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Kunst in Erweiterungsbauten

Jörg Mandernach, camera, 2001, Nukleardiagnostik, Gebäude L (EG)  

Wand und Schiebetüren, hinter denen sich die nukleardiagnostischen Messgeräte befinden, sind mit einer wandhohen farbigen Klebezeichnung überzogen. Der Künstler setzt die menschliche Figur intelligent in Bezug zu archaisch anmutenden Motiven wie die camera obscura.

Die blauen Pferde stehen für Dynamik und Kraft. Die archetypischen Formen setzen beim Betrachter unbewusst Assoziationen frei. In dem hochtechnisierten Bereich, wo Patient:innen aus Strahlenschutzgründen oft stundenlang isoliert warten, wirkt die bewegliche Bildgeschichte beruhigend und ablenkend auf sie.


Hannes Trüjen, painting placement, 2016, Gebäude Atrium, Elternschule (EG)

Die funktionalen Räume der Elternschule werden durch die künstlerische Gestaltung sinnlich ansprechend und nutzbar für Eltern- und Babykurse. Eine grüne Landschaftssilhouette verändert die Raumproportionen zugunsten des menschlichen Maßes; sie setzt sich als verbindendes Element in allen Räumen und formal auf der Sichtschutzfolie fort.

Über dem Horizont steht jeweils eine aufgeklebte Kreisfläche mit malerischem Farbfluss, die an Himmelskörper erinnert und den Räumen ein optisches Zentrum gibt. Ihre glänzende Struktur steht in reizvollem Kontrast zu den matten Wandflächen. Im multifunktionalen Schulungsraum führen farbige Ringe die Planetenform – geschickt angepasst an die Lichtkegel – weiter.


Chen Ruo Bing, Serie von 19 Leinwandbildern, 2021, Aufnahmestation 0E, Gebäude E

In die Aufnahmestation kommen Patient:innen aus der Notaufnahme meist nur für eine Nacht, um am nächsten Tag auf Fachstationen weitergeleitet zu werden. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Die Bilder des chinesischen Künstlers Chen Ruo Bing laden in jedem Zimmer zu Ruhe und Kontemplation ein.

Von der Tradition der fernöstlichen Tuschmalerei geprägt, vereinen sie eine minimalistische Formensprache mit der westlichen Tradition der reinen Farbfeldmalerei. Elementare Grundformen werden darin mit höchsten zwei – lasierend in mehreren Schichten aufgetragenen – Farben in Beziehung gesetzt. Dadurch entstehen lichthaltige Farbräume. Nach den Worten des Künstlers haben seine Formen Charakter, „können atmen, haben Lebenskraft. Sie sind sanfte und ruhige Symbole positiver Energie.“