18. Oktober 2013 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Prof. Dr. Clemens Becker und Priv.-Doz. Dr. Kilian Rapp erhalten den Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin

Ausgezeichnet wird eine groß angelegte Studie zur Prävention von sturzbedingten Hüftfrakturen bei Heimbewohnern, die unter der Federführung der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) entstand.

Der Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin wird erstmals am 17. Oktober 2013 von der gleichnamigen Stiftung und dem Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg verliehen.

Ausgezeichnet werden Prof. Dr. Clemens Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am RBK und Priv.-Doz. Dr. Kilian Rapp, Oberarzt der Abteilung, für ihre Forschung zur Prävention von sturzbedingten Hüftfrakturen bei Heimbewohnern. In einer groß angelegten Studie konnten sie nachweisen, dass sich ein leichtes Trainingsprogramm bereits nach kurzer Zeit positiv auf Balance und Kraft älterer Menschen auswirkt. In 256 bayerischen Pflegeheimen wurde ein multifaktorielles Sturzpräventionsprogramm eingeführt, das neben regelmäßigem körperlichem Training unter anderem eine genaue Untersuchung der verabreichten Medikamente sowie eine erhöhte Zufuhr an Vitamin D beinhaltete. Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres erlitten die Bewohner 19 Prozent weniger sturzbedingte Oberschenkelhalsfrakturen, als noch in den Vorjahren. „Umgelegt bedeutet das für die 1.000 bayerischen Pflegeheime 1.500 Hüftfrakturen weniger in den letzten Jahren“, fasst Prof. Becker die Ergebnisse zusammen.

Der Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin

Mit dem Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin werden herausragende, bereits fertiggestellte wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die sich besonders mit den Belangen hochaltriger Menschen befassen und damit neue Aspekte in Forschung, Lehre und Versorgung eröffnen. Bewerben konnten sich im deutschsprachigen Raum tätige Mediziner, die im Bereich der konservativen Altersmedizin arbeiten, und Vertreter angrenzender Wissenschaften aus den Bereichen der Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie aus Geistes-, Sozialwissenschaften und der Gesundheitsökonomie. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro. „Dass eine renommierte Unternehmensstiftung nun den höchst dotierten Preis der Altersmedizin in Deutschland ausschreibt, bestätigt, dass das Thema Alter eine hohe gesellschaftliche Relevanz hat – insbesondere im Hinblick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage vieler Reha-Einrichtungen“, so Prof. Becker, der bereits seit mehr als 15 Jahren Studien zum Thema Sturzprävention im Alter durchführt.

Regelmäßige Bewegung ist der Schlüssel

Ein Sturz ist für ältere Menschen oftmals folgenschwer: Knochenbrüche im hohen Alter führen in vielen Fällen zu einer nachhaltigen Einschränkung der körperlichen Funktion und einem Verlust an Selbstständigkeit. Statistiken zeigen, dass knapp ein Drittel aller Menschen über dem 65. Lebensjahr mindestens ein Mal pro Jahr stürzen. Dies lässt sich in vielen Fällen auf mangelnde Balance und geringe Kraft zurückführen, eine Entwicklung, von der vor allem Frauen betroffen sind. Um die eigene Kraft zu verbessern, sollte man zwei bis drei Mal pro Woche die entsprechenden Muskelgruppen trainieren. Dies kann mit dem eigenen Körpergewicht, freien Gewichten wie Manschetten oder Kurzhanteln, aber auch mit Geräten erfolgen.
Um gegen diese Entwicklung anzusteuern, gibt es viele Möglichkeiten: Tanzen gehen oder Tanzen lernen, Zeit mit Sportarten wie Qi Gong und Tai Chi Chuan verbringen sowie Übungen, die das Gleichgewicht herausfordern. „Am besten sollte man sich darin täglich üben“, erklärt Prof. Dr. Clemens Becker. „Die Verbesserung der Kraft ist vor allem für Frauen ab dem 60. Lebensjahr von großer Bedeutung. Diese Maßnahmen zweimal pro Woche durchgeführt, beugen der Hilfsbedürftigkeit im Alter wirkungsvoll vor“, so Prof. Becker.
Weitere Informationen zu der mit dem Theo-und-Friedl-Schöller-Forschungspreis für Altersmedizin ausgezeichneten Studie „Reduction of Femoral Fractures in Long-Term Care Facilities: The Bavarian Fracture Prevention Study” finden Sie hier.

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