17. Februar 2020 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Ein Blick in die Gene: Medizinische Genetik am Robert-Bosch-Krankenhaus

Das Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus bietet in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Genetik des Universitätsklinikums Tübingen eine Sprechstunde zur medizinischen Genetik an.

Die spezielle Diagnostik dient der Erstellung umfassender genetischer Tumorprofile als wichtige Grundlage für Therapieentscheidungen sowie der Suche nach genetischen Ursachen für die Entstehung erblich bedingter Krebserkrankungen.

Stuttgart – In den letzten Jahren hat sich ein tiefgreifender Wandel im Verständnis von Krebserkrankungen vollzogen. Medizinern ist es heute möglich, einen deutlich intensiveren Blick in die Tumorzelle zu werfen, als es mit dem Mikroskop bisher möglich war. Die Tumorgenetik ist üblichen Analysemethoden weit voraus und erlaubt die detaillierte Untersuchung des Tumorgenoms, der Erbinformation von Tumoren.

Die Erkenntnisse aus der Genetik helfen, ein umfassendes Tumorprofil zu erstellen und basierend darauf wichtige Therapieentscheidungen treffen zu können – auch und insbesondere wenn aus konventioneller Sicht keine erfolgversprechende Behandlungsoption mehr besteht.

Die Ärzte suchen nach Veränderungen der Tumorzelle sowie nach der Ursache für deren Wachstum, um den Krebs dann zielgerichtet angreifen zu können.
Die Krebserkrankung, die bei jedem Menschen auf unterschiedliche Art und Weise verläuft, kann durch die genetische Charakterisierung der Tumorzelle individualisiert und maßgeschneidert behandelt werden.

Neben dieser detaillierten genetischen Analyse einer bestehenden Tumorerkrankung kann mithilfe der medizinischen Genetik zudem nach den Ursachen für familiäre Tumorerkrankungen gesucht werden. Infolgedessen können vererbbare Veranlagungen für eine Krebserkrankung festgestellt und geeignete Vorsorgemaßnahmen ergriffen werden. In einigen Fällen bietet die Erkenntnis über vererbbare Veranlagung zu bestimmten Krebskrankheiten auch die Möglichkeit, gezielter gegen den verursachenden Mechanismus vorzugehen.

Die Zusammenarbeit des Robert-Bosch-Krankenhauses mit dem Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik des Universitätsklinikums Tübingen bietet den Patienten eine deutlich verbesserte Krebsvorsorge und maßgeschneiderte Therapiemaßnahmen, die weit über das routinemäßige Angebot zur Charakterisierung von Tumorerkrankungen hinausgehen.

Am Anfang der Untersuchung steht immer ein ausführliches Gespräch über den weiteren Ablauf und die Abklärung von Krebserkrankungen in der Familie. Ist ein Risiko für eine erblich bedingte Tumorerkrankung gegeben oder ist bereits ein Tumor gefunden worden, werden Blutproben oder vorhandenes Tumormaterial entnommen. Nach vier bis sechs Wochen kann mit einem Ergebnisbericht gerechnet werden. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung.

Oberarzt Dr. med. Christopher Schroeder aus dem Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik der Universitätsklinik Tübingen leitet in enger Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. med. Hans-Georg Kopp, Leiter des Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen am Robert-Bosch-Krankenhaus, die Sprechstunde zur medizinischen Genetik.

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