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Lungenempyhsem

Im RBK Lungenzentrum Stuttgart des Robert Bosch Krankenhauses erhalten Lungenemphysem-Patient:innen eine hochspezialisierte Behandlung. Bereits aufgetretene Lungenschäden lassen sich zwar nicht rückgängig machen, aber wir können Beschwerden fachgerecht lindern, das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder ganz zum Stillstand bringen.

Entscheidend für eine erfolgversprechende Therapie ist neben der sorgfältigen Diagnostik die Kooperation der Patient:innen. Auch darin erhalten sie bei uns größtmögliche Unterstützung durch unsere Expert:innen der Abteilung für Pneumologie und Beatmungsmedizin

 

Sauerstoffmangel durch Lungenemphysem

In einer gesunden Lunge dehnen sich die Lungenbläschen (Alveolen) beim Einatmen von Luft aus, beim Ausatmen kehren sie zu ihrer ursprünglichen Größe zurück. Beim Lungenemphysem (Lungenüberblähung) ist dieser Vorgang gestört: Die Alveolen haben an Elastizität verloren – sie bleiben dauerhaft erweitert und die Gesamtzahl der Alveolen verringert sich. Dadurch kann weniger „alte Luft“ aus- und weniger „frische Luft“ eingeatmet werden. Weil sich die Alveolen zu größeren Blasen „aufblähen“, verringert sich die mit Blutgefäßen überzogene Oberfläche. Das Blut bekommt weniger Sauerstoff, die Betroffenen leiden unter chronischem Sauerstoffmangel. 

 

Häufigste Ursachen für das Emphysem sind langjähriges Rauchen oder Inhalieren anderer belastender Substanzen sowie chronische Entzündungen der Lunge (chronische Bronchitis) und COPD. Betroffen sind vor allem Menschen mittleren und höheren Alters.

Auch ein angeborener Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangel kann ursächlich sein oder zumindest das Risiko für das Entstehen eines Emphysems stark erhöhen. Dieses körpereigene Protein schützt das Lungengewebe vor einem Abbau. Wird zu wenig davon produziert und kommt Zigarettenkonsum hinzu, kann die Dehnbarkeit der Lunge auch schon bei Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter abnehmen.

  • Kurzatmigkeit und Atemnot im Anfangsstadium nur bei starker Anstrengung, später auch bei leichter Belastung oder Bewegung
  • hartnäckiger Husten und Auswurf
  • Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Verlust an Beweglichkeit und Lebensqualität

Untersuchungen beim Lungenemphysem

Anamnese

Bereits die Vorgeschichte der Betroffenen kann Hinweise auf die Erkrankung geben. Dabei liegt der Fokus auf Fragen wie: Liegen eine chronische Bronchitis, COPD oder Asthma bronchiale vor? Wie sieht der Zigarettenkonsum aus? Besteht beruflich Kontakt zu Reizstoffen? Welche Beschwerden treten aktuell auf?
 

Körperliche Untersuchung

Die Lungenüberblähung deutet sich oft äußerlich durch den sogenannten Fassthorax an – die Rippen verlaufen eher horizontal als schräg. Beim Abklopfen des Brustkorbs klingt der Klopfschall auffällig laut und hohl. Beim Abhören mit dem Stethoskop fallen beim Ausatmen charakteristische Lungengeräusche auf.
 

Lungenfunktionstests

Mittels Spirometrie und Bodyplethysmografie werden verschiedene Lungen- und Atemparameter gemessen, um die Schwere der Erkrankung genauer zu bestimmen.


Computertomografie (CT)

Hierbei zeigt sich, wie weit die Veränderungen der Lunge fortgeschritten sind. Außerdem können mögliche weitere Lungenerkrankungen identifiziert oder ausgeschlossen werden. Sie dient darüber hinaus der Vorbereitung auf bestimmte Therapien des Emphysems (z. B. endoskopische Lungenvolumenreduktion)


Blutuntersuchungen

  • Arterielle Blutgasanalyse zur Bestimmung der Schwere der Atemstörung: Dabei werden die Verteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut sowie der pH-Wert ermittelt.
  • Messung der Sauerstoffsättigung des Bluts mittels Pulsoxymeter
  • Bluttest zur Diagnose eines möglichen Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangels 

Behandlung beim Lungenemphysem

Der Fokus unserer Behandlungen liegt darauf, das Fortschreiten der Krankheit bei den Betroffenen aufzuhalten und die Symptome zu lindern.

Rauchstopp ist der erste Schritt. Wurden weitere schädliche Auslöser festgestellt, die das Lungenemphysem verursacht haben oder verstärken, müssen diese vermieden werden. Gegebenenfalls unterstützen wir Betroffene bei der Anerkennung des Leidens als Berufskrankheit.

Oft liegt beim Emphysem gleichzeitig eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) vor. Diese muss mit therapiert werden, um die Luftnot zu reduzieren. Darüber hinaus empfehlen wir die Behandlung aller Begleiterkrankungen, die eine zusätzliche Belastung darstellen können (z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzkrankheiten, Übergewicht). Eventuell sind Impfungen gegen Influenzaviren (Erreger der Grippe) und Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündungen) ratsam.

Der Zustand von Patient:innen mit einem angeborenen Alpha-I-Protease-Inhibitor-Mangel, die bereits frühzeitig ein Lungenemphysem entwickelt haben, kann eventuell durch die regelmäßige Gabe eines Alpha-I-Protease-Inhibitors, der aus menschlichem Plasma gewonnen wurde, verbessert werden. Die Therapie ist aber nicht in allen Fällen möglich.

Bei ausgeprägtem Emphysem, insbesondere unter Belastung, können kontrollierte Gaben von Sauerstoff verordnet werden.

Zur Verbesserung der Lungenfunktion und der Belastbarkeit kann das Lungenvolumen in bestimmten Fällen um einen Anteil operativ oder interventionell vermindert werden. Heute setzt man dazu bronchoskopische Methoden ein. Dabei platzieren wir Hilfsmittel (z. B. sogenannte Ventile, neue ablative Verfahren) endoskopisch (minimalinvasiv) in die Atemwege. Ob eine endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR) möglich ist, muss individuell für jede Patientin: jeden Patienten geklärt werden.

Eine Transplantation einer Spenderlunge kann eine lebensrettende Option für schwerstkranke Patient:innen sein. Wenn eine Lungentransplantation als letzte Therapiemöglichkeit bleibt, organisieren wir für unsere Patient:innen eine gute Anbindung an ein Transplantationszentrum und kümmern uns um die notwendige Vor- und Nachsorge.

Jedoch müssen für eine Transplantation bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Mehr erfahren

Interdisziplinäres Board bei Lungenemphysem (Emphysem-Board)

Die teils sehr individuellen Ausprägungen des Lungenemphysems diskutieren wir regelhaft gemeinsam mit den ärztlichen Kolleg:innen der Thoraxchirurgie und der Radiologie im sogenannten Emphysem-Board. Hier entscheidet sich, ob eine Lungenvolumenreduktion erforderlich und auch möglich ist, um die Symptome zu lindern und den Betroffenen wieder zu mehr Belastbarkeit der Lunge zu verhelfen.

Atmungstherapie beim Lungenemphysem

Im RBK Lungenzentrum Stuttgart können unsere Patient:innen unter fachkundiger Anleitung Techniken erlernen, die das Atmen gezielt erleichtern. Mehr erfahren

Wir empfehlen individuell angepasste körperliche Belastung zur Steigerung der Lebensqualität und Belastbarkeit in einer speziellen Lungensportgruppe. Gerne informieren wir über entsprechende Angebote.