29. April 2010 | Klinik Schillerhöhe

Die Regenerative Medizin einen Schritt vorangebracht

Von-Langenbeck-Preis geht an Wissenschaftler des Robert-Bosch-Krankenhauses am Standort Klinik Schillerhöhe

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hat Priv.-Doz. Dr. Thorsten Walles, Oberarzt der Abteilung für Thoraxchirurgie des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK), Standort Klinik Schillerhöhe, mit dem renommierten Von-Langenbeck-Preis ausgezeichnet. Sie würdigte damit seine wegweisenden wissenschaftlichen Tätigkeiten im Bereich der Regenerativen Medizin. Unter Federführung von Dr. Walles wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem für Patienten mit größeren Verletzungen an der Luft- und Speiseröhre aus körpereigenen Zellen ein Ersatzgewebe nachgezüchtet wird. Der Von-Langenbeck-Preis ist die höchstdotierte Auszeichnung der DGCH und wird jährlich für die beste eingereichte Arbeit auf dem gesamten Gebiet der Chirurgie oder ihrer Grenzgebiete verliehen.

Dr. Walles arbeitet unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Godehard Friedel seit 2004 an der Realisierung eines zukunftsweisenden Therapiekonzepts des so genannten Tissue Engineering. Er kooperiert dabei mit den Ärzten des RBK und der Klinik Schillerhöhe sowie mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart und des Universitätsklinikums Tübingen.

Körpereigenes Gewebe als Basis

Bei dem derzeit noch experimentellen Verfahren wird Patienten mit schweren Luft- und Speiseröhrenverletzungen künstlich hergestelltes körpereigenes Gewebe implantiert. Dabei werden größere Teile der menschlichen Luft- oder Speiseröhre nachgezüchtet und operativ eingesetzt. Bislang konnten ausschließlich kleine Defekte chirurgisch behandelt werden, da in der Luft- und Speiseröhre keine künstlichen Prothesen oder Spenderorgane einsetzbar sind. Bei dem neuen Verfahren kommt es hingegen durch die Entwicklung von Implantaten aus dem körpereigenen Gewebe des Patienten zu keiner Abstoßungsreaktion.

„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, durch die die jahrelange Forschungsarbeit eines großen Teams aus Ärzten und Wissenschaftlern gewürdigt wird“, so Dr. Walles. „Für Patienten mit schweren Luft- oder Speiseröhrenverletzungen – etwa nach Unfällen oder Tumorerkrankungen – gab es bislang keine Perspektive, ohne dauerhafte intensive Krankenhausbehandlung zu überleben. Sollte sich das entwickelte Verfahren im klinischen Einsatz bewähren, ist es auf andere Anwendungsgebiete in der Chirurgie übertragbar.“

Weltweite Forschungsaktivitäten

Weltweit forschen seit den 90er Jahren Ärzte zusammen mit Biologen, Ingenieuren und weiteren Wissenschaftlern an der Entwicklung verschiedener so genannter Tissue-Engineering-Behandlungsverfahren, bei denen menschliche Gewebe für die Reparatur oder den Ersatz geschädigter Körpergewebe künstlich hergestellt werden. Die klinische Studie der Klinik Schillerhöhe wird seit Juli 2009 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über das Förderprogramm „Entwicklung und Validierung von Methoden und Verfahren der Regenerationstechnologien für den Einsatz in der Medizin“ finanziert.

Verleihung des von-Langenbeck-Preises: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Reiner Gradinger, Präsident der DGCH, Preisträger Priv.-Doz. Dr. Thorsten Walles, Prof. Dr. C.M. Seiler, Prof. Dr. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH; Fotograf: P. Schmalfeldt

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
Verwendung ausschließlich im Rahmen der Berichterstattung über das in dieser Pressemitteilung berichtete Thema

Pressekontakt

Robert-Bosch-Krankenhaus
Unternehmenskommunikation
Auerbachstraße 110
70376 Stuttgart

Telefon 0711/8101-3047
Telefax 0711/8101-3779
unternehmenskommunikation -|- @ -|- rbk.de