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Hyperandrogenämische, normogonadotrope Ovarialinsuffizienz

– ein hormonelles Krankheitsbild der Eierstöcke

Die ovarielle Hyperthecose (ovarian hyperthecosis) ist eine seltene Störung der Hormonproduktion der Eierstöcke (Ovarien). Sie tritt überwiegend bei Frauen nach den Wechseljahren auf.

Dabei produzieren bestimmte Zellen der Eierstöcke vermehrt männliche Hormone (Androgene); dieser Zustand wir auch Hyperandrogenismus genannt. Dieses hormonelle Ungleichgewicht kann unterschiedliche, teils unspezifische Beschwerden verursachen und sich bei jeder Betroffenen unterschiedlich äußern.

Im Robert Bosch Krankenhaus verfügen Radiologie, Gynäkologie und Labormedizin über eine große Erfahrung und ausgewiesene Kompetenz in der Diagnostik und Behandlung dieses Krankheitsbildes. Eine sorgfältige und interdisziplinäre Abklärung ermöglicht eine individuell abgestimmte Therapie.

Ähnlich wie beim polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) kann es sowohl zu körperlichen als auch zu seelischen Veränderungen kommen, zum Beispiel zu

  • Stimmungsschwankungen oder innerer Unruhe
  • Zyklusunregelmäßigkeiten (falls noch vorhanden)
  • organischen Beschwerden
  • Vermännlichungszeichen (Virilisierung)
  • vermehrter Körper- oder Gesichtsbehaarung (Hirsutismus)
  • Haarverlust am Kopf (Alopezie)

Ästhetisch können die äußerlich sichtbaren Veränderungen für Betroffene sehr belastend sein.

Präzise Diagnostik für eine passgenaue gynäkologische Behandlung

Zur Abklärung einer hyperandrogenämischen, normogonadotropen Ovarialinsuffizienz kann eine selektive Ovarialvenen-Blutentnahme durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um ein schonendes, ambulantes Verfahren, das in der Regel unter örtlicher Betäubung erfolgt.

Über eine Vene in der Leiste wird ein sehr dünner Katheter unter präziser bildgebender Kontrolle bis zu den venösen Blutgefäßen der Eierstöcke vorgeschoben. Aus diesen Gefäßen werden anschließend nur wenige Milliliter Blut entnommen, um die Hormonkonzentration gezielt zu untersuchen.

Die Untersuchung ermöglicht eine besonders genaue Diagnostik möglicher Funktionsstörungen der Eierstöcke. So lässt sich häufig feststellen, ob die vermehrte Hormonproduktion von einem oder beiden Eierstöcken ausgeht. Diese Information ist eine wichtige Grundlage für eine zielgerichtete und individuell abgestimmte gynäkologische Behandlung.

Für die fachgerechte Bewertung der Ergebnisse und die Planung der weiteren Therapie ist eine erfahrene labormedizinische und insbesondere frauenärztliche Begleitung entscheidend. In enger Zusammenarbeit mit der Gynäkologie des Robert Bosch Krankenhauses kann eine spezialisierte Weiterbehandlung erfolgen.