31. März 2011 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Forschungspreis für Dr. Susanne Rueß

Für ihre medizinische Dissertation mit dem Titel „Stuttgarter Jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus“ erhielt Dr. Susanne Rueß von der Abteilung für Psychosomatische Medizin am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) einen Forschungspreis unter anderem vom Bundesministerium für Gesundheit.

Der Forschungspreis „Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus“ wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer am 23. März 2011 zum dritten Mal ausgelobt. Für ihre Dissertation „Stuttgarter Jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus“ erhielt Dr. Susanne Rueß von der Abteilung für Psychosomatische Medizin des RBK die prestigeträchtige Auszeichnung, sowie ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Dieser Betrag ist der höchste, der in Zusammenhang mit dem Forschungspreis vergeben wird. Die Verleihung fand im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der während des Nationalsozialismus von Ärzten begangenen Verbrechen in der Neuen Synagoge in Berlin statt. Zu den Teilnehmern zählten sowohl Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler als auch Prof. Dr. Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, der als Mitglied der Jury den Forschungsbericht „Medizin und Nationalsozialismus“ vorstellte.

Plädoyer für Zivilcourage und gegen das Vergessen
In der Laudatio begründete die Jury die Preisverleihung an Dr. Rueß mit der Dichte an Informationen hinsichtlich einzelner Schicksale, insbesondere in der Zeit nach 1945, der sogenannten „Wiedergutmachung“. „Die Arbeit ist nicht nur ein herausragendes Gedenkbuch, das die Opfer aus der Anonymität herausholt, sondern auch die nachwachsende Ärztegeneration dafür sensibilisiert, dass Zivilcourage durchaus möglich und ein bleibendes Thema der ärztlichen Ethik ist“, so Jurymitglied Dr. Manfred Richter-Reichhelm in seiner Rede zur Preisverleihung. In ihrer Dissertation beleuchtet Dr. Susanne Rueß unter anderem die Geschichte des jüdischen Arztes Dr. med. Dr. phil. Otto Leeser, der 1933 nach Holland emigrierte und 1949 zum Ärztlichen Direktor des RBK ernannt wurde.

Die Dissertation von Dr. Susanne Rueß ist 2009 im Verlag Königshausen & Neumann in Würzburg erschienen (ISBN: 978-3-8260-4254-6).

V.l.: Prof. Dr. Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Robert Bosch Stiftung, Dr. Susanne Rueß, Prof. Dr. Heinz Weiß, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin am RBK.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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