03. November 2017 | Robert-Bosch-Krankenhaus

Pflege bewegt

Mehr als hundert Teilnehmer beim Pflegesymposium am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart

Patienten brauchen hochkompetente Pflegekräfte, die mehr als nur die akute Situation und tagesnotwendigen Handlungen vollziehen können. Sie müssen den Menschen mit Pflegebedarf in seinem ganzen Kontext, seiner Vorgeschichte und seinem zukünftigen Versorgungsbedarf vollständig erfassen. Nie waren Pflegesituationen so komplex und erforderten neben hoher und breiter fachlicher Kompetenz und Empathie eine differenzierte Wahrnehmung und Deutung der häufig vielschichtigen Problematiken in den verschiedensten Pflegesystemen. „Angesichts von Personalnot und Fachkräftemangel ist auch die Pflege selbst aufgefordert, mit starker Stimme aufzutreten und ihren Beitrag für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung der Bevölkerung transparent zu machen“, sagt Ursula Matzke, Pflegedirektorin am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK).

Um den Pflegekräften eine Stimme zu geben, hat das RBK am Freitag, 27. Oktober 2017, ein Pflegesymposium veranstaltet. Mehr als hundert Pflegekräfte aus ganz Baden-Württemberg waren der Einladung gefolgt, darunter auch viele Auszubildende in Pflegeberufen. Verschiedene Vorträge setzten am Vormittag Impulse. In ihren einleitenden Worten rief Ursula Matzke die Pflege dazu auf, „sich eine Stimme zu geben, selbst für Aufklärung zu sorgen und sich nicht immer wieder von anderen, die eine bessere Lobby zu scheinen haben, ausbremsen zu lassen.“ Prof. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor bestätigte im Anschluss die Notwendigkeit von mehr Kontinuität und Kooperation im Gesundheitswesen. Nur so könnten die zukünftigen Herausforderungen an eine qualitativ weiterhin hochwertige Gesundheitsversorgung sichergestellt werden – und dabei seien  alle Beteiligten gefordert. Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Themenbereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung, rief die Pflegenden dazu auf, in der Gesellschaft stärker auf ihre Kompetenzen und pflegerischen Leistungsangebote aufmerksam zu machen, anstatt vor allem Missstände zu benennen. Prof. Dr. Anke Simon, Studiengangsleiterin BWL-Gesundheitsmanagement und Angewandte Gesundheitswissenschaften für Pflege und Geburtshilfe an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, beleuchtete die sich verändernden Karrieremöglichkeiten studierter Pflegekräfte und wie die akademische Qualifikation im klinischen Alltag wirksam werden könne. Dr. Annette Lauber, Direktorin des Irmgard-Bosch-Bildungszentrums am RBK, verfügt über viel Erfahrung mit Reformausbildungsgängen und ging auf das neue Pflegeberufegesetz ein. Das Gesetz biete Möglichkeiten, bremse aber teilweise auch und es gebe Punkte, für die die Pflege weiter streiten müsse. Die erstmalig im Gesetz formulierten Vorbehaltsaufgaben für die Pflege seien ein Meilenstein, denn sie konkretisieren den gesellschaftlichen Auftrag der Pflege. Professionell pflegen könne eben nicht jeder. Nur zögerlich positioniere sich der Gesetzgeber zur längst überfälligen Generalistik. Hier gelte es weiter dran zu bleiben und die letzten Zweifler aktiv aus der Berufsgruppe heraus  zu überzeugen.

Dass die politische Einflussnahme der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen in Bewegung kommt, zeigt die Gründung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz im Januar 2016. Deren Präsident, Dr. Markus Mai, berichtete über die ersten Erfahrungen und sprach eine klare Empfehlung für die Pflegenden aus: „Ohne Kammer keine Selbstverwaltung, ohne Selbstverwaltung keine Selbstgestaltung.“ Zur Diskussion über die Errichtung einer Pflegekammer in Baden-Württemberg brachte sich Andrea Kiefer, Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe DBfK Südwest e.V., ein. Und auch die anschließende Podiumsdiskussion mit allen Referenten bestätigte, dass eine Pflegekammer eine wichtige Interessensvertretung des Berufsstandes Pflege sei und damit auch die Qualitätssicherung in der heutigen Gesundheitsversorgung unterstützen würde.

Nach einer Mittagspause nutzen die Teilnehmer des Pflegesymposiums die Möglichkeit, verschiedene Workshops zu besuchen. Themen waren die Herausforderungen und Perspektiven im Intensivbereich, demenzsensibles Krankenhaus, Deeskalationstraining, Führungskräfteentwicklung, naturheilkundliche Anwendungen oder auch ein Humorworkshop.

„Wir freuen uns, dass unser Pflegesymposium auf so gute Resonanz gestoßen ist und wir viele Impulse mitgeben konnten, gerade auch hinsichtlich einer Pflegekammer für Baden-Württemberg“, so Ursula Matzke. Mit dem Slogan „proud do be a nurse“ verabschiedeten sich die Teilnehmer und dankten der Robert Bosch Stiftung, dem DBfK und dem RBK für die gelungene geförderte Veranstaltung.

Quelle: Robert-Bosch-Krankenhaus
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