Kardiologie

Herzkatheter: Acetylcholin-Test

Bei vielen Patienten, die unter immer wiederkehrenden Schmerzen im Brustkorb, vor allem in Ruhe, leiden, blieb bei unauffälligen Herzkranzgefäßen die Ursache bisher unbekannt.

Mithilfe des Acetylcholin-Testes (ACh-Test) jedoch können inzwischen funktionelle Störungen der Herzkranzgefäße festgestellt werden. Solche funktionellen Störungen beinhalten eine Störung der Innenschicht des Gefäßes (endotheliale Dysfunktion), Gefäßkrämpfe (Koronarspasmen) sowie Störungen der allerkleinsten nicht sichtbaren Gefäße am Herzen (Mikrozirkulationsstörungen).

Im ACh-Test findet eine körpereigene Substanz, das Acetylcholin (ACh), Einsatz. ACh wird in verschiedenen Dosierungen in das zu untersuchende Herzkranzgefäß mittels eines speziellen Infusionskatheters während einer Herzkatheteruntersuchung gespritzt.

Nach jeder Verdünnungsstufe werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt. Normale, nicht erkrankte Herzkranzgefäße reagieren mit einer Aufweitung; kranke Gefäße dagegen ziehen sich krampfhaft zusammen und unterbrechen so den Blutfluss, es kommt zu einem Vasospasmus.

So lassen sich häufig genau die Beschwerden auslösen, von denen der Betroffene berichtet hatte.

Vasospasmen können heute medikamentös behandelt werden – die eingangs geschilderten Beschwerden lassen sich meistens so beseitigen oder erheblich bessern.

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