13. April 2021 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Ganzheitliche Behandlung für Blutkrebspatienten

Das Zentrum für Hämatologische Neoplasien des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) ergänzt die medizinische Versorgung von Krebserkrankungen mit Angeboten der Naturheilkunde und Psychosozialtherapie. So kann es belastende Behandlungen wie Chemotherapien für seine Patienten erträglicher machen.

Stuttgart – „Um Patienten optimal zu versorgen, reicht es nicht aus, ein medizinisch-technisch modernstes Hämatologisches Zentrum zu sein“, sagt Prof. Dr. Walter Erich Aulitzky, Chefarzt der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Robert-Bosch-Krankenhaus. Hämatologische Neoplasien – darunter versteht die Medizin verschiedene bösartige Erkrankungen des Blutsystems. Die Therapien für Blutkrebspatienten sind heute oft erfolgreich und können Krankheiten wie Leukämie sogar vollständig heilen. Aber sie beeinflussen auch extrem das Leben der Patienten. Denn Behandlungen wie Chemotherapien und lange Krankenhausaufenthalte können erschöpfend und schmerzhaft sein, weiß Prof. Aulitzky: „Sowohl die Diagnose als auch die Therapien stellen in der Regel das Leben der Patienten für eine lange Zeit auf den Kopf. Fast alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die wir den Menschen zumuten, sind unangenehm und belastend.“

Um das Wohlbefinden seiner Patienten zu verbessern ergänzt das Zentrum für Hämatologische Neoplasien des RBK seine medizinischen Therapien mit Angeboten aus der Naturheilkunde. Mit Maßnahmen, die nachweislich die Befindlichkeit der Patienten verbessern. Dazu gehören Massagen, Anwendungen mit pflanzlichen Arzneimitteln, Akupunktur, Yoga und Entspannungstherapien. Dabei lernen die Patienten zum Beispiel, ihre durch die Krankheit eingeschränkten Kräfte einzuteilen oder besser auf sich selbst zu achten.

„Ich habe mich für Yogaübungen zur Entspannung entschieden“, erzählt Jan S., ein Patient mit Knochenmarkserkrankung. Sieben Wochen war der 27-Jährige nach einer Stammzelltransplantation Ende 2020 im Robert-Bosch-Krankenhaus. Isoliert in einem Einzelzimmer, um sein Immunsystem zu schützen. Aufgrund von Covid-19 ohne Besuch. Neben Yoga hat der Master-Student so viel Sport wie möglich gemacht. „Die Mitarbeiter haben mir einen Ergometer und einen Stepper ins Zimmer gestellt.“ Zudem konnte Jan seinen BWL-Studiengang online verfolgen. „Alle im Team haben mir immer wieder gesagt, dass ich mich bewegen und beschäftigen soll. Das war für meinen Kopf wichtig.“

Zu dem ganzheitlichen Konzept des Blutkrebszentrums gehört auch ein psychosoziales Beratungsangebot, das auf die meist jüngeren Leukämie-Patienten zugeschnitten ist. „Junge Krebspatienten haben andere Sorgen als ältere “, sagt Jens Stäudle, Psychoonkologe am RBK. „Sie sorgen sich um die Familie, die Finanzen, den Job.“ Das Zentrum versucht, die Belastungen seiner Patienten abzubauen, indem seine Mitarbeiter jederzeit für Gespräche zur Verfügung stehen und ganz konkrete Hilfen anbieten. Zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen, durch Gespräche mit der Familie oder dem Arbeitgeber.

Jan S. kommt nach wie vor regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen und Gesprächen ins Robert-Bosch-Krankenhaus. Zu Jens Stäudle hat er einen engen Kontakt. „Wenn ich Fragen habe, antwortet er mir ob Tag oder Nacht meist innerhalb von Minuten auf meine Nachricht. Das ist nicht selbstverständlich“, findet der Stuttgarter, der sich von allen Seiten kompetent beraten und aufgeklärt fühlte. So konnte er rasch Vertrauen zu seinen Betreuenden aufbauen – und war nie gezwungen, viel im Internet zu seiner Erkrankung zu recherchieren. „Das hätte vermutlich mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet – und sicher auch für Verwirrung gesorgt.“ Jans Genesung schreitet gut voran. Bereits Mitte Januar konnte er mit der beruflichen Wiedereingliederung beginnen.  

Die Basis der Patientenversorgung im Robert-Bosch-Krankenhaus ist die bestmögliche medizinische Therapie, die derzeit verfügbar ist. Das Zentrum für Hämatologische Neoplasien setzt neueste Forschungsergebnisse um und bietet komplexe Behandlungen wie Stammzelltransplantationen an. Das Zentrum nimmt regelmäßig an Studien teil, arbeitet eng mit anderen Fachrichtungen zusammen und belegt regelmäßig seine Qualität. Dafür hat die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) das Robert-Bosch-Krankenhaus im Herbst 2020 als erstes Hämatologisches Zentrum in Stuttgart zertifiziert.

Robert-Bosch-Krankenhaus
Die Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH (RBK) in Stuttgart ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus der Zentralversorgung mit Funktionen der Maximalversorgung an drei Standorten. Seit 1978 zählt das Robert-Bosch-Krankenhaus zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen. Mit 1.041 Betten nehmen das RBK, seine Standorte Klinik Charlottenhaus und Klinik Schillerhöhe sowie die Klinik für Geriatrische Rehabilitation im Jahr bis zu 42.000 Patienten stationär auf. Rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich die Patienten individuell betreut fühlen. Forschungsinstitute zur Klinischen Pharmakologie und zur Medizingeschichte sind dem Krankenhaus angegliedert.
Mehr Informationen unter www.rbk.de

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