02. März 2018 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Viele Chancen durch Vorsorge

Dank Vorsorge und Früherkennung muss Darmkrebs nicht tödlich sein. Moderne endoskopische Behandlungsmethoden helfen bei Darmkrebs-Verdacht.

Eigentlich keine Schmerzen – aber Blut im Stuhl. Das verunsichert, Gedanken an Darmkrebs kommen auf. So erging es auch einem 68-jährigen Rentner aus Stuttgart, der nie zur Darmkrebsvorsorge gegangen war. Sein Hausarzt überwies ihn an einen ambulant tätigen Gastroenterologen, der zunächst kleinere, harmlose Polypen im Darm entfernen konnte. Aber im Enddarm befand sich ein flächig ausgedehnter, Polyp, der einen großen Teil des Enddarms einnahm und zwingend entfernt werden musste. Damit stand die Frage nach einer aufwändigen Operation im Raum, denn der Verdacht fiel tatsächlich auf eine frühe Form von Darmkrebs.

Moderne Endoskopie statt Operation
Im Robert-Bosch-Krankenhaus wurde der Stuttgarter in der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie behandelt. „Bei einem solchen Polypen ist eine Operation nicht mehr unbedingt notwendig“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Jörg G. Albert. „Einige Befunde, die früher operativ entfernt werden mussten, können wir dank modernster Technik heute endoskopisch resezieren. Das Risiko, dass anschließend ein künstlicher Darmausgang notwendig wird, ist bei der endoskopischen Methode nicht zu befürchten, anders als bei einer Bauch-OP.“

So auch in diesem Fall. Der große Polyp wurde mit Hilfe eines dünnen Endoskops  in einem Stück entfernt. Schon während des Eingriffs, bei dem der Patient vollständig schlief, konnten die Experten erkennen, dass es sich hierbei vermutlich nicht um einen bösartigen Tumor handelte. Dies bestätigte die anschließende Untersuchung im pathologischen Labor. Die Untersuchung an einem vollständigen, also nicht in Teilen zerlegten, Polypen ist dabei von Vorteil. „Nur wenn das Gewebe in einem Stück entfernt werden konnte, kann durch den Pathologen eine eindeutige Diagnose erfolgen und ausgeschlossen werden, dass möglicherweise noch bösartiges Gewebe im Darm verblieben ist“, erklärt Albert.

Nach zwei Tagen stationärer Überwachung konnte der Rentner entlassen werden. „Von dem Eingriff habe ich ja nichts mitbekommen und auch danach quasi nichts gespürt. Ich habe keinerlei Einschränkungen. In sechs Monaten steht die Nachkontrolle an“, sagt der Patient. „Ich bin froh, dass es kein Darmkrebs war. Ich war sehr gut im Verdrängen – und habe großes Glück gehabt.“ Dennoch würde er nun jedem die Darmkrebsvorsorge empfehlen.

Diagnostik und Behandlung durch minimal-invasive Techniken
„Gerade bei Darmkrebs ist die Früherkennung entscheidend“, erklärt Albert. „Denn mit den heutigen Methoden können wir schon sehr früh Schlimmeres abwenden.“ Die Viszeralmedizin spielt bei Diagnose und Behandlung nicht nur des Darmkrebses eine immer größere Rolle. Über die natürlichen Körperöffnungen oder kleinste Eingriffsöffnungen können die moderne Endoskopie, Laparoskopie und verschiedene radiologisch gesteuerte Verfahren über die Haut ein optimales Verhältnis aus Nutzen und Risiko für den Patienten erreichen.

Diesem Thema widmet sich auch das interdisziplinäre Ärzte-Symposium für minimal-invasive Viszeralmedizin, bei dem am 10. März 2018 renommierte Referenten ins Robert-Bosch-Krankenhaus kommen. Darunter ist auch Prof. Dr. Jürgen Riemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebsstiftung sowie Gründer und Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande hat sich zum Ziel gesetzt, den Darmkrebs zu verhindern. Seine Stiftung hat dazu beigetragen, im Jahr 2002 die Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung einzuführen und den immunologischen Stuhltest als Routinediagnostik zu etablieren.

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