25. Juni 2010 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Bundesweite Herzstudie vorgestellt

Plötzlicher Herztod kommt nicht immer „plötzlich“

Bis zu 200.000 Menschen sterben allein in Deutschland jährlich am so genannten Plötzlichen Herztod. Vermeintlich ohne Vorwarnung erleiden auch immer wieder junge, sportlich aktive Menschen einen tödlichen Herzstillstand. Mit ihrer jetzt veröffentlichten Studie können die beiden Kardiologen Priv.-Doz. Dr. Heiko Mahrholdt, Leitender Arzt Kardiale Bildgebung am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, und Dr. Oliver Bruder, Leitender Arzt Kardiale Bildgebung im Elisabeth-Krankenhaus Essen, nachweisen, dass der Plötzliche Herztod bei bestimmten Herzerkrankungen durchaus vorhersagbar ist.

In ihrer aktuellen, weltweit ersten MR-Studie zum Plötzlichen Herztod bei hypertropher Kardiomyopathie haben die beiden Mediziner die Daten von Patienten mit einem verdickten Herzmuskel eingehend untersucht. Das Ergebnis wurde nun im „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlicht: Menschen mit einer angeborenen, also genetisch bedingten Herzmuskelverdickung, sterben überproportional häufig am Plötzlichen Herztod. „Auf den Bildern aus dem Magnetresonanztomographen (MRT) konnten wir bei diesen Patienten jeweils Narben im linken Herzmuskel feststellen“, erklärt Dr. Bruder. Bisher schien es unmöglich, belastbare Vorhersagen zum Risiko des Plötzlichen Herztodes bei diesen Patienten zu treffen. Das Ergebnis der neuen Studie ändert dies grundlegend. Die schmerzfreie und schonende MRT-Untersuchung lässt Risikopatienten bereits im Vorfeld erkennen. „Patienten, bei denen im MRT-Bild Narben festgestellt werden, kann dann gegebenenfalls vorbeugend ein Defibrillator implantiert werden, der beim Herzstillstand automatisch und ohne Zeitverzug wiederbelebt“, erläutert Dr. Mahrholdt.

Pressekontakt

Robert-Bosch-Krankenhaus
Unternehmenskommunikation
Auerbachstraße 110
70376 Stuttgart

Telefon 0711/8101-3047
Telefon 0711/8101-3054
unternehmenskommunikation@rbk.de