03. Juli 2015 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Klinik Schillerhöhe setzt erstmals 3D-Technologie bei Eingriffen am Thorax ein

Die Gerlinger Klinik Schillerhöhe, ein Standort des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK), wendet als erste Klinik in Deutschland ein 3D-Kamerasystem bei Eingriffen an der Lunge an.

Der Einsatz von 3D-Kamerasystemen hat sich seit einigen Jahren bei Eingriffen am Bauchraum als Standard erfolgreich etabliert. Seit 2012 machen die Chirurgen am RBK mit dieser Technologie bereits sehr gute Erfahrungen. Ende 2014 wurde das 3D Videosystem EinsteinVision des Herstellers Aesculap in der Gerlinger Klinik Schillerhöhe eingeführt und steht somit erstmals Patienten zur Verfügung, die einen operativen Eingriff an der Lunge benötigen.

Operieren mit der dritten Dimension

Prof. Dr. Godehard Friedel, Chefarzt der Abteilung für Thoraxchirurgie der Klinik Schillerhöhe, hat die Einführung an der Gerlinger Klinik begleitet. „Anfangs ist das Operieren mit der dritten Dimension eine Umstellung. Bislang hat uns diese bei der herkömmlichen thorakoskopischen Technik gefehlt und musste durch Erfahrungswerte ersetzt werden. Da wir nun jedoch mit der 3D-Technologie auch die räumliche Tiefe wahrnehmen, können wir unsere Instrumente noch präziser führen. Das ermöglich uns, weitaus effizienter zu operieren“, erklärt Prof. Friedel. Weitere Vorteile sieht der Chefarzt in der exakten Darstellung und Präparation von Gefäßen und Nerven der thorakalen Organe. „Die Nahttechnik ist durch die 3D-Technik im Thorax erstmals in ähnlicher Präzision möglich, wie wir dies von der herkömmlichen Technik kennen. Dadurch wird sich die Chirurgie der kleinen Schnitte auch im Thorax noch weiter durchsetzen“, ist sich der Chefarzt sicher. Die Klinik Schillerhöhe setzt derzeit als einzige Klinik in Deutschland die 3D-Technologie für Eingriffe an der Lunge ein.

Scharfe Bilder in Echtzeit

Um den Chirurgen die dreidimensionale Wahrnehmung zu ermöglichen, werden von zwei Kameras zeitgleich leicht versetzte Bilder aus dem Brustkorb des Patienten gesendet. Damit entspricht die Wahrnehmung dem Bild, wie es durch menschliche Augen erzeugt wird. Die Full HD-Aufnahmen werden übereinander auf einen Bildschirm übertragen. Eine Polarisationsbrille, die auch bei Kinofilmen zum Einsatz kommt, die in 3D ausgestrahlt werden, wandelt das mit bloßem Auge unscharf aussehende Bild zu einer dreidimensionalen Ansicht um. Auf diese Weise erhalten die Chirurgen in Echtzeit scharfe Bilder aus dem Operationsfeld.

Weitere Vorteile ergeben sich für die Patienten durch den Einsatz der sogenannten minimal-invasiven Chirurgie, welche durch das 3D-Videosystem ergänzt wird: Patienten, die nur durch wenige Zentimeter kleine Schnitte operiert werden, haben weniger Schmerzen und erholen sich deutlich schneller von dem Eingriff. Auch ist die Narbenbildung geringer. „Die Verbindung von minimal-invasiver und 3D-Technologie ist sowohl für den Patienten als auch für die Operateure ein Gewinn“, fasst Prof. Friedel zusammen.

Eine Polarisationsbrille, die auch bei Kinofilmen zum Einsatz kommt, die in 3D ausgestrahlt werden, wandelt das mit bloßem Auge unscharf aussehende Bild zu einer dreidimensionalen Ansicht um.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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