Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin
Myelome
Unter einem Plasmozytom (multiples Myelom) versteht man eine bösartige Erkrankung, bei der bestimmte Zellen im Knochenmark, Plasmazellen, zu einem Krebs entartet sind.
Aus den Lymphozyten (einem Teil der weißen Blutkörperchen) entwickeln sich die Plasmazellen. Diese produzieren normalerweise viele verschiedene spezielle Eiweiße (Proteine), die so genannten Antikörper, die vor allem Infektionen im Körper bekämpfen. Eine einzelne Plasmazelllinie produziert dabei nur einen einzigen Antikörper.
Entartet eine Plasmazelllinie, kann deren Eiweiß, das dann Paraprotein oder M-Protein genannt wird, im Blut und im Urin nachgewiesen werden. Diese entarteten Plasmazellen findet man fast immer an vielen Stellen im Knochenmark.
Die Krebszellen können das normale Knochenmark verdrängen und führen dann unter anderem zur Blutarmut (Anämie). Die Plasmazellen können durch ihr Wachstum im Knochen auch Knochenbrüche auslösen.
Ursachen
Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Das Plasmozytom betrifft vor allem ältere Menschen.
Symptome
Führendes Symptom sind häufig Knochenschmerzen, die mit der Zeit anhaltend und intensiver werden. Spezielle Blut- und Urinuntersuchungen geben Hinweise, eine Knochenmarkspunktion (Biopsie) zu veranlassen. Bei der Untersuchung des Knochenmarks unter dem Mikroskop kann die Diagnose dann gestellt werden.
Röntgenuntersuchungen des Skeletts zeigen oft auch an, dass ein multiples Myelom vorliegen könnte.
Therapie
Die wichtigste Therapieform beim Plasmozytom ist die Chemotherapie.
Hierfür gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Substanzen, die wirksam eingesetzt werden. Standard als Primärtherapie ist derzeit die so genannte Hochdosistherapie mit nachfolgender autologer Stammzelltransplantation. Diese Behandlungsform wird bei den meisten Patienten, bis zu einem Alter von 70 Jahren, eingesetzt.
Die Strahlentherapie kommt lokalisiert bei Instabilität des Knochens zusätzlich zur Anwendung.
Prognose
Derzeit ist es noch unklar, ob durch die Hochdosistherapie auch Heilung erzielt werden kann. In Studien wurde gezeigt, dass durch diese Therapieform die längsten Remissionen (krankheitsfreie Zeit) auftreten. Auch durch die konventionelle Chemotherapie können Patienten viele Jahre mit dieser Krankheit leben.
