13. November 2014 | Klinik Schillerhöhe

Welt-COPD-Tag am 19. November 2014

Früherkennung und Therapie von COPD: Deutschlandweit einmalige Verfahren werden an der Klinik Schillerhöhe durchgeführt.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO werden im Jahr 2030 knapp acht Millionen Menschen in Deutschland von einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) betroffen sein – eine Million mehr als noch im Jahr 2010. Weltweit ist sie die dritthäufigste Todesursache. „Obwohl die Erkrankung stetig mehr Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hat, wird COPD von Patienten häufig unterschätzt und nicht adäquat diagnostiziert“, erklärt Prof. Dr. Martin Kohlhäufl, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Pneumologische Onkologie der Klinik Schillerhöhe, einem Standort des Robert-Bosch-Krankenhauses. Zudem verschärft der demografische Wandel die Situation: „Da COPD in der Regel erst ab dem 40. Lebensjahr auftritt und in dieser Altersgruppe eine hohe Prävalenz, d.h. Krankheitshäufigkeit, von über 10 Prozent hat, wird die Erkrankung durch die immer älter werdende Bevölkerung noch weiter an Bedeutung gewinnen“, so Prof. Kohlhäufl. 

Das Phantom chronisch obstruktive Lungenerkrankung

Hinter den Buchstaben „COPD“ verbirgt sich kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine Gruppe von Erkrankungen, zu denen die chronische Bronchitis mit Obstruktion (Verengung der Bronchien) und das Lungenemphysem (Lungenüberblähung) gehören. Bei der COPD handelt es sich jedoch nicht um den so genannten „Raucherhusten“, sondern um eine ernste, lebenslang anhaltende Erkrankung. Häufig bestehen Symptome wie Husten und Luftnot schon über Jahre, bevor ein Arzt aufgesucht wird.
Hauptursache für die Entstehung von COPD ist der Tabakkonsum, wobei auch andere, länger andauernde Reizungen der Lunge mit Schadstoffen oder gefährlichen Gasen die Krankheit begünstigen. Auch erblich bedingte Einflüsse können Risikofaktoren und mögliche Auslöser sein.

Hohe Dunkelziffer

Die COPD ist eine Krankheit mit hoher Dunkelziffer, da nicht einmal jeder zweite Erkrankte richtig diagnostiziert wird. Oft gehen die Betroffenen erst dann zu einem Arzt, wenn ein akuter Infekt die Atemnot verstärkt. Da sich die COPD über Jahre schleichend entwickelt, nehmen viele Patienten die Symptome  nicht ernst. „Dabei kann ein Lungenfacharzt mit einem einfachen Lungenfunktionstest feststellen, ob die Atemnot durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung hervorgerufen wird“, so Prof. Kohlhäufl. Bei einem solchen Test wird gemessen, wie schnell der Betroffene wie viel Luft ausatmen kann.
„Die hohe Dunkelziffer an Betroffenen macht deutlich, dass die Aufklärungsarbeit zu diesem Krankheitsbild  intensiviert werden muss“, macht Prof. Kohlhäufl deutlich.

Früherkennung und Therapie: Deutschlandweit einmalige Verfahren werden an der Klinik Schillerhöhe durchgeführt

Die beste Maßnahme, um einer COPD vorzubeugen, ist das Rauchen nicht nur einzuschränken, sondern ganz aufzugeben. Daneben sollten Personen mit Symptomen wie Atemnot oder ständigem Husten einen Lungenfacharzt aufsuchen und einen Lungen-Check vornehmen lassen.
An der Klinik Schillerhöhe werden seit Jahren klinische Studien durchgeführt, um die Früherkennung von COPD zu verbessern. Die Wissenschaftler um Prof. Kohlhäufl haben nun eine innovative Lungenfunktionstestung entwickelt, die zur Früherkennung der Erkrankung kleiner Atemwege bei COPD und Asthma beiträgt. Mit einfachen Atemmanövern können jetzt Veränderungen der kleinen Atemwege gemessen werden, die durch Routinetests bislang nicht beurteilbar waren. Die Forschungsergebnisse wurden im aktuellen Novemberheft des renommierten Fachjournals der Europäischen Gesellschaft für Pneumologie (European Respiratory Society) veröffentlicht und erhielten internationale Aufmerksamkeit. Die Abteilung für Pneumologie und Pneumologische Onkologie der Klinik Schillerhöhe ist derzeit die einzige in Deutschland, die das Verfahren für Erwachsene in wissenschaftlichen Studien anbietet.
Ist die COPD diagnostiziert, wird diese neben der Medikamentengabe  vor allem mit Physiotherapie therapiert. „In fortgeschrittenen COPD-Stadien ist die Einschränkung der körperlichen Aktivität oftmals so groß, dass nur ein immobiler Lebensstil möglich ist. Diese Inaktivitätsspirale kann durch gezielte Physiotherapie unterbrochen werden“, betont Prof. Kohlhäufl. In der Klinik Schillerhöhe wird deshalb auch für Betroffene spezieller „Lungensport“ seit Jahren erfolgreich angeboten.

Sehr gerne können wir Ihnen zu diesem Thema einen Gesprächspartner für ein Interview vermitteln. Nehmen Sie in diesem Fall einfach Kontakt mit uns auf.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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