23. November 2011 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Sicher durch die Glatteis-Zeit

Der Winter und damit die gefährliche Glatteis-Zeit haben gerade begonnen. Insbesondere ältere Menschen, die ohnehin im Alltag sturzgefährdet sind, müssen nun besonders achtsam sein. Bereits einfaches Training kann die Balance und Kraft älterer Menschen deutlich verbessern und Stürzen vorbeugen.

Auch wenn der Winterdienst jedes Jahr auf’s Neue Eis und Schnee den Kampf ansagt, geschehen trotzdem zahlreiche Unfälle. Diese haben nicht selten einen Aufenthalt im Krankenhaus zur Folge. Vor allem ältere Personen, bei denen ein Knochenbruch oftmals zu einer nachhaltigen Einschränkung der körperlichen Funktion und einem Verlust an Selbstständigkeit führen, sind häufig betroffen: Statistiken zeigen, dass knapp ein Drittel aller Menschen über dem 65. Lebensjahr mindestens ein Mal pro Jahr stürzen. Dies lässt sich in vielen Fällen auf mangelnde Balance und geringe Kraft zurückführen.

Regelmäßige Bewegung ist der Schlüssel

Um gegen diese Entwicklung anzusteuern, gibt es viele Möglichkeiten: Tanzen gehen oder Tanzen lernen, Zeit mit Sportarten wie Qi Gong und Tai Chi Chuan verbringen sowie Übungen, die das Gleichgewicht herausfordern. „Mindestens zehn Minuten täglich sollte man sich darin üben“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Clemes Becker, Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilitation am Robert-Bosch-Krankenhaus. „Die Verbesserung der Kraft ist vor allem für Frauen ab dem 60. Lebensjahr von großer Bedeutung“, so Dr. Becker. Um die eigene Kraft zu verbessern, sollte man zwei bis drei Mal pro Woche die entsprechenden Muskelgruppen trainieren. Dies kann mit dem eigenen Körpergewicht, freien Gewichten wie Manschetten oder Kurzhanteln oder mit Geräten erfolgen. „Diese Maßnahmen beugen der Hilfsbedürftigkeit im Alter vor“, erklärt Dr. Becker, der bereits seit 15 Jahren Studien zum Thema Sturzprävention im Alter durchführt.

Ist ein Training notwendig?

„Einfache Tests helfen, um herauszufinden, ob man an seinem Gesundheitszustand arbeiten sollte“, erklärt Dr. Becker. Folgende Dinge sollten getestet werden:

  • Können Sie ohne Probleme auf einem Bein zehn Sekunden stehen
  • Können Sie zügig von einem Stuhl aufstehen, ohne mit den Armen „nachzuhelfen“?
  • Können Sie in zehn Sekunden zehn Meter in normalem Gehtempo gehen oder benötigen Sie länger für die Strecke?
  • Gehen sie pro Tag mindestens 120 Minuten, wenn Sie alle Wege zusammenrechnen?

„Wenn Sie diese Fragen bejahen, sollten Sie weiterhin aktiv bleiben. Wenn Ihnen eine der oben genannten Aktivitäten schwer fällt, sollten Sie unbedingt ein Trainingsprogramm beginnen“, so Dr. Becker 

Dass ein gezieltes Trainingsprogramm bereits in kurzer Zeit Erfolge bringen kann, konnte Dr. Becker kürzlich in einer Studie nachweisen. In 256 bayerischen Pflegeheimen wurde ein multifaktorielles Sturzpräventionsprogramm eingeführt, das neben regelmäßigem körperlichem Training unter anderem eine genaue Untersuchung der verabreichten Medikamente sowie eine erhöhte Zufuhr an Vitamin D beinhaltete. Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres erlitten die Bewohner 18 Prozent weniger sturzbedingte Oberschenkelhalsfrakturen, als noch in den Vorjahren. „Umgelegt bedeutet das für ein Pflegeheim mit 100 Betten etwa 1,5 Hüftfrakturen weniger in zwei Jahren“, fasst Dr. Becker die Ergebnisse zusammen.

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