14. Juli 2022 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Künftig unter einem Dach: RBK Lungenzentrum Stuttgart auf dem Areal des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) vereint

Es bedurfte einer logistischen Kraftanstrengung, doch jetzt ist alles perfekt: Zu Mitte Juli 2022 bezieht die Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin ihr neues Domizil am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Damit ist der vollständige Umzug des RBK Lungenzentrum Stuttgart, ehemals Klinik Schillerhöhe, an den Burgholzhof erfolgreich abgeschlossen.

Die drei Fachabteilungen und Spezialambulanzen des ehemaligen Standortes Klinik Schillerhöhe (KSH) in Gerlingen sowie das Schlaflabor sind ab Mitte Juli alle wieder im RBK Lungenzentrum Stuttgart am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus vereint. Die räumliche Zusammenlegung bringt zahlreiche Vorteile: Durch das Bündeln der medizinischen Kompetenz sowie durch die hochmoderne technische Ausstattung an einem Standort kann die überregionale Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Lungenerkrankungen noch besser gesichert werden.  Bei Patientinnen und Patienten mit Mehrfacherkrankungen kann nun unmittelbar auf die Expertise der weiteren Fachdisziplinen des RBK zurückgegriffen werden.

In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich das RBK Lungenzentrum Stuttgart als eine der zehn größten Lungenfachkliniken Deutschlands weit über die Grenzen der Region Stuttgart hinaus einen exzellenten Ruf für höchste medizinische und pflegerische Qualität erarbeitet. Pneumologie und Beatmungsmedizin, Pneumologische und Molekulare Onkologie sowie Thoraxchirurgie decken das Gesamtspektrum der Diagnostik und Therapie auch bei seltenen Lungenerkrankungen ab. Eine besondere Expertise besteht in der Krebsbehandlung. Im Rahmen von innovativen translationalen und klinischen Studien bietet das Lungenzentrum maßgeschneiderte Diagnostik und Therapie auf dem neuesten Stand der Forschung.

„Eine der Besonderheiten am Bosch Health Campus für unsere Lungenkrebspatienten ist der direkte Kontakt in die Grundlagenforschung. Zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten werden hier neu erarbeitet und stehen zum Teil schon im Rahmen klinischer Studien zur Verfügung“, zeigt sich Prof. Hans-Georg Kopp, Chefarzt der Abteilungen für Pneumologische Onkologie und Molekulare Onkologie, erfreut, „die umfassende Versorgung der Krebspatienten wird für uns deutlich einfacher, weil alle drei Abteilungen unter demselben Dach vereint sind.“ Ähnlich sieht das sein Kollege Prof. Claus Neurohr, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin: „Unseren Patientinnen und Patienten kommen hier alle medizinischen Möglichkeiten der modernen Lungenheilkunde in Kombination mit professioneller Pflege und Physiotherapie zugute.“ PD Dr. Gerhard Preissler, Chefarzt der Abteilung für Thoraxchirurgie, ergänzt: „Am Bosch Health Campus ist der OP-Bereich eigens für die Thoraxchirurgie erweitert worden. In zwei topmodernen neuen OP-Sälen können wir das gesamte Spektrum an chirurgischen Eingriffen auf höchstem medizinischen Niveau vornehmen.“

Die Klinik Schillerhöhe, deren exponierte Lage ein wenig an die Lungenheilstätte in Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“ erinnert, ist nun also Geschichte. In der 2003 erschienenen Jubiläumszeitschrift „Freier atmen“ zum 50-jährigen Bestehen der KSH werden die Anfänge so beschrieben: „Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte man viele Betten für Tuberkulosekranke. Weil die Landesversicherungsanstalt Württemberg nicht nur ihre eigenen Sanatorien belegt hatte, sondern bereits Plätze in anderen Häusern anmieten musste, war es nötig, rasch neue Kapazitäten zu schaffen. In der Nähe des Schlosses Solitude, in schöner bewaldeter Umgebung, befand sich eine Bauruine, die man rasch zu einem Sanatorium ausbauen konnte.“ 1953 wurde auf dem 27 Hektar großen Gelände das Sanatorium Schillerhöhe mit 327 Betten zur Behandlung von Tuberkulosekranken eröffnet.

Anfangs hatte sich in der Bevölkerung Widerstand gegen die Klinik formiert. Im Volksmund wurde die Einrichtung auf der Schillerhöhe auch „Hustenburg“ genannt – denn die Tuberkulose (TB) war zu dieser Zeit eine gefürchtete Krankheit. Im Vorfeld der Bauarbeiten hatte sich eine „Interessengemeinschaft Solitude-Schillerhöhe-Hinterland“ zusammengefunden, die sich im Kampf gegen die neue Lungenheilstätte sogar an Bundespräsident Heuss gewandt hatte, berichteten die „Stuttgarter Nachrichten“ am 7. Juni 1952. Als die Klinik Schillerhöhe fertig gebaut war, sprach die „Stuttgarter Zeitung“ im Oktober 1953 kurz vor dem Einzug der ersten 120 Patienten jedoch besänftigt vom „modernsten Sanatorium Süddeutschlands“ und hatte eigens ein Luftbild des Areals in Auftrag gegeben.

Mit der aufblühenden Wirtschaft nach Beendigung des Krieges gingen die Tuberkulosezahlen zurück. Andere Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis und Lungenkrebs traten vermehrt auf. Das einstige TB-Sanatorium wandelte sich zu einer modernen pneumologischen Klinik. Zum Leistungsspektrum gehörten nun auch Lasertherapie und Schlafatmungstherapie, es wurde ein Mukoviszidosezentrum für Erwachsene eingerichtet – was Patienten aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland auf die Schillerhöhe zog. In den 1980er Jahren wurde in der Klinik Schillerhöhe onkologische Pionierarbeit in der Lungenkrebstherapie geleistet. Auch die Thoraxchirurgie mit ihren fortschrittlichen minimalinvasiven OP-Methoden fand rasch internationale Anerkennung.

Die LVA entschied aufgrund des guten Rufes der Klinik, die Gebäude auf den neuesten baulichen und medizinischen Stand bringen zu lassen. Im September 1999 präsentierte sich die KSH nach den Sanierungsarbeiten in neuem Glanz. Seit 2006 gehört das RBK Lungenzentrum Stuttgart (Klinik Schillerhöhe) zur Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH.

Aufgrund aktueller gesetzlicher Regelungen und Vorschriften wären nun erneut umfangreiche Investitionen zum Beispiel in Brandschutzmaßnahmen notwendig gewesen, um den Klinikbetrieb aufrecht erhalten zu können. Doch auch noch aus einem anderen triftigen Grund wurde entschieden, den Standort Schillerhöhe aufzugeben. Prof. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer der Bosch Health Campus GmbH und der Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH, erläutert: „In der Krankenhausplanung im 19. und 20. Jahrhundert dominierten die Aspekte Chefarztzentrierung und Hygiene. Dazu hatten die Patienten häufig eine führende und alleinige Diagnose. Deshalb wurden häufig in Pavillonbauweise oder Fachkliniken einzelne Fachbereiche in einem Haus untergebracht. In der heutigen Zeit - mit zunehmender Zahl an Vielfacherkrankungen (Multimorbiditäten) der Patienten und diese im Mittelpunkt aller Prozesse - sind andere Baukonzepte sinnvoll. Einzelne Fachkliniken gelten nicht mehr als zeitgemäß.“

Mit der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, der Rechtsnachfolgerin der LVA, laufen zwischenzeitlich Gespräche über eine Nachnutzung des Areals auf der Schillerhöhe.

 

Ganzheitliches Kunstkonzept

Gemäß dem Anspruch des RBK, mit Kunst eine heilende Umgebung zu schaffen, ist das neue Lungenzentrum ganzheitlich von zwei profilierten Künstlerinnen aus Berlin gestaltet. An allen vier Fassadenseiten stellt Tanja Rochelmeyer mit geschossübergreifenden floralen Motiven einen Bezug zur Natur her – die künstlerische Gestaltung einer Außenfassade ist ein Novum am RBK. Elisabeth Sonneck bringt die Zimmer der Patientinnen und Patienten sowie die Flure mit einer mehrschichtigen, durchlässig scheinenden Lasurmalerei in eine „atmende“ Balance zwischen Ruhe und Dynamik. Partiell werden auch im Diagnostikbereich Untersuchungsräume oder Decken farblich akzentuiert.

Weitere Informationen zu den Diagnostik- und Therapieangeboten des RBK Lungenzentrum Stuttgart unter www.rbk-lunge.de


Robert-Bosch-Krankenhaus

Die Robert-Bosch-Krankenhaus GmbH (RBK) ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus am Bosch Health Campus in Stuttgart. Seit 1978 zählt das RBK, ein Krankenhaus der Zentralversorgung mit Funktionen der Maximalversorgung, zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen. Mit 1.041 Betten nehmen das RBK, das RBK Lungenzentrum Stuttgart, die Klinik Charlottenhaus sowie die Klinik für Geriatrische Rehabilitation im Jahr bis zu 40.000 Patientinnen und Patienten stationär auf. Rund 3.000 Mitarbeitende sorgen dafür, dass sich die Patientinnen und Patienten individuell betreut fühlen. Der Bosch Health Campus vereint alle Institutionen und Förderaktivitäten der Robert Bosch Stiftung im Bereich Gesundheit: das Robert-Bosch-Krankenhaus, das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie, das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen, das Institut für Geschichte der Medizin, das Irmgard-Bosch-Bildungszentrum und das Robert Bosch Center for Innovative Health.
Mehr Informationen unter www.rbk.de

Bildnachweis: RBK/Marc Gilardone

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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