Allgemein- und Viszeralchirurgie

Forschung

iDA-Studie (Durch innovative Testverfahren Darmkrebs früher erkennen):

Darmkrebs ist mit mehr als 600.000 Neuerkrankungen pro Jahr (ca. 9 Prozent aller Krebserkrankungen) die dritthäufigste Krebserkrankung weltweit. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 65.000 Patienten. Aufgrund der meist sehr langfristigen Entwicklung über gut heilbare Vorstufen (Adenome), ist die Früherkennung von Darmkrebs grundsätzlich sehr erfolgversprechend.
An dem Projekt beteiligt sind Kliniken in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. Teilnehmende Patienten, die auf eine Dickdarmoperation auf dem Boden eines Darmkrebses vorbereitet werden, werden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen sowie eine Stuhl- und Blutprobe abzugeben. Die Proben werden zur Evaluation neuer Blut- und Stuhltests zur Früherkennung von Darmkrebs in verschiedenen Stadien zentral ausgewertet. Als Vergleichskollektiv dienen Neoplasie-freie Teilnehmer von Früherkennungskoloskopien (ASTER-Studie). Insgesamt sollen 1.200 Patienten eingeschlossen werden. Die Studienleitung erfolgt über das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg.

ESTOIH-Studie („Effect of Stitch Technique on the Occurrence of Incisional Hernia after abdominal wall closure“)


Die häufigste Komplikation im Langzeitverlauf nach Durchführung einer Bauchoperation über einen Längsschnitt, ist die Entwicklung eines so genannten Narbenbruchs. Dieser muss in aller Regel operativ versorgt werden. Die chirurgische Wissenschaft hat sich in zahlreichen Studien diesem Problem angenommen. Verschiedenste Nahttechniken und Materialien wurden entwickelt. Dennoch findet sich weiterhin eine Rate zwischen neun und 20 Prozent im Auftreten von Narbenbrüchen.
In der multizentrischen ESTOIH-Studie wird die Stichtechnik im Zusammenhang mit dem Auftreten von Narbenbrüchen untersucht. Hierzu wird an insgesamt 468 Patienten in zwei Gruppen zum einen die „short-stitch“-Technik mit einem Stichabstand von 5 mm und zum anderen die konventionelle Stichtechnik mit einem Stichabstand von 10 mm angewandt. Als Fadenmaterial kommt jeweils ein hoch elastischer, sich sehr langsam resorbierender Faden zum Einsatz. Die Gruppenzuteilung erfolgt verblendet. Untersucht wird die Rate an Narbenbrüchen in den ersten fünf Jahren nach der Operation.

SYNCRONOUS-Studie (ISRCTN30964555)/Studie geschlossen, Auswertung läuft:

Aktuell ist unklar, ob Patienten mit Kolonkarzinom und synchron bestehenden, nicht-resektablen Metastasen vor Beginn einer systemischen Chemotherapie einer Entfernung des Primärtumors unterzogen werden sollen. Die Entfernung des Primärtumors kann mit erheblichen Komplikationen und somit einem verzögerten Beginn der für den Patienten wichtigen Chemotherapie einhergehen. Nichts desto trotz kann die primäre Tumoroperation tumorassoziierte Symptome verhindern sowie das Überleben verlängern. Dieses konnte anhand metastasierter Nierenzellkarzinom demonstriert werden. Das Ziel der randomisierten, kontrollierten, und multizentrischen SYNCRONOUS-Studie ist, den Effekt der primären Tumoroperation vor einer systemischen Chemotherapie bei Patienten mit zunächst nicht heilbarem, metastasiertem Kolonkarzinom zu untersuchen. Die Studienkoordination erfolgt durch das Koordinierungszentrum für klinische Studien (KKS) am Universitätsklinikum Heidelberg.   

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Robert-Bosch-Krankenhaus
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