28. Mai 2014 | Klinik Schillerhöhe

Früherkennung von Lungenkrebs weiterhin schwierig – Rauchen immer noch größter Risikofaktor

Eine frühe Erkennung von Lungenkrebs verbessert Prognose und Therapiechancen. Präventive CT-Untersuchungen sind jedoch in Deutschland noch nicht zugelassen. Das Rauchen aufzugeben ist laut Experten immer noch die effektivste Vorsorgemaßnahme.

Geltende US-Leitlinien empfehlen starken Rauchern, sich einem präventiven CT-Screening zu unterziehen. Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) verspricht sich davon eine Senkung der Todesfälle, die durch eine onkologische Lungenerkrankung verursacht werden. Die Allianz aus den führenden US-Krebsforschungsinstitutionen leitet diese Empfehlung aus einer Studie aus dem Jahr 2011 ab, welche über drei Jahre verlief und eine relative Senkung der Mortalitätsrate um 20 Prozent aufzeigte. Prof. Dr. Martin Kohlhäufl, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Pneumologische Onkologie der Klinik Schillerhöhe, sieht dies jedoch kritisch: „Die Vorverlegung des Diagnosezeitraums ist auf jeden Fall sinnvoll, trotzdem profitiert nicht jeder Patient von einer Niedrigdosis-CT-Untersuchung.“ Zwar sei die Mortalitätsrate in den entsprechenden Studien nachweisbar gesunken, die Zahl der falsch-positiven und falsch-negativen Befunde dürfe jedoch im Hinblick auf das Patientenwohl nicht außer Acht gelassen werden. Auch ein mögliches Strahlenrisiko, das aus Folgebehandlungen aufgrund falsch-positiver Befunde resultiert, müsse in Betracht gezogen werden. „Im Einzelfall kann eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung für einen Patienten von Vorteil sein. Hier sollte jedoch sichergestellt werden, dass die Voraussetzungen stimmen“, so Prof. Kohlhäufl.

Vorteile der Untersuchung in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum

Ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungenzentrum, wie es an der Klinik Schillerhöhe existiert, verfügt über die nötige Expertise, um bei einer möglichen Früherkennung von Lungenkrebs die richtigen Einschätzungen zu tätigen. „Im Voraus führen wir mit der Person ein ausführliches Aufklärungsgespräch, in dem wir alle Risikofaktoren und sämtliche Möglichkeiten hinsichtlich präventiver Untersuchungen genau erfassen“, erklärt Prof. Kohlhäufl und fügt hinzu: „Nach Studiendaten aus den USA profitieren nur Personen in der Altersgruppe von 55 bis 75 Jahren mit mindestens 30 Packungsjahren von jährlichen CT-Screening-Untersuchungen.“
Ein Packungsjahr beschreibt ein Jahr, in dem an jedem Tag eine gesamte Zigarettenpackung geraucht worden ist. Die derzeit laufenden europäischen Studien werden weitere wertvolle Daten zur Früherkennung von Lungenkrebs bei Rauchern für eine abschließende Bewertung beisteuern.


Tabakabstinenz ist die effektivste Vorsorge – Raucherentwöhnungskurse können unterstützen

Die effektivste Vorsorgemethode ist zugleich die einfachste: der Stopp des Tabakkonsums. „Dies ist immer noch die sicherste Methode, um den Tod durch eine Lungenerkrankung zu vermeiden“, macht Prof. Kohlhäufl deutlich. Das Rauchen ist weiterhin Hauptrisikofaktor für eine Vielzahl weiterer Erkrankungen, darunter auch das Pankreaskarzinom. Unterstützung erhalten Nichtraucher in spe bei speziellen Raucherentwöhnungskursen, wie sie auch an der Klinik Schillerhöhe angeboten werden. Unter Leitung eines Diplom-Psychologen wird der dauerhafte Verzicht auf die Zigarette angestrebt. Dabei steht ein ganzheitlicher Ansatz im Mittelpunkt, der  sowohl körperliche als auch psychische Aspekte beleuchtet.

Wer sich über einen solchen Kurs informieren möchte, hat am Donnerstag, 5. Juni die Möglichkeit: dann findet in der Klinik Schillerhöhe ein kostenloser Einführungsvortrag für den fünf Sitzungen umfassenden Kurs statt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter der Telefonnummer 07156/203-7162 oder unter www.rbk.de

Eine Niedrigdosis-CT-Untersuchung kann einen wertvollen Beitrag zur Früherkennung von Lungenkrebs leisten. Dies ist aber nun bei wenigen Personen der Fall.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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