu einer der führenden Fachabteilungen in Süddeutschland. Grundlage dafür war die vom Gründer des Robert-Bosch-Krankenhauses in die Wiege gelegte Maxime einer ganzheitlichen, fachübergreifenden Medizin, die den Patienten in den Mittelpunkt aller ärztlichen und pflegerischen Bemühungen stellt.

In den letzten 24 Jahren hat sich die moderne Herzchirurgie erheblich weiterentwickelt. Das Robert-Bosch-Krankenhaus hat dabei wiederum eine Vorreiterrolle übernommen. Mussten 1984 noch fast alle Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine über einen langen Hautschnitt, der die gesamte Brustbeinlänge einnahm, durchgeführt werden, ist das Ziel der Herzchirurgen am RBK unter Leitung von Privatdozent Dr. Ulrich Franke, die operative Belastung für den Patienten auf ein Minimum zu senken.

OPCAP-Operationen

Bei den so genannten OPCAB-Operationen (off pump coronary artery bypass), das heißt Koronarbypass-Operationen ohne Herz-Lungen-Maschine, sinkt das Risiko des Patienten einen Schlaganfall zu erleiden erheblich. Der Patient erholt er sich nach der Operation deutlich rascher. Wird bei einem Eingriff nur ein Herzkranzgefäß der Herzvorderwand angeschlossen, kann der Chirurg zudem auf die Durchtrennung des Brustbeins verzichten. Diese Operation ist über einen etwa 6 cm kurzen Hautschnitt unter der linken Brust möglich. Verwendet man hauptsächlich Brustwandarterien als Bypassgefäße, wird die Haltbarkeit der Bypässe erheblich verbessert, so dass der Großteil der Patienten künftig nicht noch einmal an den Herzkranzarterien operiert werden muss.

Der Anteil der so genannten OPCAB-Operationen an allen isolierten Bypass-Operationen beträgt im RBK inzwischen mehr als 50 Prozent, ein für die Bundesrepublik Deutschland einmaliger Wert. Die Sterblichkeit bei elektiven (nicht notfallmäßigen) Bypass-Operationen wurde durch die neuen Methoden auf unter 1 Prozent gesenkt. Kein Patient, bei dem 2007 im RBK eine OPCAB-Operation durchgeführt wurde, ist verstorben.

Herzklappen-Operationen

Operationen, bei denen eine Herzklappe ausgetauscht oder repariert werden muss, lassen sich über einen minimal-invasiven Zugang ausführen. Für die Aortenklappe wird nur die obere Brustbeinhälfte durchtrennt, dadurch behält der Brustkorb nach der Operation seine Stabilität. Dies wirkt sich auf die körperliche Erholung, die Lungenfunktion und den postoperativen Schmerz des Patienten besonders günstig aus. Die am zweithäufigsten erkrankte Herzklappe, die Mitralklappe, lässt sich gänzlich ohne Brustbeindurchtrennung operieren. Über einen 4 bis 5 cm langen Hautschnitt unter der rechten Brust gelangt der Chirurg zum Herzen. Der große Nutzen für den Arzt liegt in einer besseren operativen Übersicht an der Mitralklappe.

Vorteilhafter als der Ersatz einer Herzklappe ist ihre Reparatur. Zum einen funktioniert die eigene Klappe besser als eine künstlich hergestellte, zum anderen müssen die Patienten keine Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen. Zwei Drittel aller Mitralklappen-Operationen und ein Fünftel aller Aortenklappen-Operationen im RBK stellten im letzten Jahr Rekonstruktionen an den Herzklappen dar.

Die herausragenden Ergebnisse, die am Robert-Bosch-Krankenhaus erreicht werden, sind vor allem Ausdruck eines fachgruppenübergreifenden Teamgeistes und Engagements, in denen die Vorstellungen und Ziele des Krankenhausgründers Robert Bosch fortleben.

Es gilt das gesprochene Wort.

Ansprechpartner

Privatdozent Dr. Ulrich Franke
Chefarzt
Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie
Telefon 0711/8101-3650
ulrich.franke -|- @ -|- rbk.de

 

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