Kardiologie

Herzkatheter: Myokardbiopsie

Unter einer Myokardbiopsie versteht man die Entnahme winziger Gewebeproben aus dem Herzmuskel. Diese Gewebeproben können dann in einem Speziallabor einer exakten Analyse unterzogen werden.

Durch spezielle Techniken können so nicht nur feinste Gewebe- und Zellveränderungen, sondern auch krankhafte Ablagerungen von Stoffwechselprodukten, Nachweis und Aktivität des körpereigenen Immunsystems und sogar im Herzmuskel vorhandene Viren nachgewiesen werden.

Die Möglichkeit der direkten Untersuchung macht die Biopsie daher häufig zu einer wichtigen Ergänzung der modernen bildgebenden Verfahren wie Herzecho oder Kernspintomographie.

Besonders bei der Abklärung einer neu aufgetretenen Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) stellt die Biopsie einen zentralen diagnostischen Baustein dar.

Die Myokardbiopsie wird üblicherweise im Rahmen der diagnostischen Herzkatheteruntersuchung durchgeführt.

Ein Spezialkatheter mit Miniaturzange wird unter Röntgendurchleuchtung in die Herzkammer dirigiert, dort werden üblicherweise mehrere winzige Proben entnommen.

Neben einer örtlichen Betäubung der Einstichstelle (meist Leistenbeuge) ist – wie beim "normalen" Herzkatheter – keine spezielle Betäubung oder Narkose notwendig, die eigentliche Probenentnahme ist nahezu schmerzlos.

Durch den direkten Kontakt der Herzwand kann möglicherweise kurz verstärktes Herzstolpern ausgelöst werden. Dies verschwindet sofort nach Entfernen der Zange.

Gravierende Komplikationen wie beispielsweise die Verletzung des Herzmuskels sind durch die Weiterentwicklung und Miniaturisierung der Instrumente erfreulicherweise extrem selten.

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