28. Juli 2008 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Erstmals zweijährige Ausbildung zur Fachangestellten für Gesundheit und Pflege

Neues Modellprojekt am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart

Am 1. Oktober 2008 beginnt am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ein neues Modellprojekt einer zweijährigen Ausbildung zum/zur Fachangestellten für Gesundheit und Pflege. Diese Ausbildung richtet sich an junge Menschen ab 16 Jahren und an Frauen und Männer, die einen beruflichen Neustart oder eine berufliche Umorientierung anstreben. Voraussetzung ist die Mittlere Reife oder ein guter Hauptschulabschluss. Bis zum 20. September können Interessierte sich bewerben. Weitere Infos gibt es beim Bildungszentrum des RBK: Elke Kobbert, Telefon 0711/8101-3557 oder übers Internet www.rbk.de

Einmalig in Baden-Württemberg ist - ergänzend zur bislang dreijährigen und der einjährigen - diese zweijährige Ausbildung in der Pflege. Damit trägt das Modellprojekt am RBK dem Umstand Rechnung, dass die pflegerischen Leistungen künftig von unterschiedlich qualifizierten Pflegekräften zu bewältigen sind. In anderen europäischen Ländern ist eine derartige Unterscheidung bereits Praxis. Der steigende Bedarf an pflegerischen Leistungen sowie die komplexer gewordenen Aufgaben in der Pflege erfordern neue Konzepte der Pflegeausbildung und machen diese Ausdifferenzierung notwendig.
Bereits im Jahr 2000 haben in der von der Robert Bosch Stiftung herausgegebenen Schrift "Pflege neu denken" Experten dieses gestufte Ausbildungsmodell entwickelt, das zwei unterschiedliche Qualifizierungsstufen vorsieht. Das Bildungszentrum am RBK ist die einzige Bildungseinrichtung für Pflegeberufe in Baden-Württemberg, in der nun diese erste Qualifizierungsstufe modellhaft umgesetzt und erprobt wird. Dabei werden in zwei Jahren Fachangestellte für Gesundheit und Pflege ausgebildet. Das Bildungszentrum eröffnet ab sofort die Bewerbungsphase für alle Interessierten. Neben den formalen Voraussetzungen sollten die Bewerber zur/zum Fachangestellten für Gesundheit und Pflege Interesse und Freude am Beziehungsaufbau mit Menschen haben, kommunikative Fähigkeiten, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsgefühl sowie manuelle Geschicklichkeit besitzen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum/zur Fachangestellten für Gesundheit und Pflege kann in Einrichtungen des Gesundheitswesens (Krankenhäusern oder Institutionen der Altenhilfe) gearbeitet werden. Es besteht die Möglichkeit, aufbauend auf den ersten Berufsabschluss in die zweite Ausbildungsstufe zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in bzw. zum/zur Altenpfleger/in oder zum/zur Kinderkrankenpfleger/in einzutreten.

Je nach Situation der Bewerber/innen sprechen einige Vorteile für dieses zweijährige Modell: das gegenüber der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin auf 16 Jahre heruntergenommene Mindestalter ermöglicht den Schulabgängern eine frühere berufliche Orientierung. Gezielt sind auch Berufswiedereinsteiger/innen aus allen Berufsfeldern angesprochen, die nach der Familienphase eine Neu- oder Umorientierung anstreben.

Die theoretische Ausbildung erfolgt im Blockunterricht. Die Lerninhalte orientieren sich an den beruflichen Handlungsfeldern der Pflege und der Unterricht wird erfahrungsbezogen, handlungs- und problemorientiert durchgeführt. Die Lernenden werden angeregt, sich Wissen selbstständig anzueignen und ihre Kreativität, Reflexionsfähigkeit und Eigenverantwortung auszubilden. Die theoretische Ausbildung wird durch fachpraktischen Unterricht ergänzt, der in einem extra hierfür eingerichteten "Lernlabor" stattfindet. Hierbei handelt es sich um ein Trainingszentrum, in dem patientennahe Tätigkeiten und praktische Fertigkeiten systematisch eingeübt werden, um Handlungssicherheit für die berufliche Pflegepraxis zu erwerben. Praktische Einsätze werden in Krankenhäusern und Einrichtungen der Altenhilfe der Kooperationspartner absolviert.

Gemeinsam mit kooperierenden Altenpflegeeinrichtungen aus der Region startet die Ausbildung am Bildungszentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses zum 1. Oktober 2008. 20 Ausbildungsplätze stehen zur Verfügung. Das Modellprojekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Zusammenfassung  

  • Einmaliges Projekt in Baden-Württemberg
  • Ausbildungsdauer 2 Jahre
  • Mindestalter 16 Jahre
  • Mittlere Reife oder Hauptschulabschluss (Notendurchschnitt mind. 2,0)
  • Schulabgänger oder
  • Frauen und Männer mit dem Wunsch nach beruflicher Um- bzw. Neuorientierung

Kontakt zum Bildungszentrum am RBK

Auerbachstraße 110, 70376 Stuttgart
Elke Kobbert
Telefon 0711/8101-3557
bildungszentrum -|- @ -|- rbk.de

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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