Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt Tumor- und minimal-invasive Chirurgie

Kolorektale Chirurgie

Seit vielen Jahren ist die chirurgische Behandlung der Erkrankungen des Dünn- und Dickdarms ein wesentlicher Schwerpunkt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Robert-Bosch-Krankenhaus. So werden jedes Jahr deutliche über 500 größere operative Eingriffe am gesamten Darm vorgenommen, Blinddarmentfernungen (Appendektomien) und proktologische Operationen nicht eingerechnet.

Entzündliche Veränderungen des Darmtraktes

Entzündliche Veränderungen des Darmtraktes, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa werden in engem Kontakt mit der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie (Chefarzt Prof. Albert) gemeinsam betreut.

Oft lassen sich im Rahmen der Langzeitbehandlung dieser Erkrankungen Operationen nicht vermeiden. Unter sorgsamer Abwägung sind sie wichtiger Bestandteil der modernen Therapie. Eine organschonende und gezielte Operation führt dann zur entscheidenden Besserung. Die Vorbedingung ist eine sorgfältige Operationsplanung unter Zuhilfenahme zeitgemäßer Diagnoseverfahren, die allesamt in unserer Klinik vorgehalten werden.

Durch die Anwendung laparoskopischer Methoden kann häufig auf eine größere Baucheröffnung verzichtet werden. Dies gilt auch für die Entfernung des gesamten Dick- und Enddarmes bei der Colitis ulcerosa oder der FAP (Familiären adenomatösen Polyposis).
Auf laparoskopischem Weg kann ebenfalls sehr schonend ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, sofern ein solcher erforderlich werden sollte. Dementsprechend verfügt die Abteilung auch über breite Erfahrung bei den Rekonstruktionsverfahren mit Pouchbildung, die bei uns häufig durchgeführt werden.

Andere Entzündungen, zum Beispiel die sehr häufige Sigmadivertikulitis (Entzündung von Divertikeln im Krummdarmbereich), können ebenso fast immer laparoskopisch (via Bauchspiegelung) operiert werden. Dies hat zu einer geringeren Belastung, rascheren Schmerzarmut und Verkürzung der stationären Aufenthaltsdauer geführt. Die Erholungszeit nach solchen Eingriffen ist ebenfalls deutlich kürzer. Während vor 10 Jahren Patienten mit einer solchen Zivilisationserkrankung noch fast 2 Wochen bei uns stationär waren, ist die Liegedauer zwischenzeitlich auf unter 1 Woche gesunken. Unsere Informationsbroschüre gibt Ihnen weitere Informationen über diese häufige Erkrankung.

Bösartigen Veränderungen des Dick- und Enddarms

Eine große Gruppe an Patienten leidet unter bösartigen Veränderungen insbesondere des Dick- und Enddarms. Demzufolge kommt das gesamte Spektrum der onkologischen Operationsformen zur Entfernung der Krebsgeschwulst des Darms zur Anwendung. Die Behandlung betroffener Patienten findet im Rahmen unseres Darmzentrums statt, dass im Februar 2008 zertifiziert wurde.

Dabei wird der Tumor nach international gültigen onkologischen Kriterien chirurgisch mit dem entsprechenden Darmsegment einschließlich der dazugehörigen Lymphknotengruppe entfernt. Beim Enddarmkrebs ist daneben die komplette Entfernung des Hüllgewebes obligat (totale mesorektale Exzision).

Von entscheidender Bedeutung ist die Rekonstruktion des verbleibenden Darms mit dem Ziel einer uneingeschränkten Lebensqualität des Patienten. Dies trifft vor allem bei bösartigen Geschwüren des Enddarms zu. Die Erhaltung des Schließmuskels und damit die Vermeidung eines dauerhaften künstlichen Darmausgangs gelingt zunehmend durch die im Haus praktizierte interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Strahlentherapeuten und Onkologen bei gleichzeitiger Anwendung schonender Operationsmethoden.

Von besonderer Wichtigkeit ist hier unsere wöchentlich stattfindende Tumorkonferenz, in der sich alle Experten des Hauses – gleich welcher Fachrichtung – treffen, um für die betroffenen Patienten rasch und unkompliziert den bestmöglichen Behandlungsweg gemeinsam zu finden.

Gleichzeitig stellt die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen eine wichtige Säule in der Betreuung der ambulanten Therapie des Patienten dar.

Zum Interdisziplinären Darmzentrum

Erkrankungen des Analkanals

Scheinbar banale, aber den Patienten häufig sehr beeinträchtigende Erkrankungen des Afters, zum Beispiel Hämorrhoiden, Analfisteln, Analfissuren und andere proktologische Erkrankungen, werden in einer eigens hierfür eingerichteten Spezialsprechstunde betreut.

Mit den neuesten Formen der Endosonografie und Funktionsdiagnostik sowie der kernspintomografischen Untersuchung können grundlegende Veränderungen im Analkanal nachgewiesen und erfolgreich behandelt werden. Dazu zählen auch viele Funktionsstörungen des Darmes, die mit einer chronischen Verstopfung (Obstipation) und mit Entleerungsstörungen einhergehen.

Alle geeigneten Operationsverfahren, die zur Behebung dieser Probleme eingesetzt werden, kommen bei uns zur Anwendung.

Infobox

Robert-Bosch-Krankenhaus
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Schwerpunkt Tumor- und minimal-invasive Chirurgie

Auerbachstraße 110
70376 Stuttgart

Telefon 0711/8101-3416
Telefax 0711/8101-3782