28. Oktober 2013 | Robert-Bosch Krankenhaus

Übung für den Ernstfall: Wie ein Patient mit Lassa-Fieber sicher in Stuttgart isoliert wird

Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) verfügt als einziges Krankenhaus in Baden-Württemberg über eine Station für Patienten mit hochansteckenden lebensbedrohlichen Krankheiten wie Ebola- oder Lassa-Fieber.

Deutschlandweit gibt es neun Einrichtungen, in denen hochkontagiöse Patienten ohne Ansteckungsgefahr für andere Personen behandelt werden können. Eine davon befindet sich im RBK: ein Teil der Station 3C kann nach einer Alarmierung durch das Landesgesundheitsamt innerhalb von vier Stunden zu einem hermetisch abgeriegelten Bereich umgerüstet werden, um eine Verbreitung hochansteckender Erreger, beispielsweise hämorrhagisches Fieber wie Ebola- oder Lassa-Fieber, zu verhindern. Um sicherzustellen, dass alle Abläufe sowie die Kommunikationswege im Ernstfall aufeinander abgestimmt und sämtliche technische Komponenten sofort einsatzbereit sind, finden im RBK regelmäßig Übungen statt, in denen das Personal den Umgang mit dem speziellen Equipment probt.

In Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart und dem Deutschen Roten Kreuz fand am vergangenen Samstag ein groß angelegter Testlauf statt, bei dem eine Person unter Annahme einer Infektion mit einem hämorrhagischem Fieber im Rettungswagen transportiert und ins RBK eingeschleust wurde. „Regelmäßige Übungen sind notwendig, um im Ernstfall und unter dem Druck der Ereignisse verzögerungsfreie Entscheidungs- und Kommunikationswege sicherzustellen“, erklärt Prof. Dr. Günter Schmolz, Präsident des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg. „Eine solche Einrichtung im Haus zu haben, ist natürlich eine große Verantwortung für uns als Krankenhaus“, macht Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Ärztlicher Direktor des RBK, deutlich. „Selbstverständlich müssen wir dieser Verantwortung mit regelmäßigen Testläufen wie diesem Rechnung tragen. Die gute Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Sozialministerium ist dabei sehr hilfreich“, fügt Prof. Alscher hinzu.

Bis zu vier Betten kann das RBK für Patienten mit hochansteckenden Erkrankungen vorhalten. Der Bereich ist durch mehrere Schleusen vom restlichen Akuthaus hermetisch getrennt. Um die Patienten behandeln zu können, müssen Ärzte und Pflegepersonal spezielle Anzüge tragen, in denen Überdruck herrscht. Gleichzeitig sind die Anzüge mit Motoren versehen, welche die Raumluft filtern. Daneben stellen mehrere Filteranlagen in den Räumlichkeiten und ein kontinuierlich aufrechterhaltener Unterdruck sicher, dass die Erreger nicht aus dem Bereich austreten können.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Übung“, sagt Prof. Alscher abschließend. „Dass wir regelmäßig in Form von Übungen und speziellen Weiterbildungen für unser Personal investieren, hat sich deutlich bemerkbar gemacht – Ablauf, Geschwindigkeit und Teamwork waren ausgezeichnet. Trotzdem hoffen wir natürlich alle, dass wir den Bereich und unser Know-how für einen solchen Ernstfall niemals einsetzen müssen.“

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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