10. Juli 2009 | Robert-Bosch-Krankenhaus
Abschluss der umfassenden Erweiterung und Modernisierung des Robert-Bosch-Krankenhauses
Unter dem Motto „Perspektiven – Neues schaffen für die Zukunft“ wurde das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) seit 2002 umfassend modernisiert und vergrößert. Nach rund sieben Jahren sind die intensiven Umbauarbeiten und strukturellen Veränderungen nun abgeschlossen.
„Als Krankenhaus mit dem Anspruch, unseren Patienten eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten, standen wir Anfang des Jahrtausends vor der Aufgabe, unser Haus zukunftsfähig zu gestalten“, erklärte der Geschäftsführer des Robert-Bosch-Krankenhauses, Ullrich Hipp. „Dazu gehörte, räumliche Engpässe auf den Stationen und in den Funktionsräumen zu beseitigen, die Abläufe zu straffen und umzustrukturieren und die Wegeführung zu verbessern. Ziel war es, die Prozesse, die auf die Patientenstrukturen der 70er Jahre ausgerichtet waren, den veränderten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft anzupassen. Darüber hinaus war es uns wichtig, eine Umgebung zu schaffen, in der sich unsere Patienten wohl fühlen – als ein wichtiger Beitrag zu einer erfolgreichen und schnellen Genesung. Wer heute zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder ins RBK kommt, könnte meinen, einen Neubau vor sich zu haben. Das ‚neue’ RBK hat seine Waschbetonfassade abgelegt und wurde innen wie außen mit hellen und transparenten Materialien komplett umgestaltet.“
Umbau bei laufendem Betrieb
Während der Arbeiten hielt das RBK seinen gewohnten Betrieb ohne Einschränkungen aufrecht. Ermöglicht wurde dies durch die Gliederung des Gesamtvorhabens in drei einzelne, in sich abgeschlossene Bauabschnitte, die wiederum klar definierte, zeitlich gestaffelte Einzelvorhaben umfassten. Auf dieser Basis konnte der Umzug der verschiedenen Funktionsbereiche wie der Dialyse-Abteilung und des Herzkatheterlabors in ihre neuen Räumlichkeiten so koordiniert werden, dass keine Einschränkungen des laufenden Betriebs notwendig waren. Eine besondere Herausforderung stellte der Umbau der Patientenstationen dar. Hierfür wurde eigens ein Interimsbau mit 112 Betten geschaffen, in den während des Umbaus sukzessive Stationen verlagert wurden.
Zentrale Baumaßnahmen
Die neue Fassade besteht aus einer filigranen Konstruktion aus Metall, Holz und Glas. Auch innen wurden alle Oberflächen – Wände, Decken, Böden und Verkleidung – runderneuert und mit hellen, freundlichen Materialien gestaltet.
Besucher und Patienten gelangen auf einem überdachten Weg vom Parkhaus mit 150 zusätzlichen Parkplätzen in den hellen und übersichtlichen Eingangsbereich mit einer zentralen Empfangstheke. Von hier aus sind auch die drei gläsernen Pavillons zu erreichen, die von außen besonders ins Auge fallen und in denen sich ein Café mit Kiosk, die Patientenaufnahme und ein Raum für Veranstaltungen befinden. Der Eingangsbereich ist von einem flachen Wasserbecken umgeben, das beruhigenden Charakter und einen positiven klimatischen Einfluss entfaltet.
An das Foyer ist das gläserne Treppenhaus mit zwei Panoramaaufzügen angebunden, die die vier Stationsflügel erschließen und bis zur Dachterrasse in knapp 30 Metern Höhe mit 360-Grad-Blick auf die Weinberge und den umgebenden Talkessel führen.
Um mehr Raum für Patientenzimmer zu schaffen, wurden die vier Bettenhausflügel um eine Etage ergänzt. Die Zimmer wurden konsequent auf die Bedürfnisse der Patienten hin umgestaltet: Durch die tiefen Fenster erhalten auch im Bett liegende Patienten einen Blick nach außen, alle Zimmer wurden mit behindertenfreundlichen Sanitärräumen ausgestattet.
Auch für die Funktionsbereiche wurden neue Flächen erschlossen, verbunden mit der Möglichkeit zur effektiveren Umstrukturierung. So wurde unter anderem das Mutter-Kind-Zentrum geschaffen, das die Kreißsäle, die Geburtsstation mit Neugeborenenpflege und eine Überwachungseinheit für kranke Neugeborene auf einer Ebene zusammenfasst. Auch die Untersuchungsbereiche Röntgen, Ultraschall und Nuklearmedizin bilden nun einen in sich abgeschlossenen Funktionsbereich, in dem die Intimsphäre der Patienten entsprechend gewahrt wird. Zusammengelegt wurden darüber hinaus die Funktionsräume Gastroenterologie und Herzkatheter, so dass ein eigener Bereich ohne Kreuzungsverkehr mit Besuchern entstanden ist.
Komplett neu entstanden ist der so genannte „Anbau Ost“, in dem in großzügigen Räumlichkeiten das Zentrum für Innere Medizin sowie die internistischen Spezial-Ambulanzen und weitere medizinische Behandlungsräume untergebracht sind.
Die Krankenwagenhalle wurde komplett abgerissen und neu in den B-Flügel des Gebäudes integriert.
Die bisher dezentrale Haustechnik wurde energieeffizient zentralisiert.
In der neu geschaffenen 5. Etage entstand ein eigener Wahlleistungsbereich für Privatpatienten und ausländische Selbstzahler. Darin befinden sich hochwertig ausgestatte Ein- und Zweibett-Zimmer und mehrere besonders großräumige und nach Standard eines Fünf-Sterne-Hotels eingerichtete Extra-Komfort-Appartements. Diese sind durch einen separaten Außenzugang und Aufzug erschlossen.
Bereits während der Planungsphase wurde im Rahmen des Projekts „Kunst im Krankenhaus“ ein eigenes Kunstkonzept für die Stationen und öffentlichen Bereiche entwickelt. Die Kunstwerke wurden speziell für die besonderen Bedürfnisse des jeweiligen Bereichs entworfen und geschaffen.
Krankenhaus der kurzen Wege
Das neu entstandene interdisziplinäre Notaufnahmezentrum spiegelt die optimierten Funktionsabläufe innerhalb des Robert-Bosch-Krankenhauses wider. Kommt ein Patient in die Notaufnahme, nehmen die anwesenden internistischen und chirurgischen Ärzte die Ersteinschätzung vor. Um diese durch eine unmittelbare Diagnostik zu ergänzen, wurde der Notaufnahmebereich räumlich dicht an die Röntgenabteilung und an das Labor angeschlossen.
Bis die Diagnose vorliegt, bleibt der Patient im Notaufnahmebereich mit eigens dafür geschaffenen Betten. Bedarf es eines stationären Aufenthalts des Patienten, wird er zunächst in der Notaufnahmestation 3D untergebracht. Dort besprechen Ärzte der Inneren und Chirurgischen Medizin jeden Morgen, in welche Spezialabteilung der Patient zu verlegen ist. Nicht stationär behandlungspflichtige Patienten können direkt aus dem Notaufnahmezentrum nach Hause entlassen werden. „Fehlbelegungen“ werden so vermieden.
Neues für die Zukunft
„Gerade für unsere Mitarbeiter stellte das Bauprojekt ‚Zielplanung 2’ eine große Herausforderung bei der Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben dar“, so Geschäftsführer Ullrich Hipp. „Ihrer enormen Einsatzbereitschaft und ihres vorbildlichen Engagements ist es zu verdanken, dass das Gesamtwerk so hervorragend gelungen ist. Entstanden ist ein Haus, in dem sich Patienten, Besucher und Mitarbeiter wohl fühlen.
Dass wir 2008 einen Anstieg der Patientenzahlen um 15 Prozent verzeichnen konnten, zeigt, dass das RBK für die Zukunft gut aufgestellt ist. Aufgrund dieser starken Patientenzunahme wurden im vergangenen Jahr 75 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und mit hochqualifizierten Ärzten und Pflegekräften besetzt.
Gleichzeitig haben wir 2008 einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro erwirtschaftet – dank optimal gestalteter Arbeitsabläufe und des Konzepts der kurzen Wege im ‚neuen’ RBK. Davon werden bereits im laufenden Jahr Mittel für zusätzliches, gut ausgebildetes Personal, für Personal-Entwicklungsmaßnahmen sowie in die Infrastruktur des Hauses investiert.“
Die Gesamtkosten des Umbaus betrugen rund 182 Mio. Euro. Das Land Baden-Württemberg förderte die Maßnahmen mit einem Zuschuss in Höhe von 53,5 Mio. Euro.
Bildmaterial auf Anfrage



Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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