22.03.2002 - 28.04.2002

"Angelika Wetzel – memento vivere"

Angelika Wetzel, Eiformen 1-5, 6 und 7, 1990, Gips auf Sand, 370 x 200 cm
Angelika Wetzel, Eiformen 1-5, 6 und 7, 1990, Gips auf Sand, 370 x 200 cm

Vom 22. März bis 28. April 2002 wurde vor und in der neuen Kapelle des Robert- Bosch-Krankenhauses die Ausstellung "memento vivere" mit Skulpturen, Zeichnungen und Objekten der Stuttgarter Bildhauerin G. Angelika Wetzel gezeigt.

Bereits seit vielen Jahren hat die 1934 in Württemberg geborene Künstlerin die ovale Grundform für ihre bildhauerischen Untersuchungen entdeckt und sie zu einem zentralen Thema ihres Werkes gemacht. Die Ausstellung zeigte Objekte, in denen sie die Grundform des Eies zeichnerisch und bildhauerisch aufgreift und formal weiter entwickelt. Ihr Interesse gilt neben der formalen auch der inhaltlichen Dimension, die dem Ei in altertümlichen und christlichen Kulturen beigemessen wird. Durch die Präsentation im Umfeld der Kapelle und die zeitliche Nähe zum Osterfest wurde die Bedeutung des Eies als Auferstehungs- und Schöpfungssymbol in der kabinettartigen Ausstellung in den Vordergrund gerückt. Mit dem "memento mori", werden die Menschen in Kunst und Literatur seit dem frühen Mittelalter an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens erinnert. Im Gegensatz dazu ermahnt der Ausstellungstitel "memento vivere" bewusst dazu, sich immer wieder die schöpferische Kraft des Lebens vor Augen zu führen.

Die Künstlerin, die in den fünfziger Jahren bei Emilio Greco in Carrara und bei Bernhard Heiliger in Berlin ihre bildhauerische Ausbildung erhielt, fügt einige ihrer skulpturalen Arbeiten sensibel in die klare und konzentrierte Architektur der Neuen Kapelle des RBK ein. Vom Architekten Günter Leonhardt als Rundbau konzipiert und mit künstlerisch gestalteten liturgischen Geräten von Immanuel Preuß ausgestattet, trug insbesondere die große auf dem Altar platzierte ovale Ei-Skulptur zum besinnlichen und meditativen Charakter der 1999 eingeweihten Neuen Kapelle bei.