02. September 2009 | Klinik Schillerhöhe
Für sicheren und erholsamen Schlaf
Modernste technische Ausstattung im Schlaflabor der Klinik Schillerhöhe eingeführt
Rund 60 Prozent der Bevölkerung zwischen 20 und 80 Jahren schnarchen – und gefährden damit möglicherweise ihre Gesundheit. Bei Betroffenen kann sich eine so genannte Schlafapnoe entwickeln, bei der der Atem zwischendurch bis zu zwei Minuten pro Stunde aussetzt.
Das Schlaflabor der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen hat für die Untersuchung und Behandlung der Schlafapnoe und anderer Schlafstörungen nun eine neue hochmoderne Technik eingeführt. Mittels kabelloser Datenübertragung (Bluetooth) werden Patienten die ganze Nacht hindurch überwacht, Atem und Schlafverhalten werden analysiert. Durch diese Technik verringert sich die störende Verkabelung des Patienten auf ein Mindestmaß. Patienten erhalten somit komplette Bewegungsfreiheit und finden leichter in den Schlaf, was die Qualität der erhobenen Daten steigert. Die Kosten der Neuausstattung beliefen sich auf rund 400 000 Euro.
Komfort und Datensicherheit
„Mit der Einführung der telemetrischen Überwachung haben wir einen innovativen Weg in der Polysomnografie – der nächtlichen Untersuchung von Schlafstörungen – eingeschlagen“, erläutert Ullrich Hipp, Geschäftsführer des Robert-Bosch-Krankenhauses mit seinem Standort Klinik Schillerhöhe. „Die Klinik Schillerhöhe besitzt damit eines der modernsten Schlaflabore Deutschlands.“ Und Geschäftsleiterin Christine Bühler ergänzt: „Die neue Methode bietet unseren Patienten größtmöglichen Komfort. Ihre Bewegungsfreiheit wird nur minimal eingeschränkt, bei Bedarf können sie das Bett verlassen. Da das Gerät sehr klein und mit rund 200 Gramm sehr leicht ist, nehmen die Patienten es im Liegen am Körper kaum wahr. Gleichzeitig profitieren sie durch die Kombination von kabelloser Technik und Computernetzwerken von höchster Datensicherheit.“
Vor dem Einschlafen wird der Patient mit einem mobilen Gerät ausgestattet, das die erhobenen Daten kabellos an einen Bluetooth-Datenempfänger in der Wand sendet. Von dort gehen sie über Netzwerkkabel direkt auf einen zentralen Server. Die kabellos überbrückte Distanz vom Bett zur Wand wird somit äußerst gering gehalten. Die eingegangenen Daten werden die ganze Nacht hindurch über sechs Bildschirme von den Mitarbeitern im Auswerteraum kontrolliert. Die Speicherung der Daten auf dem Server und eine simultane Videoaufzeichnung ermöglichen darüber hinaus eine zusätzliche Kontrolle und endgültige Auswertung am darauffolgenden Tag. Durch den Einsatz eines Servers für alle Schlaflaborplätze können alle Daten zentral verwaltet werden.
„Wenn sich bei stark schnarchenden Menschen Symptome einer Schlafapnoe wie Schläfrigkeit am Tag, häufiges nächtliches Wasserlassen oder sehr unruhiger Schlaf, zeigen, ist eine Untersuchung im Schlaflabor unbedingt notwendig. Eine Schlafapnoe kann unbehandelt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen“, sagt die Somnologin und Leiterin des Schlaflabors an der Klinik Schillerhöhe, Dipl.-Psych. Sabine Eller. „Viele Patienten schrecken jedoch vor einem Aufenthalt im Schlaflabor zurück, weil sie die normalerweise übliche Verkabelung als unangenehm empfinden. Diesen Patienten kommt die neue Technik an der Klinik Schillerhöhe sehr entgegen. Die Resonanz, die wir von unseren ersten Patienten erhalten haben, ist dementsprechend durchweg positiv.“
Das Schlaflabor der Klinik Schillerhöhe
Die Klinik Schillerhöhe, Zentrum für Pneumologie, Thoraxchirurgie und Beatmungsmedizin des Robert-Bosch-Krankenhauses, verfügt über eines der größten Schlaflabore in Süddeutschland. Insgesamt 12 Betten in Einzelzimmern stehen für Patienten mit Schlafstörungen bereit. Seit 1997 ist das Schlaflabor an der Klinik Schillerhöhe nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von nächtlichen Atempausen (Schlafapnoe). Darüber hinaus können auch periodische Beinbewegungen und Restless Legs (RLS) sowie seltenere Krankheitsbilder wie Narkolepsie diagnostiziert werden. Pro Jahr werden hier rund 2100 Patienten untersucht.
Bildmaterial auf Anfrage

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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