17. April 2012 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Paul-Martini-Preis 2012 für Priv.-Doz. Dr. Jan Wehkamp

Für seine Forschung zu körpereigenen Antibiotika wurde der 38-Jährige Priv.-Doz. Dr. Jan Wehkamp am Montag, 16. April 2012 mit dem renommierten Paul-Martini-Preis ausgezeichnet.

Am vergangenen Montag, 16. April 2012 hat die Paul-Martini-Stiftung im Rahmen der 118. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin den Paul-Martini-Preis 2012 verliehen. Zu den beiden diesjährigen Preisträgern zählt Priv.-Doz. Dr. Jan Wehkamp vom Dr. Magarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (Leitung Prof. Dr. Matthias Schwab), dem Forschungsinstitut des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK). Ausgezeichnet wurde Dr. Wehkamp für eine Entdeckung, die er und seine Arbeitsgruppe erstmals im Januar 2011 in dem international renommierten Wissenschaftsmagazin „Nature” publiziert haben. Kern dieser Entdeckung ist die Tatsache, dass der körpereigene Oberflächenschutz, welcher durch ein spezielles antibiotisches Eiweiß vermittelt wird, erst in einem sauerstoffarmen Milieu aktiviert wird. Erst in einer solchen Umgebung können somit durch dieses körpereigene Eiweiß Pilze und bestimmte Bakterien abgetötet werden.
Darüber hinaus zeigten die Forscher, dass dieser körpereigene Schutz bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa defekt ist. Somit ist im Fall einer Entzündung die Immunabwehr gegen Pilze und Bakterien gestört und es kommt zu einer weiteren Schwäche der Darmbarriere, welche für die Entzündung verantwortlich gemacht wird. Dies konnte in enger Kooperation mit der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am RBK unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Eduard F. Stange nachgewiesen werden. Das Forscherteam geht davon aus, dass sich dieser jetzt identifizierte Mechanismus in Zukunft zur Therapie von verschiedenen entzündlichen und infektiösen Erkrankungen nutzen lässt.   

Wegweiser für die Pharmakotherapie der Zukunft

„Für die Pharmakotherapie der Zukunft gibt es noch viele Schätze zu heben!“, so Professor Dr. Peter C. Scriba, wissenschaftlicher Berater der Paul-Martini-Stiftung, in seiner Laudatio. „Sie liegen zum einen in Wirkstoffen, die zwar schon gegen eine bestimmte Krankheit zugelassen sind, aber auch Patienten mit anderen Krankheiten helfen könnten. Und sie liegen zum anderen in zahlreichen natürlichen Stoffen, auch im menschlichen Körper, die ein Vorbild für neue Wirkstoffe darstellen. Für beides haben die Preisträger exzellente Beispiele geliefert!“

Der Paul-Martini-Preis

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, anlässlich der jährlichen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin verliehen. Der Preis zeichnet hervorragende Forschungsleistungen in der Klinischen Pharmakologie aus. Hierzu gehören beispielsweise die Entwicklung neuer Arzneimittelanwendungen, Identifizierung neuer Arzneimitteltargets und die Optimierung von Therapieschemata, aber auch die Entwicklung und Anwendung klinisch-pharmakologischer Methoden zur Beurteilung therapeutischer Maßnahmen sowie Therapiestudien und ihre sozioökonomischen Aspekte. Eine Jury aus sechs namhaften Wissenschaftlern befindet über die Zuerkennung dieser Auszeichnung.

Bildmaterial auf Anfrage

Priv.-Doz. Dr. Jan Wehkamp, Preisträger des Paul-Martini-Preises 2012.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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