30. Januar 2013 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Hodenkarzinome geben Aufschluss über neue Behandlungsstrategien bei Krebserkrankungen

Hodenkarzinome reagieren außergewöhnlich gut auf eine Behandlung mit Chemotherapie. Forscher des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP) am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) haben nun herausgefunden, warum. Die Wissenschaftler arbeiten jetzt daran, diese Eigenschaften des Hodenkarzinoms in anderen, chemoresistenten Tumorarten hervorzurufen.

In vielen Fällen können Patienten, bei denen ein Hodenkarzinom festgestellt wurde,  auch in fortgeschrittenen, metastasierten Krankheitsstadien vollständig geheilt werden. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel im renommierten US-amerikanischen Fachmagazin „Cancer Research“ konnten Forscher des IKP nachweisen, dass ein bestimmtes Protein für die Empfindlichkeit dieser Tumorart gegenüber einer Chemotherapie verantwortlich ist. 90 Prozent aller Hodenkarzinome enthalten das Protein Oct4, das bislang bereits mit diesen positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht wurde. Eine zufriedenstellende Erklärung dieses Zusammenhangs konnte zunächst jedoch nicht erbracht werden. Die Präsenz von Oct4 bedingt wiederum die Produktion eines weiteren Proteins namens Noxa, das, so haben die IKP-Forscher nun herausgefunden, für die Reaktion der Hodenkarzinom-Zellen verantwortlich ist. „Noxa macht die Tumorzellen empfindlich für die Medikamente der Chemotherapie und sorgt dafür, dass gezielt der programmierte Zelltod einsetzt, jedoch nicht bei den normalen Zellen, in denen Noxa kaum nachweisbar ist,“ erklärt Dr. Heiko van der Kuip, der am IKP die Forschung zu diesem Thema gemeinsam mit Prof. Dr. Walter E. Aulitzky (Chefarzt der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am RBK) leitet. Im Rahmen seiner Doktorarbeit erbrachte Matthias Gutekunst den Großteil der Forschungsarbeit für dieses Projekt.

Die Wissenschaftler untersuchen nun, ob die Kenntnis dieses Mechanismus die Entwicklung einer besseren Behandlungsstrategie auch bei anderen Krebserkrankungen ermöglicht. „Um diese Hypothese zu prüfen, planen wir andere Tumorzellen so zu manipulieren, dass eine den Hodentumoren ähnliche Überempfindlichkeit auf Chemotherapie resultiert. Erste Ergebnisse am Beispiel des Mantelzell-Lymphoms deuten darauf hin, dass dies möglich ist,“ so Dr. van der Kuip. Die Arbeit wurde von der Robert Bosch Stiftung unterstützt.

Sehr gerne können wir Ihnen zu diesem Thema einen Gesprächspartner für ein Interview vermitteln. Nehmen Sie in diesem Fall einfach Kontakt mit uns auf.

Durch ihre schlaufenartige Form kann die Elektrode schnell und unkompliziert an den Nerv „eingehakt“ werden.
Histologisches Bild eines Hodenkarzinoms (CD30-Färbung).
Durch die neuartige Form und die hohe Flexibilität des Materials kann die nur 0,5 Zentimeter breite Sonde auch bei komplizierten Operationen problemlos zum Neuromonitoring eingesetzt werden.
V.l.: Prof. Dr. Walter E. Aulitzky (Chefarzt der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am RBK), Matthias Gutekunst (Doktorand am IKP), Dr. Heiko van der Kuip (IKP).

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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