26. Januar 2016 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Kein Wasser mehr im Bauch

Wasseransammlungen im Bauch machen vielen Patienten von Leber- oder Tumorerkrankungen das Leben schwer. Das Robert-Bosch-Krankenhaus bietet als neue Behandlungstherapie die Implantation einer Pumpe an, die das Bauchwasser auf natürlichem Weg über die Blase ableitet.

Aszites ist eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle und eine gefürchtete Komplikation bei Leber- oder Tumorerkrankungen. Je mehr Flüssigkeit sich ansammelt, desto stärker nimmt der Bauchumfang zu. Für die Betroffenen werden Sitzen und Stehen immer unangenehmer. Dazu kommen Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit und Kurzatmigkeit. Die Krankheit ist meist chronisch und kann vielerlei Ursachen haben. Lebensqualität und auch Lebensdauer nehmen oft deutlich ab. Bislang schaffen hauptsächlich Therapien wie das Ablassen des Aszites durch wiederholte Punktionen des Bauchraumes den Patienten Linderung.

„Diese Aszitespunktionen sind schmerzhaft, müssen regelmäßig durchgeführt werden und sind teilweise mit wöchentlichen Krankenhausbesuchen verbunden“, erklärt Dr. Markus Escher, Oberarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie am Robert-Bosch-Krankenhaus. Als eine wirksame Alternative bietet sich bei schwer behandelbarem Aszites das Implantieren einer speziellen Pumpe im Bauchraum an. Sie arbeitet vollkommen autark und leitet das sich ansammelnde Wasser aus der Bauchhöhle kontinuierlich in die Harnblase ab. So wird es auf natürlichem Wege ausgeschieden. Die Pumpe überwacht gleichzeitig den Druck in der Blase und der Bauchhöhle, um eine optimale Flüssigkeitskontrolle zu gewährleisten. Bei einer prall gefüllten Harnblase setzt der Pumpvorgang aus.

„Für den einmaligen Eingriff der Implantation ist keine Vollnarkose notwendig. Der Patient bekommt von uns nur eine Lokalanästhesie oder Sedierung. Diese Operation ermöglicht den bis dahin schwer beeinträchtigten Patienten einen normalen Alltag und eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität. In den allermeisten Fällen kommen sie ohne weitere Punktionen aus“, so Dr. Escher. Der behandelnde Arzt programmiert die implantierte Pumpe individuell angepasst auf den Patienten, so dass dessen Alltag und Tagesablauf nicht gestört werden. Diese Programmierung oder auch Anpassungen führt der Arzt mit Hilfe kontaktloser Technik durch. Der Patient kann den täglichen Ladevorgang der batteriebetriebenen Pumpe selbstständig und ebenfalls kontaktlos durchführen. Die Entscheidung über den möglichen Einsatz dieser Technik treffen Ärzte und Krankenkassen im individuellen Fall gemeinsam mit dem Patienten.

Die Pumpe zur Ableitung des Bauchwassers wird zusammen mit Silikonkathetern vollständig implantiert und ist von außen nicht sichtbar. Quelle: Sequana Medical

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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