Kardiologie

Myokardszintigraphie

Besteht der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, lässt sich die Aussagekraft des Belastungs-EKGs weiter steigern, wenn gleichzeitig ein schwach radioaktives Medikament (ein Gammastrahler, der so genannte Radiotracer) gegeben wird.

Dieser Radiotracer reichert sich nur im gesunden Myokardgewebe an. Im Anschluss an die Belastungsuntersuchung wird mit einer speziellen Kamera die radioaktive Strahlung, die für sehr kurze Zeit vom Herzmuskelgewebe ausgeht, gemessen.

Aus tausenden so gewonnenen Messwerten wird ein 3D-Datensatz über die Verteilung des Radiotracers im Herzmuskel errechnet.

Die Auswertung dieses Datensatzes ist verhältnismäßig einfach, da Herzmuskelgewebe mit einer guten Durchblutung viel und schlecht durchblutetes Herzmuskelgewebe wenig bis gar keinen Radio-Tracer aufnimmt.

In einem zweiten Schritt wird, diesmal in Ruhe, eine erneute Myokardszintigraphie durchgeführt. Vergleicht man beide Datensätze, lassen sich so Durchblutungsstörungen, die unter Belastung auftreten von solchen, die sich bereits in Ruhe manifestieren oder von Narbengewebe (welches keinen Radiotracer aufnimmt) unterscheiden.

Myokardszintigramm: Im Bereich der Hinterwand sammelt sich weniger Tracer an – hier zeigt sich eine Durchblutungsstörung schon in Ruhe und noch ausgeprägter unter Belastung.

Der Aussagewert in diesem Verfahren ist, verglichen mit dem Belastungs-EKG, sehr hoch. Die Strahlenbelastung ist sehr gering.

Insbesondere kann die Myokardszintigraphie dann weiterhelfen, wenn das Belastungs-EKG, bei hochgradigem Verdacht auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, keinen fassbaren Hinweis auf Durchblutungsstörungen im Herzmuskel erbracht hat.

Außerdem können bei sehr schweren Koronargefäßerkrankungen, die mit schmerzhaften Durchblutungsstörungen (Angina pectoris) einhergehen, diejenigen Muskelabschnitte identifiziert werden, die die Beschwerden verursachen.

So kann in der möglicherweise notwendigen Herzkatheteruntersuchung auch bei Engstellen an mehreren Koronargefäßen herausgefunden werden, welche dieser erkrankten Gefäßabschnitte die schmerzhaften Durchblutungsstörungen verursachen.

Durch diese Informationen erreicht man in schwierigen Fällen eine deutliche Qualitätsverbesserung der invasiven Therapie. Ähnlich wie die Myokardszintigraphie können auch die Stress-Echokardiographie und das Stress-MRT schlecht durchblutete Herzmuskelareale nachweisen.

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