15. November 2012 | Robert-Bosch-Krankenhaus

3D-Bilder aus dem Bauch

Als erste Klinik im Raum Stuttgart wird im Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) die neueste 3D-Technik bei der Laparoskopie eingesetzt. Die neue Technologie liefert dem OP-Team in Echtzeit dreidimensionale Full HD-Bilder aus dem Bauchraum des Patienten und ermöglicht so hochpräzises und sicheres Operieren bei minimal-invasiven Eingriffen.

Im RBK werden minimal-invasive Operationsverfahren bereits seit vielen Jahren standardmäßig eingesetzt. Sie machen große Schnitte überflüssig, statt dessen können auch komplexe Eingriffe über zentimeterkleine Öffnungen durchgeführt werden. Dies verkürzt die Erholungsphase nach der Operation und ermöglicht Patienten eine frühzeitige Entlassung. Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) bietet sich für eine Vielzahl von Erkrankungen im Bereich der Gynäkologie sowie der Viszeralchirurgie an. Dabei werden mehrere kleine Zugänge für Instrumente sowie für eine spezielle Kamera geschaffen, die Bilder aus der Bauchhöhle auf einen Monitor überträgt. Im RBK kommt nun die neueste Technologie auf diesem Gebiet zum Einsatz: Das 3D-Laparoskopie-System EinsteinVision der Firma Aesculap überträgt in Echtzeit dreidimensionale Bilder auf den Monitor im Operationssaal. 

Räumliche Wahrnehmung ist ein deutliches Plus

„Wir versprechen uns von dem System noch mehr Präzision bei minimal-invasiven Eingriffen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Steurer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Insbesondere die Möglichkeit der räumlichen Wahrnehmung über eine Kamera ist für Operateure ein Quantensprung“, fügt Prof. Steurer hinzu. Die Technologie ersetzt jedoch keinesfalls Erfahrung und chirurgisches Können. Vielmehr ermöglicht sie, noch zielsicherer und effektiver zu arbeiten, in dem feine Gewebeschichten genau getrennt oder Nähnadeln exakt positioniert werden können.

EinsteinVision besteht neben der üblichen Ausstattung eines Laparoskopieturmes aus einem 32 Zoll Full HD-Monitor, der sowohl 2D- als auch 3D-Ansichten wiedergeben kann. Spezielle Polarisationsbrillen für das Operationspersonal wandeln das Bild für das Auge in eine dreidimensionale Darstellung um. Gesteuert werden Funktionen der Kamera und des Systems über eine Fernbedienung bzw. einen Joystick. Über die Kamerasteuereinheit kann von 2D auf 3D jederzeit umgeschaltet sowie Videos und Bilder zur Dokumentation aufgezeichnet werden. Herzstück des Systems ist der Kamerahaltearm. Dieser kann flexibel am Operationstisch befestigt werden und lässt sich vom Operateur wie ein Roboterarm bewegen. Einmal in Position gebracht, kann der Kamerakopf samt 3D-Stereoendoskop mit größtmöglicher Sicherheit um 360 Grad um die festgelegte Trokarposition rotieren. Der Roboter ermöglicht so ein wackelfreies Bild und keinerlei unerwünschte Bewegungen im Operationsfeld. Auch eine manuelle Führung des Kamerakopfes ist jederzeit möglich.

Bildmaterial auf Anfrage

Der Roboterarm wird über eine Fernbedienung gesteuert und ermöglicht so größtmögliche Präzision bei der Auswahl des Sichtfelds.
Die Polarisationsbrillen für die Operateure funktionieren auch im Kino – die Technologie, mit der das 3D-Bild produziert wird, ist die gleiche, die auch beim Filmdreh zum Einsatz kommt.
Prof. Dr. Wolfgang Steurer (links), Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie des RBK und Dr. Christoph Ulmer (rechts), Leitender Oberarzt der Abteilung, kontrollieren während der Operation kontinuierlich das 3D-Bild auf dem Monitor.
Die speziellen 3D-Brillen wandeln das Bild für das Auge in eine dreidimensionale Ansicht um.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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