Leiden Männer anders? – Depression und Einsamkeit
Klinische Perspektiven auf maskierte Depression und Einsamkeit bei Männern
Robert Bosch Krankenhausfür Ärzte, für Pflegende AktuellesVeranstaltungenPsyche und Seele
Einsamkeit und Depression bei Männern rücken zunehmend in den Fokus klinischer und gesellschaftlicher Diskussionen, bleiben in Diagnostik, Versorgung und Public Health jedoch vielfach unterbelichtet. Einsamkeit bezeichnet dabei das subjektive Gefühl unzureichender Zugehörigkeit und emotionaler Verbundenheit, das nicht zwingend an objektive soziale Isolation gebunden ist. Männliche Sozialisation und normative Leitbilder von Stärke, Autonomie und funktionaler Kontrolle tragen dazu bei, dass Verletzlichkeit, Scham und Abhängigkeit abgewehrt und Affekte eher externalisiert als mentalisiert werden. Dies führt häufig zu „maskierten“ Formen depressiver Symptomatik mit Gereiztheit, Aggressivität, Suchtmittelkonsum, Rückzug oder übersteigerter Leistungsorientierung. Der Vortrag verbindet aktuelle epidemiologische Befunde zu Einsamkeit, Depression und Suizidalität bei Männern mit psychodynamischen und genderbezogenen Modellen, die Konflikte um Abhängigkeit, Selbstwert und Anerkennung in den Blick nehmen.
Für diese Veranstaltung sind CME-Punkte bei der zuständigen Landesärztekammer beantragt.
Referent
Dipl.-Psych., Dr. rer. medic. Rainer Weber ist ehemaliger leitender Psychologe der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln. Als Psychologischer Psychotherapeut (Fachkunde Psychoanalyse) verfügt er über eine langjährige klinische Erfahrung. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Psychotherapieforschung, insbesondere die Gruppentherapieforschung und die seelische Gesundheit von Studierenden.
Veranstaltungsort
Robert Bosch Krankenhaus
Hörsaal
Auerbachstraße 110, 70376 Stuttgart
Organisation
Robert Bosch Krankenhaus
Abteilung für Psychosomatische Medizin
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Frank Vitinius
Telefon 0711 8101-3017
psychosomatik@rbk.de