Kardiologie

Kernspintomographie

Indikation in der Kardiologie

Mittels kardialer Magnetresonanztomographie (MRT) kann die Größe und Funktion des Herzens gemessen sowie Erkrankungen des Herzmuskels oder der Herzklappen genau charakterisiert werden.

Des Weiteren ist die kardiale MRT die Methode der Wahl zur genauen Diagnose und Nachsorge bei angeborenen Herzfehlern. Da bei einer MRT-Untersuchung nur Magnetfelder und Radiowellen zum Einsatz kommen, sind Nebenwirkungen durch ionisierende Strahlen wie bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen ausgeschlossen.

Untersuchungsablauf

Vor Beginn der Untersuchung findet ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt oder Medizinisch technischer Assistentin und dem Patienten statt. In diesem Aufklärungsgespräch werden neben dem Grund für die Untersuchung vor allem mögliche Gegenanzeigen besprochen.

Während der eigentlichen Magnetresonanztomographie wird der Patient auf einer beweglichen Liege mehrfach durch eine etwa 160 cm x 70 cm messende Öffnung im Kernspintomographen gefahren.

Da das Gerät während der Untersuchung klappernde Geräusche verursacht, bekommt jeder Patient einen Kopfhörer, über welchen auf Wunsch Musik eingespielt werden kann. Eine entsprechende CD kann der Patient gerne mitbringen.

Zur Aufnahme der Bilder des Herzens muss wiederholt auf Anweisung die Luft für fünf bis 15 Sekunden angehalten werden. Je nach Fragestellung dauert eine kardiale MRT 20 bis 60 Minuten.

Auf Wunsch kann der Patient für die Dauer der Untersuchung ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. In diesem Fall muss jedoch sichergestellt sein, dass der Patient innerhalb der nächsten 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnimmt.

Gegenanzeigen

Eine MRT ist ein modernes und schonendes Verfahren zur Untersuchung des Herzens und es gibt nur wenige Gegenanzeigen für eine derartige Untersuchung.

Eine besondere Abklärung durch den untersuchenden Arzt ist zum Beispiel bei Trägern von Herzschrittmachern, künstlichen Herzklappen, anderen dauerhaft in den Körper implantierten Prothesen oder bei Schwangerschaft notwendig. In vielen Fällen kann aber auch bei diesen Patienten ein kardiales MRT gefahrlos durchgeführt werden.

Anmeldung kardiales MRT
Telefon 0711/8101- 3236

MRT-Untersuchung bei Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt wird ein Teil des Herzmuskels geschädigt, was zu einer Vernarbung des Herzmuskels in diesem Bereich führt.

Mittels kardialer MRT kann eindeutig festgestellt werden, wie weit die Vernarbung fortgeschritten ist und wie viel gesunder Herzmuskel noch zur Verfügung steht.

Diese Information ist wichtig zur Planung der weiteren Behandlung des
Herzinfarktes zum Beispiel mittels Medikamenten, Herzkatheter oder Bypass-Operation.

Der Verschluss einer Koronararterie hat zum Herzinfarkt und zum Absterben von Herzmuskelzellen geführt. Kernspintomographisch konnte jedoch Restvitalität im erkrankten Herzmuskelabschnitt festgestellt werden. Durch die Wiederherstellung der Blutversorgung in diesem Herzmuskelabschnitt kann der Zustand des Patienten also wahrscheinlich verbessert werden.

MRT bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen des Herzens

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sind eine häufige Erkrankung und führen zu so genannter Brustenge (Angina pectoris).

Bei unklaren Beschwerden kann mittels kardialer MRT-Untersuchung durch einen Belastungstest festgestellt werden, ob eine Herzkatheteruntersuchung zur weiteren Abklärung notwendig ist.

Die Belastungs-MRT-Untersuchung ist am ehesten vergleichbar mit einem Belastungs-EKG, wobei die Anstrengung nicht durch Ergometertreten, sondern durch Infusion eines Medikaments erzeugt wird.

Um ein aussagekräftiges Ergebnis der Belastungsuntersuchung zu erreichen, ist es wichtig, dass Patienten 24 Stunden vor dem Termin keinen Kaffee, Tee oder sonstige koffeinhaltigen Getränke wie Cola, Kakao etc. zu sich nehmen.

Auch einige blutdrucksenkende Medikamente wie Betablocker, Calciumblocker oder Nitroglycerin müssen vor einer Belastungs-MRT auf Anweisung des Arztes pausiert werden.

Hier wurde vom Arzt eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels festgestellt. Durch die hohe Auflösung des MRT ist eine genaue Bestimmung der Lokalisation, Größe und Schwere der Durchblutungsstörung möglich.

MRT zur Beurteilung anderer Herzmuskelerkrankungen

Mittels kardialem MRT können unterschiedliche Herzmuskelerkrankungen wie
Herzmuskelentzündung (Myokarditis), ein zu dicker oder zu dünner Herzmuskel (hypertrophe oder dilatative Kardiomyopathie) sowie Ablagerungen im Herzmuskel (Amyloidose, Sarkoidose, Hämochromatose) genau diagnostiziert werden.

Auch bei der Nachsorge bei entsprechenden Erkrankungen ist die regelmäßige Durchführung einer kardialen MRT von Bedeutung.

Hier wurden im krankhaft verdickten Herzmuskel gefährliche Narben festgestellt. Diese können zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Es gilt, rechtzeitig entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

MRT im Rahmen der Diagnostik und Nachsorge bei angeborenen Herzfehlern

Im Vergleich zur Herzultraschalluntersuchung bietet die kardiale MRT einen großflächigen Überblick über die räumliche Anordnung der Herzkammern, der großen Gefäße und der Herzklappen.

Zusätzlich können die Funktion der Herzkammern sowie krankhafte Verbindungen zwischen den Herzhöhlen (Shunts) genau untersucht werden.

Aus diesem Grund ist eine kardiale MRT einerseits zur Diagnose eines angeborenen Herzfehlers, zur Planung der Behandlung (Herzkatheter oder Operation) sowie im Rahmen der Nachsorge von Bedeutung.

Nach einer großen Herzoperation bei einem Kind wird hier die Funktion der rechten Herzkammer untersucht.

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