11. Dezember 2014 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Wie hilft herzhaftes Lachen dem Herzen?

Die Abteilung für Kardiologie des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) und die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN von Dr. Eckart v. Hirschhausen starten eine Pilotstudie: Profitieren Patienten mit Brustschmerzen (Angina pectoris) und psychosomatischen Herzbeschwerden von einem wissenschaftlich evaluierten Humortraining? Das Projekt wird vom Verein Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhauses e.V. gefördert, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Das Herz galt über Jahrhunderte als Sitz der Seele. Noch heute sprechen wir davon, dass uns etwas „zu Herzen geht“. Bei kaum einem anderen Organ hängen körperliche und seelische Erkrankungen so eng zusammen: Herzpatienten entwickeln oft Angststörungen und umgekehrt sind Feindseligkeit und Depression massive Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, wie internationale Studien belegen. Auch bei den Patienten am RBK sind Körper und Seele gemeinsam betroffen: „Wenn man Schmerzen im Brustkorb hat und diese trotz Therapie und Lebenswandel einfach nicht verschwinden, ist das natürlich beängstigend“, erklärt Dr. Peter Ong, Funktionsoberarzt der Abteilung für Kardiologie. „Im Nachgang zu der körperlichen Behandlung zeigen viele Betroffene hartnäckige psychische Probleme mit hohem Leidensdruck, denen wir von medizinischer Seite nur schwer begegnen können.“

In den letzten Jahren haben Forschungen über seelische Schutzfaktoren (Resilienzforschung) deutlich zugenommen. In der positiven Psychologie hat nachweislich Humor eine große Bedeutung für Stressresistenz und Krankheitsverarbeitung. „Entgegen der landläufigen Meinung, dass man Humor einfach hat oder auch nicht, ist erwiesen, dass sich die Fähigkeit über sich zu lachen und eine gesunde gelassene Distanz zu Problemen aufzubauen, trainieren lässt“, so der TV-Moderator Dr. Eckart v. Hirschhausen. Seine Stiftung HUMOR HILFT HEILEN fördert seit vielen Jahren praktisch und wissenschaftlich heilsame Stimmung im Krankenhaus. Am RBK erheitern professionelle Clowns jede Woche die Patienten auf den Stationen. Mit einem dieser Clowns, Torsten Fuchs, und Prof. Dr. Barbara Wild, Chefärztin der Fliedner Klinik in Stuttgart, startet jetzt eine deutschlandweit einzigartige Pilotstudie. Gelingt es in einem standardisierten achtwöchigen Trainingsprogramm, Herzpatienten beizubringen, wieder „herzhaft“ zu lachen? Und lässt sich dieser Effekt auch an körperlichen Befunden wie Belastungs-EKG, Stresshormonen und Anfallshäufigkeit sowie an seelischen Messgrößen nachweisen?

Das Pilotprojekt „Humorgruppe“ startet mit einer kleinen Gruppe von Patienten im Dezember 2014 am RBK. „Auf diese Weise erhalten wir verlässliche Daten, die Rückschlüsse darauf zulassen, ob Humor den Gesundheitszustand positiv beeinflussen kann“, so Dr. Ong. Die Ergebnisse werden in einer Studie voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres veröffentlicht und könnten bei positivem Ausgang einen wichtigen neuen Baustein für die Patientenversorgung etablieren.

Gefördert durch den Verein Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhauses e.V.

Die Finanzierung des Vorhabens wird durch den Verein Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhauses e.V. und HUMOR HILFT HEILEN ermöglicht. „Unser Förderverein hat erkannt, dass der Zusammenhang zwischen Herz und Psyche weiterer Erforschung bedarf. Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, diese interessante Frage zu beantworten“, macht Prof. Dr. Udo Sechtem, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie, deutlich.
Der Verein Freunde und Förderer des RBK hat sich zum Ziel gesetzt, innovative Projekte und Forschungsvorhaben am RBK zu fördern, die außerhalb der gesetzlichen Finanzierung liegen. „Unser Förderverein lebt von den großzügigen Spenden unserer Mitglieder. Nur so können wir ambitionierte Projekte wie die Humorgruppe unterstützen“, erklärt Christine Bühler, Leiterin Recht und Sonderbereiche der Geschäftsführung und Geschäftsführerin des Vereins. In diesem Herbst feierte der Förderverein sein zehnjähriges Bestehen. In diesem Zeitraum wurden rund 500.000 Euro Spenden für zahlreiche Projekte am RBK eingenommen, darunter das Betreuungsprojekt „Diagnose Krebs – Mitten im Leben“ oder den Konsiliardienst Palliativmedizin.

Spendenkonto Verein Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhauses e.V.

Freunde und Förderer des Robert-Bosch-Krankenhauses e.V.
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Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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