17. November 2015 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Kunstherz-Operationen jetzt auch im Raum Stuttgart

Robert-Bosch-Krankenhaus erweitert Herzinsuffizienzprogramm

Für Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche kann ein „Kunstherz“ oftmals die einzige und damit lebensrettende Lösung sein. Bislang konnten in Baden-Württemberg nur Universitätskliniken Kunstherzen implantieren. Diese Behandlung bietet nun auch das Herzzentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart an.

Ist das eigene Herz nicht mehr in der Lage, die Durchblutung des Körpers aufrecht zu erhalten, kann ein ventrikuläres Unterstützungssystem – auch Kunstherz genannt – die Zeit bis zu einer Transplantation überbrücken. Falls eine Transplantation nicht in Frage kommt, bringt das Kunstherz über viele Jahre die Lebensqualität zurück und ermöglicht einen mobilen und relativ unabhängigen Alltag. „Dazu wird eine kleine Pumpe operativ unterhalb der linken Herzkammer in den Brustkorb eingebracht. Sie befördert das Blut direkt aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader. Ein Kabel verbindet die Pumpe mit einem kleinen Steuergerät außerhalb des Körpers, das der Patient zusammen mit den Gerätebatterien ständig bei sich trägt,“ erläutert Prof. Dr. Ulrich F.W. Franke, Chefarzt der Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie des Robert-Bosch-Krankenhauses.

„Die Patienten und auch ihre Angehörigen erhalten ein ausführliches Training zum sicheren Umgang mit dem Gerät,“ so Prof. Dr. Heiko Mahrholdt, Leiter des Herzinsuffizienzprogramms am Herzzentrum im Robert-Bosch-Krankenhaus. „Nach der Operation können die Patienten sehr schnell wieder in ein aktives Leben zurückkehren. Wir betreuen sie auch nach der Entlassung im Robert-Bosch-Krankenhaus ambulant weiter. Bei Problemen bietet ein interdisziplinäres Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Kardiotechnikern Hilfe rund um die Uhr.“ Prof. Dr. Udo Sechtem, Chefarzt der Kardiologie, betont: „Die Unterstützung durch ein Kunstherz ist nur der letzte Behandlungsschritt in der umfassenden Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz sei. Ein Kunstherz kommt dann zur Anwendung, wenn alle medikamentösen Therapieverfahren ausgereizt sind.“

Das Herzzentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus ist mit jährlich fast 3.000 invasiven Untersuchungen und Behandlungen des Herzens und der Herzkranzgefäße sowie mehr als 2.000 großen Operationen am Herzen eines der größten Herzzentren in Deutschland. Kardiologen und Herzchirurgen des Herzzentrums beraten gemeinsam in spezialisierten Teams die bestmögliche Therapie individuell für die Patienten. „In Anbetracht der immer größer werdenden Möglichkeiten insbesondere der minimalinvasiven Behandlungsverfahren gewährleistet diese Art der Zusammenarbeit die Auswahl der bestmöglichen Therapie für jeden einzelnen Patienten“, so Prof. Sechtem.

Ein Kunstherz kann nicht nur lebensrettend sein. Es verbessert die Lebensqualität deutlich und hilft den Patienten wieder aktiv zu sein. (Bildquelle: HeartWare)

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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