Venenerkrankungen / Krampfadern
Venenerkrankungen sind eine Volkskrankheit. Venenerkrankungen, insbesondere die Krampfader-Erkrankung (Varicosis), werden sehr oft im Gegensatz zu anderen chronischen Erkrankungen verharmlost, da sie häufig zunächst keine Schmerzen verursachen. Aber Krampfadern sind kein kosmetisches, sondern ein medizinisch relevantes Problem.
In Deutschland (Quelle Robert Koch-Institut)
- zeigen 10 % der Bevölkerung keine Auffälligkeiten.
- haben 60 % der Menschen Besenreiser-Varizen und kleine Krampfadern.
- leiden 30 % der Bevölkerung unter schwerwiegenden Symptomen eines chronischen Venenleidens (Krampfadern, Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, offene Beine).
- erleiden 5 % eine Thrombose.
- sterben etwa 100.000 Menschen jedes Jahr an einer Lungenembolie als Folge einer Thrombose.
Die größte Chance, die oft schwerwiegenden Folgen einer Krampfader-Erkrankung (z. B. Entzündung, Thrombose, Lungenembolie, offenes Bein) zu verhindern, ist neben eigener aktiver Vorbeugemaßnahmen eine frühzeitige Untersuchung und eine anschließend rechtzeitig eingeleitete fachkundige Behandlung.
Das Ambulante Gefäßzentrum Dr. Seiter am Robert Bosch Krankenhaus ist spezialisiert auf die moderne Diagnostik und Behandlung von Venenerkrankungen und Krampfadern und blickt dabei auf eine langjährige Erfahrung zurück.
Krampfadern (Varizen, Varicosis) sind geschlängelt verlaufende, ausgebuchtete Venen des oberflächlichen Venensystems.
Vor allem durch eine familiär ererbte Bindegewebsschwäche kommt es zu einer Erschlaffung der Venenwand und einer Funktionsbeeinträchtigung der Venenklappen. Dadurch fließt das venöse Blut nicht mehr herzwärts, sondern sackt fußwärts wieder in das Bein zurück. Das nicht abtransportierte Blut sammelt sich jetzt im Venensystem und verstärkt den Druck auf das Bindegewebe der ohnehin schwachen Venenwand. Diese Venenwand dehnt sich immer mehr aus, die Venenklappen schließen immer schlechter. Es kommt zu einer mehr und mehr geschlängelt verlaufenden Vene, es ist eine Krampfader entstanden. Da diese Venenschwäche chronisch, das heißt permanent ist, schreitet die Krampfader-Erkrankung fort.
Eine Krampfader-Erkrankung darf niemals verharmlost werden. Unbehandelt können Krampfadern die Lebensqualität beeinträchtigen und früher oder später zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Die größte Chance, die oft schwerwiegenden Folgen einer Krampfader-Erkrankung zu verhindern, ist neben eigener aktiver Vorbeugemaßnahmen eine frühzeitige Untersuchung und eine anschließend eingeleitete fachkundige Behandlung. Eine Krampfader-Erkrankung darf niemals verharmlost werden.
Oberflächliche Venenentzündung
Die langsame Fließgeschwindigkeit in den Krampfadern erhöht die Gefahr, dass Blutgerinnsel entstehen. Diese Blutgerinnsel können sich in der Krampfader entzünden. Diese oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis) muss sofort von einer Fachärztin bzw. einem Facharzt behandelt werden, da sie sich sonst weiter ausdehnt, auf das tiefe Venensystem übergreifen und dort zu einer Thrombose führen kann.
Tiefe Venenthrombose
Eine tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose) behindert den Abfluss des Venenblutes im Bein. Das Venenblut staut sich und verursacht eine Schwellung des Beines. Sind die Venenklappen als Folge einer Venenthrombose irreparabel geschädigt, tritt die Beinschwellung dauerhaft auf. Die Betroffenen müssen dann lebenslang einen Kompressionsstrumpf tragen. Eine tiefe Beinvenenthrombose ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, da Teile der Blutgerinnsel bis in die Lunge abgeschwemmt werden und eine Lungenembolie verursachen können.
Offenes Bein – Risiko bei Nichtbehandlung
Eine über Jahre nicht behandelte Krampfader-Erkrankung führt zu einem immer weiter fortschreitenden Absacken des venösen Blutes im oberflächlichen Venensystem. Dieses schlackenreiche, verbrauchte Blut sammelt sich an den peripheren Bereichen des Unterschenkels. Dadurch wird die Haut an den Knöchelregionen so stark geschädigt, dass sie aufgeht. Es entsteht ein offenes Bein (Ulcus cruris).
Untersuchungen bei Venenerkrankungen
Das diagnostische Spektrum unseres MVZ Gefäßmedizin – Praxis Dr. Seiter umfasst alle nicht-invasiven Verfahren zur Untersuchung von venösen und lymphatischen Erkrankungen, die in der modernen Gefäßheilkunde hauptsächlich durchgeführt werden. Nicht-invasive Untersuchungsmethoden sind Verfahren, die ohne Kontrastmittel und Röntgenstrahlen auskommen. Diese Diagnoseverfahren sind für die Patientin:den Patienten schmerzfrei und ungefährlich.
Zur Abklärung von Beschwerden werden folgende Venenunntersuchungen durchgeführt
- Spezielle phlebologische Anamnese
- Klinische Untersuchung
- Digitale Photoplethysmografie (DPPG)
- Venenverschlussplethysmografie (VP)
- Direktionale CW-Dopplersonografie (bekannt als Doppler-Ultraschalluntersuchung)
- Farbultraschall (Duplex-Sonografie)
Früherkennung, Vorbeugung und Therapie von Krampfadern im Frühstadium helfen vielfach, einen operativen Eingriff zu vermeiden oder hinauszuzögern. In jedem Fall ist es erforderlich vor jeder Krampfader-Behandlung abzuklären, welches Ausmaß die Venenerkrankung bereits erreicht hat. So kann für jeden Befund ein individueller Therapieplan erstellt werden.
Behandlung von Krampfadern
Krampfadern stellen ein Leiden dar, das sich bei den Betroffenen völlig unterschiedlich entwickelt. Daher gibt es für die Krampfader-Erkrankung keine "Standard"-Therapie, sondern in jedem Fall muss aus einer Vielzahl möglicher Therapieansätze die optimale Kombination zusammengestellt werden.
Eine Krampfader-Erkrankung der oberflächlichen Stammvenen (Stammvaricosis) erfordert immer eine invasive Therapie. Voraussetzung, um eine Varicosis operativ behandeln zu können, ist ein ungestörter Rückfluss des venösen Blutes über das tiefe Beinvenensystem. Da es sich bei der Krampfader-Erkrankung um eine fortschreitende Erkrankung handelt, die unbehandelt zu gefährlichen Folgeerscheinungen führen kann, muss die Operation der Krampfadern rechtzeitig erfolgen.
Wir bieten für die Behandlung der Krampfaderbehandlung das komplette Spektrum aller Therapiemethoden an.
Bei uns kommen ausschließlich mikrochirurgische, minimalinvasive Verfahren zur Krampfader-Behandlung zum Einsatz, welche nahezu narbenfreie Resultate ergeben und eine schnelle Wiedereingliederung in den gewohnten Alltag ermöglichen.
Die angebotenen operativen Verfahren erfüllen drei Prinzipien:
- selektives Operieren, das heißt es werden lediglich krankhafte Venen (Krampfadern) bearbeitet
- sehr gute kosmetische Resultate
- schnelle postoperative Mobilisierung
Diese Verfahren sind nahezu schnittfrei. Lediglich an den Stellen der Crossevenen-Klappeninsuffizienz (Leiste oder Knieregion) ist ein kleiner Hautschnitt erforderlich. Die Krampfadern werden dann über kleine 1 bis 2 Millimeter lange Einstiche (Stichinzisionen) mit Hilfe eines mikrochirurgischen Instrumentariums entfernt. Diese Stichinzisionen müssen nicht vernäht werden und verursachen kaum Narben. Die noch intakten oberflächlichen Venen werden belassen. Sie können bei einer eventuell später auftretenden Herzkrankheit oder einer Durchblutungsstörung als Bypassmaterial Verwendung finden.
Es handelt sich hier um die operative Behandlung von Krampfadern mittels Radiowelle (Venefit / bis 2012 VNUS-Closure-FAST). Dieses Verfahren stellt eine weniger invasive Alternative zum Venen-Stripping (Krampfadern ziehen) dar, bei der die erkrankte Vene endoluminal (von innen) verschlossen wird und im Körper verbleibt. Durch einen Katheter bringt man Energie direkt in die Venenwand ein. Beim Zurückziehen des Einmal-Katheters kommt es dabei zur Erwärmung der Venenwand und zum Schrumpfen des Gefäßes. Die Vene wird verschlossen und so das Absacken des Blutes (Reflux) gestoppt. Die belassenen Venen werden dann vom Körper aufgelöst.
Der Vorteil dieser sanften Therapiemethode ist die schnelle Einsatzfähigkeit der Patientin:des Patienten im Alltag. So kann in der Regel die normale Arbeit nach wenigen Tagen wieder aufgenommen werden.
Allerdings beweisen neueste wissenschaftliche Untersuchungen in puncto Nachhaltigkeit die Überlegenheit der Crossektomie mit Stripping gegenüber der alleinigen Behandlung mit Laser und/oder Radiowelle. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die dauerhafte Sanierung der Ursprungsstellen in der Leiste und/oder Kniekehle.
Dies ist ohne Operation (Crossektomie) nicht möglich, da eine alleinige Behandlung der Krampfadern mittels Laser- oder Radiowellentechnik die Schlüsselstellen in der Leiste und/oder Kniekehle nicht nachhaltig bearbeiten kann, sodass bei dieser Technik möglicherweise weitere operative/invasive Maßnahmen notwendig sind.
Da vor allem für Patient:innen die Nachhaltigkeit (Rezidivfreiheit) ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl unterschiedlicher Therapieoptionen ist, ist eine Kombination beider Verfahren möglich und sinnvoll um einen optimalen Therapieerfolg zu erreichen.
Alle neuen Behandlungsverfahren wie zum Beispiel Radiofrequenzablation (Venefit / VNUS-Closure-Fast), endoluminale Lasertherapie, Venenkleber (VenaSeal), endoluminale Katheter-Rotationssklerosierung (ClariVein), Dampfsklerosierung (SVS) etc. müssen vor ihrer Anwendung in der Seiter-Klinik im Ambulantengefäßzentrum Dr. Seiter des Robert Bosch Krankenhauses strenge Qualitätskriterien erfüllen.
Die Verfahren VenaSeal, ClariVein und SVS bieten gegenüber der Radiowellen- und Laser-Therapie keine Vorteile und erfüllen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht die Qualitätskriterien der Seiter-Klinik, um diese als Therapieverfahren zu empfehlen.
Krampfader-Therapie: individuell, sanft und nachhaltig
- Individuell
Jede Patientin und jeder Patient ist einzigartig – deshalb erstellen wir für Sie eine Therapie, die genau auf Ihre Bedürfnisse und die Ausprägung Ihrer Krampfadern zugeschnitten ist. - Sanft
Unsere Behandlungen erfolgen minimalinvasiv und weitestgehend schmerzfrei. Kleine Schnitte oder sichtbare Narben werden vermieden, sodass Sie schnell wieder Ihren Alltag aufnehmen können. - Nachhaltig
Dank der gezielt abgestimmten Therapie werden Krampfadern in der Regel dauerhaft an ihrem Ursprung beseitigt, sodass das Risiko eines Wiederauftretens minimiert wird. - Umfassende Untersuchung für den Therapieerfolg
Für ein optimales Ergebnis untersuchen wir Ihr gesamtes Gefäßsystem gründlich, um die passende Behandlungsmethode individuell festzulegen.
Venengesundheit für jede Lebensphase
Männer, Schwangere und Risikogruppen
- Männer und Krampfadern
- Schwangerschaft und Krampfadern
- Genitale Krampfadern und Schwangerschaftskrampfadern
- Thrombose / Beinvenenthrombose
- Venenstauung
(schwere, geschwollene Beine)