Kardiologie

Elektrophysiologische Herzkatheteruntersuchung

Mit der elektrophysiologischen Herzkatheteruntersuchung können, bei entsprechendem Verdacht, bestimmte Herzrhythmusstörungen nachgewiesen werden.

Solche Herzrhythmusstörungen entstehen durch erworbene (beispielweise nach einem Herzinfarkt) oder angeborene Veränderungen des Herzmuskelgewebes. Diese Veränderungen führen zu Störungen in der Abfolge der Ausbreitung der elektrischen Signale, die den Herzmuskel steuern.

Durch Herzrhythmusstörungen wird die einwandfreie Funktion des Herzmuskels beeinträchtigt. Dies kann mitunter zum völligen Verlust der Pumpfunktion des Herzens und damit letztlich zum Tod führen.

Durch Messung der Ströme im Herzen kann der Untersucher die Ausbreitung von solchen elektrischen Signalen darstellen. Hierzu werden mehrere Spezialkatheter über die Vene, ähnlich wie beim Rechtsherzkatheter, in das Herz eingebracht.

Nach entsprechender Positionierung der Katheter, die nun an der Herzinnenwand anliegen, werden die erforderlichen Messungen durchgeführt.

Der elektrophysiologische Herzkatheter dient folgenden Zwecken:

  • Aufzeichnung der Herzströme
  • Künstliche Stimulation des Herzmuskels zur Induktion von Rhythmusstörungen
  • Beendigung von gefährlichen Rhythmusstörung durch Abgabe von Stromimpulsen (Überstimulation)
  • Lokalisation des Ursprungs der Rhythmusstörungen

In einem weiteren Schritt kann eventuell die Ursache der Herzrhythmusstörung, zum Beispiel eine atypisch verlaufende Leitungsbahn, mit Spezialkathetern verödet werden.

Viele gefährliche Herzrhythmusstörungen lassen sich so beheben. Schmerzen entstehen dabei in der Regel nicht.

Die Elektroden wurden erfolgreich im Herzen platziert. Nun werden die Leitungsbahnen untersucht.

Infobox

Robert-Bosch-Krankenhaus
Abteilung für Kardiologie

Auerbachstraße 110
70376 Stuttgart

Telefon 0711/8101-3456
Telefax 0711/8101-3795