14. Januar 2008 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Wie wirken Arzneimittel auf den menschlichen Körper?

Symposium zum 65. Geburtstag von Professor Dr. Ulrich Klotz

Wir Menschen sind alle unterschiedlich – das ist keine neue Erkenntnis. Doch bei der Gabe von Arzneimitteln findet diese Einsicht oft keine Berücksichtigung. So erhalten alle Patienten, die zum Beispiel an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür leiden, dieselbe Dosis an Protonenpumpeninhibitoren. Das sind Medikamente, die die Produktion der Magensäure hemmen. Genetisch bedingt weisen die Patienten jedoch unterschiedliche Abbauraten des Medikaments auf, die um den Faktor 10 variieren können. Das heißt Menschen, die einen schnellen Stoffwechsel (Metabolismus) haben – zirka 70 Prozent der deutschen Bevölkerung – sind unter Standardtherapie oft nicht ausreichend versorgt. In der Praxis schafft eine individuell angepasste Dosiserhöhung Abhilfe. Ein Test zur Bestimmung des Metabolismus-Typs wurde im Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus entwickelt, der nun in einer großen Multicenterstudie eingesetzt wird.

Um genau solche Fragestellungen geht es auch bei dem wissenschaftlichen Symposium „Ist die Arzneimitteltherapie durch die Klinische Pharmakologie besser geworden?“, das am Freitag, 25. Januar, und Samstag, 26. Januar, von 13 bis 18 Uhr bzw. von 9.30 bis 13 Uhr, stattfindet. Anlass der Tagung ist der 65. Geburtstag und die Würdigung der Lebensleistung für das Fach Klinische Pharmakologie von Prof. Dr. Ulrich Klotz, Stellvertretender Institutsleiter des IKP. Veranstaltungsort für dieses Expertentreffen ist das Linden-Museum Stuttgart, Hegelplatz 1.

In den Workshops am Freitag diskutieren Arzneimittelforscher neue wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, was der menschliche Körper mit den eingenommenen Arzneimitteln macht (Pharmakokinetik) und wie die Arzneimittel Einfluss auf die Körperfunktionen des Patienten nehmen (Pharmakodynamik). Außerdem geht es darum, inwieweit Erbfaktoren Einfluss auf Arzneimittelwirkungen haben (Pharmakogenetik).

Am Samstag zeigen die Wissenschaftler anhand aktueller Behandlungsstrategien (z.B. bei Schmerzzuständen, Tumorerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, koronarer Herzerkrankung, Refluxkrankheit, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen), wie die Forschung, an der Prof. Ulrich Klotz und das IKP wesentlich mitarbeiten, die heutige Behandlung mit Medikamenten verbessert hat.

Prof. Dr. Ulrich Klotz hat seit der Gründung des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institutes für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus im Jahr 1973 bis zum heutigen Tag maßgeblich mitgeholfen, die international führende Rolle des IKP auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung aufzubauen und zu festigen.

Es war Prof. Klotz immer wichtig, die besondere Brückenfunktion der Klinischen Pharmakologie zwischen Grundlagenforschung und praktischer Arzneimitteltherapie hervorzuheben und die Forschung am IKP und am Robert-Bosch-Krankenhaus in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Forschungszentren zum Wohle des Patienten voranzutreiben.

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