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Maligne Lymphome

Maligne Lymphome stellen eine große, unterschiedliche Gruppe an Blutkrebserkrankungen dar, denen gemeinsam ist, dass sie aus bösartig entarteten Lymphozyten, Zellen der Immunabwehr, bestehen.

Da es im Körper viele verschiedene Untergruppen der Lymphozyten gibt, unterscheiden sich auch die verschiedenen Lymphomarten stark voneinander. Häufiges Symptom der Malignen Lymphome ist eine schmerzlose Lymphknotenschwellung, so dass umgangssprachlich auch der Begriff Lymphdrüsenkrebs verwendet wird.

Onkologisch unterschieden werden die Hodgkin- von den Non-Hodgkin-Lymphomen. Während manche Lymphome unmittelbar behandlungsbedürftig sind, schreiten manche Lymphomarten so langsam voran, dass sie langjährig beobachtet werden können und nur bei Auftreten von Beschwerden behandelt werden müssen.

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Lymphom-Erkrankungen ist ein Schwerpunkt unserer Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Robert Bosch Krankenhaus. Betroffenen bieten wir Zugang zu den fortschrittlichsten Therapieoptionen.

Was genau maligne Lymphome verursacht, ist bislang nicht geklärt. Bekannt ist allerdings, dass es einige Risikofaktoren gibt, welche die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen.

Dazu gehören Autoimmunerkrankungen und die dauerhafte Einnahme von Medikamenten, welche die körpereigene Abwehrkraft herabsetzen, die sogenannten Immunsupressiva. Weiterhin hat sich inzwischen herausgestellt, dass Infektionen mit dem Eppstein-Barr-Virus, HIV sowie dem Magenbakterium Helicobacter pylori zur Entstehung von malignen Lymphomen beitragen können. Das gilt auch für vorangegangene Chemo- und Strahlentherapien. Eine genetische Veranlagung ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht ursächlich. Das Risiko scheint jedoch erhöht zu sein, wenn es bereits öfter zu bösartigen hämatologischen Erkrankungen in der Familie gekommen ist.

Typische Anzeichen für ein bösartiges Lymphom sind Schwellungen der Lymphknoten, vor allem am Hals, in den Leisten und den Achselhöhlen. Diese Schwellungen verursachen keine Schmerzen, werden jedoch sukzessive größer. Neben den Lymphknoten können sich die bösartigen Lymphomzellen auch in anderen Organen, insbesondere des Abwehrsystems wie der Milz oder des Knochenmarks, vermehren. Letzteres kann durch eine Verdrängung der gesunden Blutbildung zu einer Blutarmut (Anämie) mit Beschwerden wie Müdigkeit und Luftnot bei Belastung führen. Auch wird manchmal eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen beobachtet.

Daneben treten oftmals unspezifische Beschwerden auf, zu denen es auch bei anderen Erkrankungen kommen kann. Zu diesen sogenannten B-Symptomen gehören wiederholtes Fieber ohne erkennbare Ursache, starker, anhaltender Nachtschweiß sowie ungewollter Verlust an Körpergewicht von rund zehn Prozent binnen einen halben Jahres.

Untersuchungen bei Lymphomen

Da es bei malignen Lymphomen große Unterschiede gibt, ist eine umfassende Diagnostik erforderlich. Nach der eingehenden körperlichen Untersuchung und Anamnese erfolgen Blutuntersuchungen, aus denen sich vielfach bereits erste Hinweise ergeben. Zur Sicherung der Diagnose werden Gewebeproben aus den vergrößerten Lymphknoten entnommen und im Labor histologisch unter dem Mikroskop untersucht. Bestätigt sich durch diese Lymphknotenbiospie der Verdacht auf ein malignes Lymphom, erfolgen sogenannte Staging-Untersuchungen. Dabei wird abgeklärt, wie weit sich die Lymphomzellen im Körper ausgebreitet haben. In der Regel geschieht diese Ausbreitungsdiagnostik mittels einer Computertomografie-Untersuchung (CT), Bei bestimmten Lymphomerkrankungen auch mittels eines sogenannten PET-CTs, bei dem spezifisch nach sich vermehrenden Tumorzellen gesucht wird. In manchen Fällen ist ergänzend die Untersuchung des Knochenmarks per Probenentnahme aus dem Beckenkamm empfehlenswert. Fällt die Entscheidung zu einer Therapie, stehen gegebenenfalls weitere Untersuchungen zur Bestimmung der Funktion der restlichen Organe an, wie beispielsweise eine Herzultraschalluntersuchung.

Behandlung von Lymphomen

So unterschiedlich wie die Gruppe der Lymphomerkrankungen sind auch die verschiedenen Behandlungsoptionen. Je nach Art und Ausbreitung der Erkrankung umfasst unsere Therapie am Robert Bosch Krankenhaus eine Chemotherapie mit einer oder mehreren Substanzen, eine Strahlentherapie, eine Immuntherapie mit sogenannten monoklonalen Antikörpern, welche die Tumorzellen ganz gezielt nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip angreifen, oder mit weiteren zielgerichteten Substanzen, die wichtige Signalwege in den Tumorzellen blockieren.

Bringen die genannten Therapien nicht den gewünschten Erfolg oder kommt es zu einem Rückfall, führen wir eine autologe oder allogene Stammzelltransplantation durch.

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine neue und innovative Krebsbehandlung, die aktuell bei bestimmten Lymphomerkrankungen eingesetzt werden kann. Hierbei sind gentechnisch veränderte Abwehrzellen, sogenannte CAR-T-Zellen, darauf programmiert, die Tumorzellen direkt abzutöten. Auch dieses moderne Therapieverfahren bieten wir am Robert Bosch Krankenhaus an.

Für Patient:innen, die nicht (mehr) auf etablierte Therapien ansprechen, können wir nach vorausgegangenen molekulargenetischen Untersuchungen individuelle, zielgerichtete Therapiekonzepte entwickeln.


Pflege, Beratung und Unterstützung bei malignen Lymphomen

Lymphom besser verstehen

Um Ihre Fragen zu Lymphom und Chemotherapie zu beantworten, aber auch Angehörigen und Freunden Tipps zu geben, wie man Krebspatient:innen unterstützen kann, haben wir gemeinsam mit der Strube Stiftung eine Reihe von Videos erstellt.

Hier geht’s zu den Videos

Psychoonkologie: Hilfe für Krebskranke und Angehörige

Die Diagnose Krebs stellt einen tiefen Einschnitt in das Leben dar. Der Psychoonkologische Dienst bietet Betroffenen in der Zeit von Diagnose und Behandlung im Robert Bosch Krankenhaus individuelle Unterstützung an.

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Seelsorge: Zuhören, Unterstützen, Begleiten

Eine Krebserkrankung ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen sehr belastend und mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden. Die Krankenhausseelsorge steht Ihnen unabhängig von Glaube und Konfession zur Seite.

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LINA – ein Beratungsangebot

Jungen Erwachsenen mit der Diagnose Krebs bieten wir mit dem Beratungsangebot Hilfe bei sozialrechtlichen Themen wie Krankengeld oder Haushaltshilfe sowie emotionale Unterstützung.

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Naturheilkunde und Integrative Medizin

Das Robert Bosch Krankenhaus verfolgt den Ansatz der Integrativen Onkologie, die konventionelle Medizin, wissenschaftlich geprüfte Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin kombiniert. Nebenwirkungen der Krebstherapie können mit naturheilkundlichen Behandlungen abgemildert werden.

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Zentrum für Hämatologische Neoplasien

Unser interdisziplinäres Zentrum bündelt das Know-how unterschiedlicher medizinischer Experten – für eine optimale Versorgung unserer Patienten mit malignen Lymphomen.

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Sprechstunde

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