Durchblutungsstörungen
Die Arterien pumpen das Blut vom Herzen weg, hin zu den verschiedenen Organen, wie zum Beispiel zum Darm, zu den Nieren, zu den Muskeln oder zur Haut. Das arterielle Blut ist reich an Sauerstoff, den diese Organe zur Erfüllung ihrer Funktionen benötigen. Bei Störungen im arteriellen Gefäßsystem, beispielsweise durch Kalkablagerungen, gelangt das sauerstoffreiche Blut nicht mehr in der erforderlichen Menge an seinen Bestimmungsort. Es entsteht eine Durchblutungsstörung – bekannte Beispiele sind die Schaufensterkrankheit (auch periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, genannt) und das Raucherbein.
Das Ambulante Gefäßzentrum Dr. Seiter des Robert Bosch Krankenhauses verfügt über umfassende Erfahrung in der Behandlung von Durchblutungsstörungen und setzt auf moderne Diagnostik sowie individuell abgestimmte Therapien, um die Durchblutung gezielt zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen.
Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Durchblutungsstörung besteht insbesondere bei Menschen, die rauchen oder an hohem Blutdruck bzw. erhöhten Blutfettwerten (z. B. Cholesterin) leiden.
Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist ebenfalls ein Risikofaktor, eine Durchblutungsstörung zu bekommen.
Bei einer Durchblutungsstörung kommt es zu einer Verengung der Arterien, aus der im schlimmsten Fall eine Verstopfung – ein sogenannter Gefäßverschluss – dieser Arterie entstehen kann. Für das betroffene Bein bedeutet dies, dass die Betroffenen eine Einschränkung der schmerzfreien Gehstrecke verspüren (Schaufensterkrankheit), aus der im Extremfall bedrohliche Ernährungsstörungen der Muskulatur und der Haut des Beines entstehen können. Im ungünstigsten Fall führt eine Durchblutungsstörung zum Verlust des betroffenen Beines.
Durchblutungsstörungen der Arterien sind eine chronische Erkrankung. Entscheidend ist eine frühzeitige Diagnose, um dadurch eine rechtzeitige Therapie zur Vermeidung der oben erwähnten Folgeschäden einzuleiten. Die Diagnostik wird mit Farbultraschallgeräten (Duplex) und elektronischen Messverfahren durchgeführt.
Untersuchungen bei Durchblutungsstörungen
Das diagnostische Spektrum des MVZ Gefäßmedizin – Praxis Dr. Seiter umfasst alle nicht-invasiven Verfahren zur Untersuchung von arteriellen Erkrankungen, die in der modernen Gefäßheilkunde hauptsächlich durchgeführt werden. Nicht-invasive Untersuchungsmethoden sind Verfahren, die ohne Kontrastmittel und Röntgenstrahlen auskommen. Diese Diagnoseverfahren sind für die Patientin:den Patienten schmerzfrei und ungefährlich.
Untersuchungsprofil
- spezielle angiologische Anamnese
- klinische Untersuchung
- zentrale und periphere Blutdruckmessung / Knöchel-Arm-Index (ABI)
- Oszillographie
- direktionale CW-Dopplersonografie
- Farbduplex-Sonografie
Behandlung von arteriellen Durchblutungsstörungen
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist zunächst die Reduzierung individueller Risikofaktoren. Dazu zählen insbesondere Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte sowie ein erhöhter Blutzuckerspiegel.
Die Therapie muss frühzeitig beginnen, um das Voranschreiten der Durchblutungsstörung möglichst lange aufzuhalten. Da es sich um eine chronische Erkrankung handelt, bedeutet dies, dass die Therapien lebenslang durchgeführt werden müssen.
Bei einer Durchblutungsstörung der Beine, die aufgrund ihrer Ausprägung noch keine invasive bzw. operative Therapie erforderlich macht, wird ein intensives Gehtraining durchgeführt, um hierdurch eine Neubildung von kleinen arteriellen Gefäßen zu fördern, die eine bessere Versorgung des betroffenen Beines bewirken können. Begleitet wird diese Behandlung durch die Einnahme von Medikamenten, die den Blutfluss verbessern, in der Regel handelt es sich hier um ein Acetylsalicylsäurepräparat (z. B. ASS 100, Aspirin 100).
Betroffene mit Durchblutungsstörungen werden im Ambulanten Gefäßzentrum Dr. Seiter des Robert Bosch Krankenhauses diagnostisch betreut und durch eine konventionelle Behandlung begleitet, solange dies möglich ist. Sollte eine operative Therapie notwendig werden, veranlassen wir alle wichtigen Schritte und führen die Patientin bzw. den Patienten Schritt für Schritt durch den gesamten Behandlungsablauf.
Invasive/operative Therapie
Bei Durchblutungsstörungen mit bereits vorhandenen ausgeprägten Gefäßverengungen und/oder Gefäßverschlüssen können diese Verengungen mit einer sogenannten Ballondilatation (Aufdehnung der betroffenen Arterie durch einen Ballonkatheter, PTA) wieder erweitert und durchgängig gemacht werden. Zusätzlich kann es erforderlich sein, zur Unterstützung ein Gefäßgitter (auch Stent genannt) in die betroffene Arterie zu implantieren.
In Fällen, in denen die Katheterbehandlung nicht ausreicht, müssen gefäßchirurgische Maßnahmen wie zum Beispiel eine Bypass-Operation oder die Implantation von künstlichen Gefäßen durchgeführt werden.
Bei Durchblutungsstörungen kann es auch zu Schäden innerhalb der arteriellen Gefäßwand kommen, aus denen eine Ausbuchtung der Gefäße entstehen kann (Aneurysma). Dieses Aneurysma kann im ungünstigsten Fall platzen (rupturieren) und dadurch zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung werden. Die Therapie dieser Gefäßausbuchtungen erfolgt ebenfalls durch Stabilisierungs- und Ausschaltungsmaßnahmen, die sowohl mit Hilfe der Kathetertechnik als auch durch gefäßchirurgische Operationen erfolgen können.

Case-Management
Bei Durchblutungsstörungen bieten wir ein individuelles Behandlungskonzept. Eine Ärztin bzw. ein Arzt koordiniert die Behandlung und begleitet die Patient:innen von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachkontrolle.