Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt Tumor- und minimal-invasive Chirurgie

Schilddrüsen-Chirurgie

Typische Krankheitsbilder der Schilddrüse:

Überfunktion („Hyperthyreose“)

Bei zu vielen Schilddrüsenhormone wird der Stoffwechsel des Körpers angetrieben. Ausgeprägte Nervosität und Schwitzen sind unter anderem die Folge.

Unterfunktion („Hypothyreose“)

Wenig oder gar keine Hormone aus der Schilddrüse führen zu einem verminderten Stoffwechsel und damit Antriebsarmut und Kälteempfindlichkeit.

Kropf („Struma“)

Die häufigste Ursache für eine Struma ist Jodmangel. Einen Kropf kann man deshalb auch bekommen, wenn die Schilddrüse scheinbar ganz normal arbeitet.

Schilddrüsenentzündung („Thyreoiditis“)

Eine Entzündung der Schilddrüse kann akut auftreten oder sich über Jahre entwickeln. Sie ist oft schmerzhaft, kann aber auch unbemerkt oder auch mit einer Über- oder Unterfunktion einhergehen.

Bösartige Schilddrüsenerkrankung

Krebserkrankungen der Schilddrüse haben bei richtiger, meist operativer Therapie eine sehr gute Prognose und können in den meisten Fällen komplett geheilt werden.

Nebenschilddrüsenunterfunktion („Hypoparathyreoidismus“)

Wenn zu wenig oder gar kein Parathormon ausgeschüttet wird, leidet der Organismus unter Calciummangel.

Nebenschilddrüsenüberfunktion („Hyperparathyreoidismus“)

Bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse, bei der zuviel Parathormon ausgeschüttet wird, leidet der Organismus an einem Überangebot von Calcium. Die Folgen sind: „Stein- Bein- und Magenpein“ oder wie es im Englischen heißt: „Stones, bones, abdominal groans, psychic moans with fatigue overtones“.

Regelhafte Durchführung des Neuromonitorings

Typische Komplikationen der Schilddrüsenchirurgie wie zum Beispiel die Stimmbandnervenverletzung „Recurrensparese“ mit der Folge einer Heiserkeit oder die Nebenschilddrüsenverletzung mit der Folge eines Calciummangels im Blut werden durch neueste Techniken auf ein Minimum reduziert. Die Häufigkeit dieser Komplikationen liegt bei uns unter einem Prozent.

Zur Vermeidung der Stimmbandnervenverletzung ist die Identifizierung des Stimmbandnerven („Nervus laryngeus recurrens“ oder „Recurrens-Nerv“) während der Operation immer schon Standard. Seit dem Jahr 2001 wird bei uns das so genannte Neuromonitoring des Stimmbandnerven bei allen Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsen-Operationen regelhaft durchgeführt.

Zusätzlich ist eine Neuentwicklung in der Erprobung. Mit diesem weltweit neuen Verfahren ist erstmalig eine kontinuierliche, d.h. dauerhafte, über die gesamte Operation sich erstreckende, intraoperative Überwachung des Nerven möglich. Mit dem Neuromonitoring des Stimmbandnervs sind wir heute in der Lage, nicht nur den Nerv in seinem Verlauf darzustellen und zu schonen, sondern darüber hinaus können wir auch noch während der Operation seine Funktion mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, was bisher in der Schilddrüsenchirurgie nicht möglich war.

Durch diese Neuromonitoring-Verfahren konnten wir die operative Strategie zugunsten eines noch schonenderen Vorgehens verändern. Dies kommt gerade Problemfällen und Tumorpatienten zugute.

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Robert-Bosch-Krankenhaus
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