Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie

Peritonealdialyse

Es findet sich weltweit eine steigende Zahl an Dialysepatienten. Die Peritonealdialyse ist ein seit vielen Jahren etabliertes Nierenersatzverfahren.

In den 80er Jahren war die Komplikationsrate verfahrensbedingt noch sehr hoch, neuere Konzepte plädieren mittlerweile dafür, bei anstehendem Nierenersatz wann immer möglich mit der Peritonealdialyse zu beginnen.

Als Zentrum für Peritonealdialyse tragen wir seit vielen Jahren auch wissenschaftlich mit folgenden Projekten zur Verbesserung des Verfahrens bei.

Peritonitis

Die Peritonitis stellt die wichtigste Komplikation des Nierenersatzverfahrens dar und ist einer der bedeutsamsten Gründe für einen Verfahrenswechsel. Fast alle Peritonitisepisoden sind bakteriell bedingt.

Bei einer großen Anzahl Patienten erstellen wir derzeit eine wiederholt aktualisierte, umfassende Statistik zur Häufigkeit der Peritonitisepisoden mit Darstellung des Keimspektrums, aus dem sich direkt eine adäquate Therapie für die umgebenden ambulanten Zentren ableiten lässt und die auf nationaler Ebene in den entsprechenden Expertentreffs Grundlage der Diskussion ist.

Defensine bei der Peritonealdialyse

Vor dem Hintergrund der infektiösen Komplikationen stellt die Aufdeckung der lokalen Abwehrmechanismen einen grundlegenden Baustein zur Verbesserung des Nierenersatzverfahrens dar.

Defensine und die Toll-Like-Rezeptoren stellen neue Familien der unspezifischen Immunantwort dar, die als lokaler Abwehrmechanismus bei der Peritonealdialyse-assoziierten Peritonitis eine entscheidende Rolle spielen könnten.

Bei gesunden Probanden, Patienten mit chronischer Entzündung, Patienten mit akuter Appendizitis, bei niereninsuffizienten Patienten und bei Peritonealdialysepatienten wird mRNA quantifiziert und immunhistochemische Untersuchungen durchgeführt, so dass Expressionsmuster erstellt werden können.

Verkapselnde Peritonealsklerose

Die verkapselnde Peritonealsklerose (EPS) ist eine seltene, jedoch sehr bedrohliche Komplikation von Langzeit-Peritonealdialysepatienten.

Es kommt zu einer massiven peritonealen Fibrose mit Ummantelung von Dünn- und Dickdarmschlingen.

Diese Ummantelungsvorgänge werden begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Subileus- und Ileuszuständen. Die Patienten zeigen einen zunehmenden Verlust der Ultrafiltration und Dialyseeffektivität.

Patienten mit einer verkapselnden Peritonealsklerose werden uns überregional zugewiesen, so dass wir auch eine Grundlage für weitergehende Untersuchungen zur Pathogenese haben.

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Robert-Bosch-Krankenhaus
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